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Erfolgreicher Protest: Die Stadt will die Spielplatz-Planung am Lido überarbeiten.

Proteste erfolgreich

Lido-Kinderspielplatz in Schongau: Stadt plant um

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Die Proteste gegen den geplanten Kinderspielplatz am Lido haben Wirkung gezeigt: Die Stadt will die Planung ändern und beschloss, dass sich nach der Sommerpause noch einmal der Stadtrat damit befassen soll.

Schongau – Mehr als 300 Unterschriften haben die Initiatoren des Bürgerprotests gegen einen Kinderspielplatz am Lido bei der Stadt abgegeben. „Eine beeindruckende Liste“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) im Bauausschuss. Und das hat Folgen: Selbst wenn viele Unterzeichner von Auswärts stammen sollten, dürfte das Quorum von einem Prozent der Schongauer Bevölkerung, also rund 120 Unterschriften, für einen sogenannten Bürgerantrag locker erreicht werden. „Das bedeutet, dass wir uns noch einmal mit diesem Thema auseinandersetzen müssen“, sagte Sluyterman.

Der Bürgermeister stellte auch klar, dass er die Bürgerinitiative um Peter Haggenmiller im Vorfeld beraten habe. „Ich finde das Engagement großartig, auch wenn ich die Argumente kritisch sehe und es einige Fehlinterpretationen gegeben hat, zum Beispiel, dass ich das allein entschieden habe.“ Aber es zeige, dass den Bürgern ihre Stadt – oder besser gesagt der Lido – wichtig ist und sie sich dafür einsetzen.

Es soll keine Liegewiese mehr verloren gehen

Sluyterman hatte bereits im Vorfeld zugesagt, keine vollendeten Tatsachen zu schaffen. Vielmehr soll das Thema nach der Sommerpause nicht mehr im Bauausschuss, der den Spielplatz vor Wochen einstimmig beschlossen hatte, sondern im Stadtrat behandelt werden – und zwar mit überarbeiteter Planung. „Die Bauverwaltung wird eine deutliche reduzierte Variante vorschlagen“, kündigte Sluyterman an – die enormen Ausmaße von 4,5 auf 20 Meter nahe des Bootshauses hatten mit zu den größten Irritationen geführt und waren so nicht einmal von Mit-Initiator Peter Blüml beabsichtigt. Außerdem habe man für die dann ein bis zwei Spielgeräte einen Bereich im Auge, der nicht als Liegewiese verloren gehen würde, so Sluyterman.

Auch Bettina Buresch (ALS) begrüßte das Bürgerengagement sehr und hält die kleine Lösung ohne Verlust von Liegewiese für einen guten Kompromiss, betonte aber, damals nur unter großen Bauschmerzen zugestimmt zu haben: „Ich bedauere sehr, dass ich mich habe breitschlagen lassen. “ Diese nachträgliche Distanzierung ließ Sluyterman nicht gelten: „Bei einer Abstimmung gibt es eben nur Entweder – Oder.“

Bürgermeister erstaunt über massiven Widerstand

Der Bürgermeister gab zu, bei dem Protest-Termin am Sonntag emotional aufgebracht gewesen zu sein. „Schließlich geht es hier um eine Aufwertung des Lido für Kinder, nicht um einen Straßenbau oder einen Jet-Ski-Betrieb. Deshalb erstaunt mich dieser massive Widerstand.“ Schade fand er es auch, dass am Sonntag keinerlei Unterstützer da waren.

Ins selbe Horn stieß auch Siegfried Müller (ALS): „Ich habe den Eindruck, unter falschen Voraussetzungen zugestimmt zu haben. Ich dachte, der Kinderspielplatz wird von vielen begrüßt, aber das ist wohl nicht der Fall.“ Deshalb sollte man die Finger von den Plänen lassen, zumal er die Argumente der Gegner sehr gut nachvollziehen könne. Auch Ilona Böse (SPD) sagte, man solle sich die Entscheidung gut überlegen. Sie habe per E-Mail bisher nur Stimmen von Gegnern bekommen, keine einzige von Unterstützern. „Es war nie die Rede davon, dass die CSU mit Anfragen bombardiert worden wäre“, entgegnete Sluyterman. „Es gab einen Antrag und eine Abstimmung, fertig.“

Dass weder Pächter Günter Schultz noch der Reßle-Bauer, der am Lido Holzlagerrechte besitzt, vorher gefragt wurden, wie Müller beklagte, sei völlig normal, so Thomas Ola vom Bauamt: „Es ging um einen Grundsatzbeschluss, da kann man nicht im Vorfeld alles klären. Das macht man danach.“ Und Schultz sei sehr wohl informiert worden, er hätte sich den Spielplatz weiter weg gewünscht, so Ola – wie es jetzt offenbar gemacht wird.

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