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An dieser Stelle haben Oberflussmeister Stefan Kotz und sein Team etliche ineinander verkeilte Stämme aus der Hauptströmung des Lechs entfernt. Per Traktor wurden die Bäume anschließend abtransportiert.  

Holzstämme aus Lech beseitigt

Litzauer Schleife wieder befahrbar, aber Vorsicht ist geboten

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Steingaden – Nach dem Unglück am Dienstag, bei dem ein elfjähriges Mädchen auf der Litzauer Schleife fast ertrunken wäre, ist das beliebte Teilstück des Lech seit dem gestrigen Freitag wieder für den Bootsverkehr freigegeben. Ein Team der Flussmeisterstelle Weilheim hatte am Donnerstag die in der Strömung verkeilten Bäume entfernen und so die Gefahrenstelle entschärfen können. Allerdings warnt das Wasserwirtschaftsamt davor, dass jederzeit weitere Baumstämme nachrutschen könnten.

Wie berichtet waren am Dienstag zwei elf- und zwölfjährige Mädchen auf der Litzauer Schleife mit einer Luftmatratze gekentert, nachdem sie mit ihrem Gefährt gegen im Lech liegende Baumstämme gedrückt worden waren. Beide hatten Glück im Unglück, sie konnten gerettet werden.

Am Mittwoch reagierte das Landratsamt Weilheim-Schongau auf das Unglück und sperrte die Litzauer Schleife für den Bootsverkehr. Zu groß war aus Sicht der Behörde die Gefahr, dass an der Stelle weitere Unfälle geschehen. Bevor das Teilstück wieder freigegeben werden könne, müssten erst die Bäume entfernt werden, teilte das Landratsamt mit.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim reagierte zügig. Am Donnerstag machte sich Oberfussmeister Stefan Kotz mit seinem vierköpfigen Team auf zur Gefahrenstelle. Die Aufgabe war nicht ungefährlich, denn um die Bäume aus dem Fluss zu ziehen, mussten die Männer selbst in die starke Strömung steigen. „Da braucht man viel Erfahrung“, erklärt Kotz. Nach und nach wurden die rund 40 Jahre alten Fichten mit einem Stammdurchmesser von um die 30 Zentimeter, die ineinander verkeilt im Wasser lagen, an ein Seil angehängt und mit der Winde des mitgebrachten Traktors vorsichtig aus dem Lech gezogen.

Da Totholz ein wichtiger Bestandteil in einem Wildfluss ist, konzentrierte sich die Aktion auf die Stämme, die direkt in der Strömung lagen und die Hauptgefahr für den Bootsverkehr darstellten. Die übrigen zog das Team nur an die Seite und beließ sie im Fluss. Gut zwei Stunden dauerte die Bergung. Die Stämme wurden anschließend zersägt und auf einen Anhänger verladen.

Am Nachmittag fuhr Kotz mit seinen Leuten noch einmal die komplette Litzauer Schleife ab, um auszuschließen, dass an anderer Stelle ebenfalls Handlungsbedarf besteht. Doch er konnte Entwarnung geben.

Am Freitag gab das Landratsamt die Strecke wieder für Bootfahrer frei. Man weise aber mit Schildern noch einmal auf die Gefahr hin, sagt Martin Mühlegger, stellvertretender Sachgebietsleiter Wasserrecht im Landratsamt. Mehr könne man nicht tun. Der Lech sei nun mal ein Wildfluss, das Befahren auf eigene Gefahr. „Es sollte sich deshalb jeder vorher überlegen, mit welchem Boot er die Litzauer Schleife hinunter fährt und ob er die nötigen Fähigkeiten besitzt“, appelliert Mühlegger. Fest stehe aber: „Ein Schlauchboot aus dem Supermarkt oder eine Luftmatratze sind einfach nicht dafür geeignet.“

  Christoph Peters

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