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Haben eine interessante Reise vor sich: Luisa Schnell (vorne, 2. vo.li) und ihre Mitschüler, Lehrerin Corinna Schwarzer (r.) und deren Mann Günther Claeys (2.v.re.). 

Luisa Schnell fliegt nach Kairo

Ein Spielplatz für Müllkinder

Eine interessante und eindrucksvolle Reise liegt vor Luisa Schnell aus Schongau: Im Rahmen ihres Wahlfach-Unterrichts an der Fachakademie in Rottenbuch fliegt sie nach Kairo, wo in der Müllstadt ein Kindergarten eröffnet wird. Derzeit sammelt die Gruppe Geld für einen Spielplatz dort.

Rottenbuch/Schongau – Als Luisa Schnell aus Schongau von dem Hilfsprojekt Müllstadtkinder gehört hat, das ihre Lehrerin Corinna Schwarzer zusammen mit ihrem Mann Günther Claeys gegründet hat, war sie sofort begeistert. Der Verein hat sich der Aufgabe verschrieben, die Kinder und Familien zu unterstützen, die in der Müllstadt südlich von Kairo leben. „Dieses Projekt hat mich von Anfang an total fasziniert“, sagt die Schülerin der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rottenbuch.

Die Kinder, die in der Stadt auf einer Mülldeponie hausen und dringend auf Hilfe angewiesen sind, die Helfer aus Bayern, die so viel Liebe und Engagement in dieses Projekt stecken, die Menschen in der Müllstadt, die im Elend hausen und dennoch oft glücklicher sind, als die Menschen hier, all das hat die 21-Jährige dazu bewogen, bei dem Projekt mitzumachen.

Wahlpflichtfach Interkulturelle Pädagogik

Deswegen habe sie sich für das Wahlpflichtfach Interkulturelle Pädagogik entschieden. Denn im Rahmen dieses Faches fliegen die Schülerinnen zusammen mit der Lehrerin und deren Mann in den Herbstferien nach Kairo, wo in der Müllstadt der neue Kindergarten eröffnet wird, den die Organisation finanziert und gebaut hat.

Die 15-köpfige Gruppe von der Fachakademie darf den neuen Kindergarten mit einrichten. „Das ist für uns, die wir aus diesem Fachbereich kommen total spannend“, sagt Luisa Schnell. Wenn alles klappt, hat die Gruppe noch eine zeitaufwändige Aufgabe: „Wir würden dort gerne einen Spielplatz errichten“, sagt die angehende Erzieherin. Dafür werden derzeit fleißig Spenden gesammelt. Aus diesem Grund war die Gruppe auch mit einem Infostand auf dem Dorffest der Herzogsägmühle vertreten.

Haben eine interessante Reise vor sich: Luisa Schnell (vone, 2. vo.li) und ihre Mitschüler, Lehrerin Corinna Schwarzer (r.) und deren Mann Günther Claeys (2.v.re.).

Dort informierten die Helfer darüber, wie das Leben in der Müllstadt aussieht und wo die Organisation bereits helfen konnte. In der Metropole Kairo haben sich mehrere Stadtteile zu so genannten Müllstädten entwickelt. Dort wird der ganze Müll aus der Stadt hingebracht. Die Familien leben davon, dass sie den Müll trennen und das, was verkauft werden kann, verkaufen. Der Rest bleibt liegen. Die Schwierigkeiten dort sind groß: Staub, Dreck, Gestank, hygienische Probleme und Krankheiten machen den Bewohnern zu schaffen.

Der Verein Müllstadtkinder hat Patenschaften für Kinder übernommen, hat einen Erste Hilfe Container aufgestellt, damit eine medizinische Grundversorgung gesichert ist, unterstützt einzelne Familien, die besonders in Not sind und vieles mehr.

Begonnen hat das Hilfsprojekt vor etwa 20 Jahren auch mit einer Reise von Studierenden nach Kairo, die durch Zufall in eine Müllstadt gekommen sind, um dort ihre restlichen Waren und Kleider zu spenden. So entstand der erste Kontakt zu den Menschen dort und der Wunsch, die Menschen dort zu unterstützen.

Spendenkonto

Die Gruppe sammelt Spenden für einen Spielplatz in der Müllstadt unter VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu BIC: GENODEF1KFB IBAN: DE98 7346 0046 0005 9025 92.

Kathrin Hauser

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