Bereits seit vier Monaten sind die Türen des Schongauer Märchenwalds wieder geöffnet. Eine erste Bilanz ist durchweg positiv.
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Bereits seit vier Monaten sind die Türen des Schongauer Märchenwalds wieder geöffnet. Eine erste Bilanz ist durchweg positiv.

Familien-Park zieht positive Bilanz

Der Schongauer Märchenwald freut sich über viele Besucher

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Es war einmal eine Krise, aus der der Schongauer Märchenwald gestärkt herausgegangen ist: Nach acht Monaten Corona-bedingter Schließung und vier Monate nach Wiedereröffnung darf sich der Familien-Park über hohe Besucherzahlen und viel Zuspruch freuen.

Schongau – Es ist ein regnerischer Tag. Das kann Florian Hallmann und seiner Schwester Franziska trotzdem nicht die Laune verderben. Acht Monate Pandemie-bedingte Zwangsschließung liegen hinter den Geschwistern, die 2020 den Märchenwald übernommen haben. Dann die überraschende Blitz-Öffnung im Juni. Jede Menge Stress. Nach gerade mal vier Monaten Öffnung gibt es richtig gute Neuigkeiten: Die Besucherzahlen sind bombastisch gut.

Eigentlich sind es rund 100 000 Menschen, die den Schongauer Märchenwald pro Jahr zu den regulären Öffnungszeiten besuchen. Das Märchenwald-Team hat es geschafft, trotz aller Hindernisse in den gerade mal vier vergangenen Monaten seit der Öffnung im Juni Gastgeber für immerhin 70 000 Erwachsene und Kinder zu sein. Und das, obwohl die Monate Juli und August sich wettermäßig bekanntlich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten. Hallmanns führen das unter anderem auch darauf zurück, „dass dieses Jahr sehr viele Einheimische zu uns gekommen sind, die nicht in den Urlaub fahren konnten“. Die Menschen würden vermehrt Vor-Ort-Angebote nutzen.

Viele der Besucher waren Einheimische

Weil sich nach der Dauerschließung viele Mitarbeiter des Stammpersonals einen neuen Job gesucht hatten, läuft die Küche im Märchenwald seit Juni auf Sparflamme – aber sie läuft. „Eigentlich hatten wir immer 20 Gerichte auf der Karte, jetzt sind es nur noch fünf“, erklärt Florian Hallmann, der mit seiner Schwester Franziska auch schon mal selbst in der Küche steht. Ist doch das Küchen-Team von einer Acht-Mann-Besatzung wegen Personamangels auf zwei geschrumpft. Und trotzdem läuft es irgendwie.

Florian und Franziska Hallmann ziehen eine durchweg positive Bilanz: Auch wenn es viele Herausforderungen auf einmal gewesen seien. „Wir konnten den Betrieb durch die lange Schließungszeit komplett neu strukturieren.“ Prozesse wurden optimiert. Dazu gehört auch das neue flexible Online-Buchungssystem, dass die Betreiber-Familie Hallmann ohne Corona wahrscheinlich nicht so schnell angegangen hätte. „Das war wirklich eine Nacht- und Nebelaktion.“

Online-Buchungssystem bietet Vorteile für Besucher und Betreiber

Das intelligente System, das die Preise an Wetter und Besucherzahlen anpasst, nutzen inzwischen mehr Besucher, als die Tageskasse: 60 bis 70 Prozent buchen auf der Märchenwald-Internetseite vor und fahren damit immer günstiger als an der Kasse vor Ort. Die Besucher sparen also, aber auch für das Märchenwald-Team bietet das neue System einen enormen Vorteil: „Es hilft uns sehr zu planen.“ Schließlich hatte man vorher nie gewusst, mit welchen Besucherströmen man es zu tun haben würde.

Neues Projekt: Der Bau eines Verkehrsübungsplatzes

Jetzt heißt es nach der Sommerphase erst mal durchschnaufen. Und dann wollen die Hallmanns schon das nächste Projekt anpacken: Im hinteren Bereich des Parks, wo einst die Wildschweine ihr Dasein fristeten, soll ein Verkehrsübungsplatz gebaut werden. „In der Hochsaison geht das nicht, da ist der Lärmpegel zu hoch.“ Es gibt also Pläne. Große Pläne, kleine Pläne. Familie Hallmann blickt positiv in die Zukunft und ist froh, dass der Märchenwald die Krise so gut überstanden hat.

Das ist unter anderem auch den Corona-Hilfen zu verdanken. Bei aller Unsicherheit, wann wie viele Staatshilfen fließen würden, um den Park mit allen Tieren über Wasser halten zu können: „Die Hilfen kamen, und wir sind dankbar, dass der Staat uns unterstützt hat.“ Unterstützung gab’s aber auch aus der Bevölkerung, die „ihren“ Märchenwald als Institution ins Herz geschlossen hat. „Wir haben erst in der Corona-Zeit so richtig gemerkt, wie viele Verbindungen wir haben. Alle wollten helfen.“

Ein gutes Gefühl, für das sich Familie Hallmann auf ganz besondere Art und Weise bedanken möchte: In den kommenden Monaten sollen in den Kindergärten im Schongauer Land Gutscheine für Eintrittskarten verteilt werden.

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