Stein des Anstoßes: Aufgrund der Eisenbahn wird der Schongauer Märchenwald als Freizeitpark eingestuft und darf nicht öffnen.
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Der Schongauer Märchenwald wird als Freizeitpark eingestuft und darf nicht öffnen.

Als Freizeitpark eingestuft

Märchenwald Schongau: „Fühlen uns im Stich gelassen“

Die Enttäuschung steht Florian und Franziska Hallmann ins Gesicht geschrieben. Das Geschwisterpaar, das den Schongauer Märchenwald leitet, fühlt sich einfach im Stich gelassen.

Schongau – Seit Monaten dürfen die Hallmanns keine Besucher mehr einlassen. Mitarbeiter haben gekündigt, die Lage ist haarsträubend. Der Märchenwald muss geschlossen bleiben. „Eigentlich war für den 16. März Saisonbeginn geplant“, erklärt Florian Hallmann. Und er erinnert im gleichen Atemzug, dass im gesamten Bereich der beliebten Einrichtung ein ausgeklügeltes Hygieneprogramm bestanden hat.

Aber da gibt es das große Problem, das alles zum Scheitern bringt: „Wir sind ganz offiziell beim Gewerbemeldeamt als Gaststätte und Tierpark eingetragen“, erklärt Florian Hallmann. Aber da zieht das Landratsamt nicht mit. Die Behörde stuft den Schongauer Märchenwald als Freizeitpark ein.

Der Grund dafür ist die kleine Eisenbahn, daneben das Angebot des Ponyreitens und die vier kleinen Autoscooter. Diese Fahrgeschäfte lassen eine Öffnung nicht zu, obwohl auch dort alle möglichen Hygiene-Maßnahmen getroffen worden sind.

Schongauer Märchenwald wollte zu Ostern öffnen

Vergleicht man diese Maßnahmen mit denen, die für Bau- und andere Märkte getroffen worden, schüttelt man im Märchenwald nur ungläubig den Kopf: „Wir hatten uns auf Ostern und die Osterferien eingestellt, um wenigstens einen kleinen Teil unserer laufenden Ausgaben wieder hereinzubekommen, aber leider Fehlanzeige“, erklärt es Franziska Hallmann. Und sie beschreibt die erforderliche Planung als katastrophal. Deshalb ist es auch verständlich, dass langjährige Mitarbeiter gekündigt haben.

Tristesse: Dort, wo eigentlich Kinder sorglos spielen könnten, sind die Geräte im Schongauer Märchenwald verwaist.

Märchenwald Schongau: Verworrene Lage

Ein weiteres Beispiel von Florian Hallmann zeigt, wie verworren die Lange ist: „Wir könnten in unserer ,Hexenküche’, also der Grillstation neben dem Spielplatz, eine ,Bratwurst to go’ anbieten“, erklärt er. Die Besucher müssten dann aber mit der Bratwurst den Märchenwald verlassen und die Wurst an der Diessener Straße verzehren. Dann könnten die Besucher wieder zurückkommen.

Auf der anderen Seite aber würde die Behörde gestatten, dass ein Fremdbetreiber mit seinem mobilen Imbissstand auf das Märchenwald-Gelände komme, um dort seine „Bratwurst to go“ anzubieten. Diese dürfte dann auf dem Gelände des Märchenwaldes verzehrt werden.

Trotz aller Hindernisse haben Franziska und Florian Hallmann die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Wir hoffen auf Pfingsten, ansonsten schaut es düster für den Schongauer Märchenwald aus.“

VON HANS-HELMUT HEROLD

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