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Endlich wieder neue Maibäume im Landkreis Weilheim-Schongau - Wann und wo werden sie aufgestellt?

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Von: Theresa Kuchler

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Nach zwei Jahren Pause können heuer wieder feierlich die Maibäume aufgestellt werden.
Nach zwei Jahren Pause können heuer wieder feierlich die Maibäume aufgestellt werden. © Ruder/Archiv

Die Pandemie hat den Maibaum-Rhythmus der Gemeinden ganz schön durcheinander gebracht: Während es zwei Jahre lang kein Aufstellen gab, ist heuer einiges los. Nicht nur am 1. Mai.

Landkreis – Noch ein Jahr ohne Maibaum? Für die meisten Gemeinden in der Region kommt das nicht in Frage. Viel zu lang mussten die Trachten-, Burschen- und Feuerwehrvereine bereits darauf verzichten, ein neues Prachtstück in ihre Ortsmitte zu wuchten. Also kommen jetzt alle Bäume auf einmal – die meisten davon traditionell am 1. Mai (siehe Kasten unten).

In manchen Ortschaften weicht man hingegen auf andere Termine aus, um die allgemeine Maifeier-Situation etwas zu entzerren. Zum Beispiel in Hohenfurch. Der Trachtenverein „D’Schwalbensotaner“, dessen Mitglieder schon fleißig mit dem Herrichten und Bewachen des langen Stamms beschäftigt sind, wird den Maibaum erst gegen Ende des Monats in der Dorfmitte aufstellen: an Christi Himmelfahrt, den 26. Mai.

„Am 1. Mai sind schon genügend Maibaumaufstellungen in der Gegend“, sagt Vereinsvorsitzender Franz Linder, der die Sache ganz pragmatisch sieht. „Darum machen wir’s halt am Vatertag.“ Da es schließlich „Maibaum“ heißt, sei das genaue Datum ohnehin eher nebensächlich.

Im Fall, dass das Wetter an Christi Himmelfahrt nicht mitspielt, schieben die Veranstalter in Hohenfurch das Fest sogar noch weiter nach hinten. Als Ausweichtermin ist der 29. Mai angedacht – denn bei strömenden Regen, wie es bei dem jüngsten Baumaufstellen der Fall gewesen ist, mache das Ganze auch keinen Spaß, findet Linder.

Schutz vor Maibaum-Dieben: Vereinsmitglieder halten Wache

Am wichtigsten ist für den Verein, dass Hohenfurch endlich wieder einen neuen Baum bekommt. Für das Dorf gab es den letzten am 1. Mai 2015 – und der wurde schon 2019 wieder abgebaut. Seither ist die Maibaum-Halterung vor dem Gasthaus Negele verwaist.

Jetzt dürfen den Hohenfurchern nur keine Maibaum-Diebe mehr in die Quere kommen. Um dem vorzubeugen, haben „D’Schwalbenstoaner“ bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Bis der Maibaum aufgestellt wird, halten die Vereinsmitglieder abwechselnd Wache. „Früher wäre uns der Baum schon einmal fast geklaut worden“, sagt Linder. Der Diebstahl konnte damals im letzten Moment verhindert werden. So weit soll es nicht mehr kommen.

Wann und wo in der Region Maibäume aufgestellt werden

Antdorf: 1. Mai, ab 13 Uhr, Dorfmitte.

Birkland: 1. Mai, 13 Uhr Festumzug, anschließend Maibaumaufstellen und bayerische Tänze, am Abend Maibaumversteigerung, Gaststätte Neuwirt in Birkland.

Denklingen: 1. Mai, ab 13.30 Uhr, Hauptstraße 3.

Eberfing: 1. Mai, 12.30 Uhr, Gasthaus Waldherr.

Eglfing: 1. Mai, 11 Uhr, Kreuzung Hauptstraße/Keltenstraße.

Habach: 1. Mai, 12 Uhr, Rathausplatz.

Hohenfurch: 26. Mai (Ausweichtermin: 29. Mai), 14 Uhr, Gasthaus Negele (Piroschka).

Hohenpeißenberg: 15. Mai, 10 Uhr Maibaumaufstellen, 15 Uhr Ökumenische Segnung des „Grünen Kragens“, Ortsmitte „Am Schächen“.

Huglfing: 1. Mai, 12 Uhr, Trachtenheim.

Iffeldorf: 1. Mai, 13 Uhr, St. Vitus-Platz.

Ingenried: 1. Mai, 10.30 Uhr Festumzug, 12 Uhr Mittagessen, 13.30 Uhr Maibaumaufstellen, 15 Uhr Kaffee und Kuchen, 21 Uhr Maibaumversteigerung.

Oberhausen: 1. Mai, 13 Uhr, Oberhauser Rathaus.

Obersöchering: 1. Mai, 12 Uhr, Dorfplatz.

Pähl: 7. Mai, 10 Uhr, Ecke Wettersteinstraße/Kirchenwen im Ortsteil Fischen.

Peiting: 1. Mai, 13.30 Uhr, „Stich und Schäller“, anschließend Festzug zum Hauptplatz.

Penzberg: 1. Mai, ab 12.30 Uhr, Stadthalle.

Polling/Etting: 8. Mai, ab 10 Uhr Frühschoppen am Feuerwehrhaus, 12.30 Uhr Festzug, 13 Uhr Maibaumaufstellen in der Dorfmitte Etting.

Raisting: 1. Mai, ab 12 Uhr Bewirtung, 13 Uhr Maibaumaufstellen, Rathausplatz.

Reichling: 1. Mai, 9 Uhr, Dorfmitte; Ortsteil Ludenhausen: ab 8 Uhr Maibaumaufstellen, danach Mittagessen und Kaffee und Kuchen, Dorfmitte.

Rott: 1. Mai, 13 Uhr, Weilheimer Straße.

Rottenbuch: 1. Mai, ab 10 Uhr, am Mühlbach.

Schwabsoien: 30. April, 13 Uhr, Gemeindeverwaltung.

Seeshaupt: 1. Mai, 9 Uhr Maibaumaufstellen, 13 Uhr Maifeier, Feuerwehrhaus; Ortsteil Magnetsried: 7. Mai, 10 Uhr, gegenüber der Kirche.

Sindelsdorf: 1. Mai, ab 9 Uhr, Gasthof zur Post.

Steingaden: 1. Mai, 11 Uhr, Gemeindeverwaltung.

Weilheim/Unterhausen: 1. Mai, 9 Uhr, Dorfplatz Unterhausen.

Wessobrunn/Forst: 1. Mai, 10 Uhr, Wirtsanger in Forst, ab 20 Uhr Maitanz in der beheizten Maschinenhalle Hagenlehen bei Familie Ressler.

Wielenbach: 1. Mai, ab 10 Uhr, im Ortsteil Wilzhofen.

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Auch in der Gemeinde Polling gibt es heuer einen neuen Maibaum. Für das Maifest samt Frühschoppen und Festumzug hat sich der Ettinger Trachtenverein ebenfalls einen späteren Termin ausgesucht – den 8. Mai. Das hat auch rein praktische Gründe: „Für den 1. Mai sind schon alle Spül- und WC-Wägen vergriffen“, sagt Trachtenvereins-Vorsitzender Johannes Morgenroth. Außerdem wird am ersten Maisonntag die Erstkommunion in Polling gefeiert. „Dann ist das Maibaumaufstellen an einem anderen Tag besser.“

Polling wurde von Corona nicht aus dem Maibaum-Rhythmus gebracht

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden hat die Corona-Pandemie die Pollinger nicht aus ihrem Maibaum-Rhtyhmus gebracht. Wie Morgenroth sagt, hätte es heuer ohnehin einen neuen Baum gegeben – so wie es der fünfjährige Turnus vorsieht. „Corona hat uns also gar nicht so sehr reingespielt.“

Die Vorbereitungen für das Fest laufen bereits auf Hochtouren. Die Vereinsmitglieder müssen sich nur noch um die WC- und Spülwägen und die Musik kümmern, erklärt der Vorsitzende. Wenn es dann so weit ist und der Maibaum in die Dorfmitte gehievt wird, bleibt kaum ein Pollinger unbeteiligt. „Bei uns hilft das ganze Dorf mit – von jung bis alt.“

Freilich haben auch die Ettinger Trachtler eine Taktik, um einen eventuellen Diebstahl ihres Baums zu verhindern. „Wir schalgen den Baum erst drei Tage vorher“, sagt Morgenroth. Eine Maibaumwache ist also nur zwei Nächte lang nötig. Das minimiert die Gefahr eines Diebstahls automatisch – und für die kurze Zeit ließen sich mehr Freiwillige zur Wache finden. Weil der Baum erst kurz zuvor aus dem Wald geholt wird, bleibt er übrigens nahezu in natura. „Bemalen tun wir unseren Baum nicht.“

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