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Mal klassisch zeigten sich die Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule Schongau bei den beiden ausverkauften Ballettabenden im Modeon in Marktoberdorf

Tanzshow der Schongauer Ballettschule im Modeon

Wenn Putzfrauen die Bühne rocken

Mit einer großartigen Tanzshow hat das Ensemble der Schongauer Ballettschule das Publikum in Atem gehalten. Zum 21. Mal hatten Gitti Frommhold-Horber und Karl Horber ins Modeon nach Marktoberdorf geladen, wo klassisches Ensemble und die Jazz Company, Anfänger wie Profis, ihr Können zeigten.

Schongau/Marktoberdorf – Kunst oder Krempel – manchmal ist der Unterschied nur minimal. „Kunst oder Krempel – wertvoll oder eher wertlos?“: Unter diesem Motto stand der 21. Ballettabend der Ballettschule Schongau. Nach annähernd drei Stunden, in denen das Ensemble die Bühne im wahrsten Sinne rockte, musste man sagen: Das ist wirklich Kunst.

Der Auftakt gehörte wie immer den jüngsten, den Anfängern. Liebenswert anzusehen, wie sie im Tütü über die Bühne schwebend die ersten Schritte auf den Brettern, die für manche die Welt bedeuten, zeigten. Live begleitet von Michael Kurschatke am Klavier. Die ersten beiden von über 30 Auftritten, in denen sich Musik und Tanz zu einem Kunstwerk mischten.

Viele kleine Kunstwerke waren zu sehen

Rund drei Dutzend kleine Kunstwerke, die sich um je ein Thema drehten: das Outfit von Beyonce, ein Spazierstock, Spieluhren, Gärten, aber auch abstrakte Begriffe wie die Liebe, der Jugendstil oder Persönlichkeiten wie der Graffiti-Sprayer Banksy, Stradivari und (die Farbe) Pink und ihr Werk.

Entsprechend standen die Tänzerinnen und Tänzer im klassischen Outfit auf der Bühne oder waren angezogen wie eine Streetgang, bewegten sich zu den Klängen von Dave Brubecks „Take Five“ oder tanzten den Sirtaki (Sorbas‘ Dance) in der Interpretation des modernen Teufelsgeigers David Garrett.

Viele Monate Vorbereitung für die Tänzer

Es bedarf sicherlich vieler Monate der Vorbereitung, ehe ein neues Stück, ein neuer Auftritt, einstudiert ist. Während auf der Bühne vielleicht 20 oder 25 Tänzer als Putzfrauen und Saubermänner über die Bühne wirbeln nach dem Motto „Die Waschmaschine frisst die Socken, lasst uns die Bühne rocken“. Oder knapp drei Dutzend Figuren, die eine Hälfte weiß, die andere schwarz gewandet „Schach spielen“, sind um die 80 Mitwirkende und Helfer hinter den Kulissen bei der Arbeit. Denn so viele braucht es, neben den Tanzlehrern und Choreografen, damit immer das passende Outfit parat liegt und die Frisuren zum Musikstück passen.

Herbert Groß, der durch den Abend im Modeon führte, verriet allerdings nicht, wie lange es dauert, bis aus einer Idee die komplette Choreografie erarbeitet ist, die es dann einzustudieren gilt.

Dass es aber viele Tanzschritte und Bewegungen sind, die die Tänzer einüben müssen, wird spätestens dann klar, wenn man die dichte Abfolge der Auftritte sieht. Denn bei denen bleibt gerade einmal genug Zeit, um sich umzuziehen und dann, natürlich mit einem Lächeln auf den Lippen, wieder auf der Bühne zu stehen.

Die Lehrer der Ballettschule haben ganze Arbeit geleistet

Wobei neben Groß auch die anderen Lehrer der Ballettschule Schule, Anne Blackwell, Gitti Frommhold-Horber und Inga Raab ganze Arbeit geleistet haben. So sahen die Zuschauer auf der Bühne des Modeon auch liebenswert Unterwasserwesen, Krabben und Seesterne in liebevoll zurechtgemachten Kostümen, kleine Gärtnerinnen mit ihren Gießkannen oder Ballerinas, die zu bunten Blüten in prämierten Gärten werden, die eigentlich dem Zeitgeist folgend, eher schlicht und kahl, vor allem einfarbig sind.

In den vergangenen Jahren konnten die Besucher bei den Ballettabenden immer wieder neue Choreografien erleben. Denn zu jedem Ballettabend gibt es ein neues Motto, zu dem die neuen Auftritte thematisch passen. Und jedes Mal überbietet sich das Publikum auch mit Begeisterung und Beifall.

Dabei geht es natürlich um den eigenen Nachwuchs, der sein Können zeigt, vor allem aber geht es darum, in welchem Kontext dieses Können gezeigt wird: Von Mal zu Mal eine Steigerung des Anspruchs an die Tänzer, die an zwei Abenden das Modeon wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt haben.

Oliver Sommer


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