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Markus Keller nun neuer Grünen-Stadtrat in Schongau

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Von: Elke Robert

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Feierliche Szenen bei der Vereidigung des neuen Grünen-Stadtrats Markus Keller durch Bürgermeister Falk Sluyterman im Jakob-Pfeiffer-Haus. 
Feierliche Szenen bei der Vereidigung des neuen Grünen-Stadtrats Markus Keller durch Bürgermeister Falk Sluyterman im Jakob-Pfeiffer-Haus.  © Herold

Erneuter Stabwechsel im Schongauer Stadtrat: Janaina Subiabre Haseitl von den Grünen legte ihr Mandat nieder, weil sie von Schongau nach Freiburg zieht. Für sie ist Markus Keller in den Stadtrat nachgerückt.

Schongau – In der ersten Sitzung des Schongauer Stadtrates in diesem Jahr bedauerte Bürgermeister Falk Sluyterman den Schritt von Janaina Subiabre Haseitl, die sich bei ihren Stadtratskollegen mit sehr herzlichen Worten für die gute Zeit bedankte. Sie sei toll aufgenommen worden in der Fraktion der Grünen. Ihr Dank ging auch an Daniela Puzzovio (ALS). Gemeinsam habe man viele Projekte angehen können, um die Stadt Schongau zu beleben.

„Ich durfte ganz viele Erfahrungen mitnehmen“, so Subiabre Haseitl, die etwa das Projekt „Gassenverschönerung“ aufzählte oder auch die „Offene Bühne“ Schongaus ansprach, was nach der Winterpause auch weiterlaufen soll (wir berichteten im Vorfeld). „Ich war dankbar für die Chance.“

Sie hat Wort gehalten und etwas für die jungen Schongauer getan

Auch Bettina Buresch bedankte sich bei der scheidenden Stadträtin: „Ich war sehr beeindruckt, wie Du Dich eingebracht hast“, so die Grünen-Fraktionsvorsitzende. „Du hast Wort gehalten, etwas für die Jungen zu tun.“ Auch sei es nicht leicht, die Hemmschwelle zu überwinden und öffentlich das Wort zu ergreifen. Janaina Subiabre Haseitl habe sich jedoch schnell eingelebt. Auch wenn sie das Ausscheiden der „jüngsten Stadträtin aller Zeiten“ bedauere: „Wenn man jung ist, gehen die Wege in verschiedene Richtungen, da sollten wir nicht im Wege stehen“, meinte Buresch.

Abschied aus dem Gremium: Janaina Subiabre Haseitl mit ihrer Mutter Christl.
Abschied aus dem Gremium: Janaina Subiabre Haseitl mit ihrer Mutter Christl. © Herold

Rückblick: Im März 2020 war Janaina Subiabre Haseitl, damals 23 Jahre alt, gemeinsam mit ihrer Schwester Teresa (25 Jahre alt) für die Grünen ins Stadtratsgremium gewählt worden. Teresa schied bereits im September vergangenen Jahres aus – aus persönlichen Gründen. Damals war Esra Böse nachgerückt.

Diesmal wäre der Listennachfolger in den Reihen der Schongauer Grünen Mario Albrecht gewesen. Der wohnt aber nicht mehr in Schongau. Daher übernimmt den Platz der jüngeren Schwester nun Markus Keller.

Ein Pärchen im Stadtrat

„Es ist das erste Mal, dass ein Pärchen im Stadtrat sitzt“, sagte der Schongauer Bürgermeister nach der feierlichen Vereidigung Kellers. Dem langjährigen Lebensgefährten von Grünen-Stadträtin Bettina Buresch – das Paar hat gemeinsam drei bereits erwachsene Söhne – ist die Kommunalpolitik in Schongau alles andere als fremd, engagiert er sich doch bereits seit 15 Jahren für die Alternative Liste (ALS) und für die Grünen in Schongau.

„Eine lange Einarbeitung werde ich wohl nicht brauchen, ich bin schon lange in der Thematik drin“, schmunzelt der 61-Jährige im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. Die öffentlichen Themen würden immer in den Fraktionssitzungen diskutiert – „jetzt kann ich selbst sagen, was sonst die anderen tun“.

Vielfältig aktiv

Im Jahr 1999 ist das Paar Buresch/Keller von München nach Schongau gezogen – der Kinder wegen. Mehr und mehr engagierte sich Keller in Schongau und in der Politik, war zeitweise Kassier bei der ALS und ist nun Beisitzer bei den Grünen, leitet seit acht Jahren die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) und ist seit vier Jahren Schatzmeister in der BN-Kreisgruppe.

Der gebürtige Schweinfurter will sich vor allem um die Entwicklung Schongaus kümmern: „In welche Richtung gehen wir, wie wollen wir wohnen, wie soll der öffentliche Nahverkehr aussehen?“ Das sind Fragen, die zum großen gesamten Thema gehörten, wie sich die Stadt fit machen könne für die Zukunft.

Jugendliche auch außerhalb der Vereine erreichen

„Ich wünsche mir, dass Schongau keine Schlafstadt wird, aus der man nur noch auspendelt, wie es bei einigen Orten rund um München ist, sondern als eigene Stadt erhalten bleibt, als toller Raum zum Leben.“

Auch Keller bedauerte das Ausscheiden der zweiten jungen Stadträtin, „das kann ich nicht ersetzen“. Die Neuwähler hätten ganz andere Interessen, auch gebe es manchmal Konflikte mit älteren Erwachsenen. Janaina Subiabre Haseitl habe sich immer sehr bemüht, dagegenzuhalten, zu vermitteln. „Man muss darüber reden, aber es auch nicht dramatisieren. Die Stimmen derer, die klagen, werden mehr, die, die es betrifft, immer weniger“, so seine Befürchtung.

Umgänglichen Stil leben und so mehr erreichen

Gerade Jugendliche außerhalb des Vereinslebens seien schwer zu erreichen, das funktioniere nicht einmal über die Schulen, wie sich jüngst beim Versuch gezeigt habe, einen Jugendbeirat in der Lechstadt zu wählen.

Was Keller ebenso wichtig ist: „Gegen den Trend zu arbeiten, dass die Politik durch die Corona-Politik in Verruf gerät.“ Der Stil der Kommunalpolitik in Schongau sei im Gegensatz dazu umgänglicher geworden. „Die Leute nehmen wahr, dass es konstruktiver wird. Meckerer gibt es immer, aber es ist wichtig, dass man einen umgänglichen Stil lebt, dann kann man vor Ort viel erreichen.“

Der neue Stadtrat Markus Keller übernimmt auch alle Ämter seiner Vorgängerin. So ist er ständiges Mitglied im Stiftungsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss sowie erster Stellvertreter im Finanzausschuss, im Kuratorium Jugendzentrum und als Seniorenreferent.

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