+
Gehen getrennte Wege: Festwirt Max Diegruber (links) und Volksfest-Organisator Ronny Grubart (rechts).

Unstimmigkeiten in Schongau

Zusammenarbeit beendet: Neuer Wirt für Volksfest muss her

Das Schongauer Volksfest bekommt einen neuen Festwirt. Organisator Ronny Grubart und der bisherige Festwirt Max Diegruber haben ihre Zusammenarbeit aufgrund von Unstimmigkeiten beendet.

Schongau – Eigentlich hätte er die Kooperation mit Festwirt Max Diegruber auch beim diesjährigen Schongauer Volksfest gerne fortgeführt, erzählt Organisator Ronny Grubart. Zwar gab es einige Punkte, die aus seiner Sicht noch nicht gepasst hätten, trotzdem wollte er Diegruber noch eine Chance geben. „Im Herbst hatten wir ein längeres Gespräch, bei dem ich die mündliche Zusage von Diegruber bekam. Dann hat er mich aber lange hingehalten und Anfang Januar schließlich mit einer kurzen E-mail abgesagt“, erzählt Grubart.

Anfangs sei er enttäuscht gewesen. „Im Endeffekt bin ich aber froh, dass wir die Zusammenarbeit beendet haben.“ Dieses Jahr konnte er einen erfahrenen Festwirt aus Franken für das Schongauer Volksfest gewinnen und ist sich sicher, dass eine Aufwertung zu erwarten ist. Das Zelt wird laut Grubart „etwas größer als die letzten Jahre“ und außerdem schön dekoriert.

Im Jahr 2016 war Diegruber, der ein Jahr vorher die Wirtschaft Blaue Traube in der Schongauer Altstadt übernommen hatte, erstmals als Festwirt am Schongauer Volksfest beteiligt. „Obwohl er kein Profi ist, habe ich ihm diese Aufgabe gerne übertragen, weil ich jemanden aus der Region haben wollte“, sagt Grubart. Auch im Jahr 2017 übernahm Diegruber die Festzeltbewirtung. „Man hat in den letzten Jahren gesehen, dass Potenzial da ist und sich das Volksfest gut entwickelt“, meint Grubart.

Allerdings gab es „mehrere Kleinigkeiten, die nicht gepasst haben“. Diese hätten nun dazu geführt, dass die Zusammenarbeit beendet wurde. So hätte Grubart zum Beispiel gern mehr Deko und eine Beleuchtung für den Biergarten gehabt. Auch die Räumung des Bierzelts verlief nicht so reibungslos, wie er sich das gewünscht hätte. Zudem hätte es bei einigen Programmpunkten im Festzelt Probleme gegeben. So habe es Diegruber verpasst, ein Mikrofon für einen Auftritt des Kindernests beim Seniorennachmittag zu organisieren, obwohl das vorher so abgesprochen war. Den Auftritt einer Tanzgruppe habe Diegruber sogar ganz abgesagt, ärgert sich Grubart. Für ihn sind die „abwechslungsreichen Programmpunkte von Institutionen, Vereinen und Privatpersonen aus der Region extrem wichtig und machen den Charakter des Schongauer Volksfestes aus“. Auch in Zukunft möchte Grubart deshalb auf diese Programmpunkte setzen.

Dass es Unstimmigkeiten gab, bestätigt auch der bisherige Festwirt Max Diegruber. „Unter den Voraussetzungen haben wir einfach nicht mehr zusammengefunden, deshalb habe ich die Zusammenarbeit beendet.“ Diegruber kritisiert, dass Grubart zu genaue Vorstellungen hatte, die er auch nur so umsetzten wollte. Diegruber hätte als Festwirt so nur wenig Spielraum gehabt. „Wir wollten uns aber sehr gerne selbst miteinbringen und haben auch viele Vorschläge gemacht. Diese wurden von Grubart aber alle abgeblockt, er war da nicht offen für etwas anderes.“ Dass Grubart zwar unbedingt einen Wirt aus Schongau wollte, der die Leute kennt, dann aber nicht auf Ideen eingehe, findet Diegruber schade.

Sie seien Grubart viel entgegengekommen, meint Diegruber, letztendlich sei aber der Punkt erreicht gewesen, an dem eine Fortführung der Kooperation nicht mehr in Frage gekommen sei. „Die Zusammenarbeit hat nicht funktioniert. Wir konzentrieren uns jetzt lieber auf eigene Projekte und stecken unsere Energie da rein.“

Dass die Absage zu kurzfristig kam, findet Diegruber nicht. Schließlich habe Grubart nun noch mehrere Monate und damit ausreichend Zeit, das Volksfest mit einem neuen Festwirt zu planen. Ob die Zusammenarbeit mit diesem besser funktioniere, bleibe aber abzuwarten, zeigt sich Diegruber skeptisch.

Das Schongauer Volksfest findet heuer vom 6. bis 10. September statt. Das Programm ist in Planung. Tagsüber soll zukünftig mehr geboten sein. Als Attraktion wird es dieses Jahr erstmals ein Riesenrad geben, weiß Ronny Grubart. Das Volksfest soll weiterhin ein Fest für Familien sein, aber verstärkt auch für die Jugend attraktiver werden, verspricht Grubart. Zum Beispiel biete der neue Festwirt erstmals eine Almbar an.

von Elena Siegl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kirschblüten-Dreh, die zweite
Regisseurin Doris Dörrie arbeitet gerade an der Fortsetzung ihres hochgelobten Films „Kirschblüten Hanami“ – und zwar überall im Schongauer Land. „Dämonen zum Tee“ soll …
Kirschblüten-Dreh, die zweite
Bauamt schlägt vor: Bei Unfall nur halbseitig sperren
Schongau – Nach dem Stau-Desaster am Samstag wird der Ärger über die Kanalbrücken-Baustelle zwischen Schongau und Peiting immer größer – sofern das möglich ist. Jetzt …
Bauamt schlägt vor: Bei Unfall nur halbseitig sperren
Einmal so richtig auf die Pauke hauen
„Welches Instrument passt zu mir?“, war die große Frage am Samstagvormittag in der Alfons-Peter-Grundschule. Die Peitinger Musiklehrer hatten zum Schnuppertag geladen. …
Einmal so richtig auf die Pauke hauen
Wegen Niesattacke: Autofahrer rammt Rollerfahrer und verletzt ihn schwer
Weil er durch eine Niesattacke abgelenkt war, hat ein Schongauer Autofahrer (53) am Montagmittag an der UPM-Kreuzung einen schweren Unfall verursacht. Ein Peitinger …
Wegen Niesattacke: Autofahrer rammt Rollerfahrer und verletzt ihn schwer

Kommentare