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„Da ist ein Defi stationiert“, sagt Rettungssanitäterin Renate Schweiger und deutet auf das grüne Hinweisschild an der Raiffeisenbank in der Münzstraße in Schongau hin.

Mehr Hinweisschilder notwendig

Wie finde ich den nächsten Defi?

In Stadt und Land gibt es schon die lebensrettenden Defibrillatoren. Mancherorts sind sie rund um die Uhr zugänglich. Aber im Notfall weiß auf die Schnelle kaum jemand, wo der nächste Defi stationiert ist. Deshalb wird der Ruf nach Hinweisschildern auf allen öffentlichen Plätzen lauter.

Schongau – „Im Ernstfall zählt jede Minute“, weiß Renate Schweiger. Die gelernte Arzthelferin ist seit fast 20 Jahren als ehrenamtliche Rettungssanitäterin aktiv und zugleich Ausbilderin beim Roten Kreuz. „Mittlerweile ist der Defibrillator ein fester Bestandteil eines jeden Erste-Hilfe-Kurses“, berichtet Schweiger, die sich auch „Defi-Instruktorin“ nennt.

Es gibt bereits Studien, die belegen, dass bei 2800 Reanimationen von bewusstlosen Menschen 450 Mal ein Defibrillator angewendet worden ist. „Dies unterstreicht die Bedeutung, die dieser kleine handliche Kasten haben kann“, ergänzt Renate Schweiger. Sie begrüßt es ausdrücklich, dass in den vergangen Jahren das Netz der Defibrillatoren kontinuierlich ausgebaut worden ist – auch dank Sponsoren, wie z.B. der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel. In ihrem Filialgebäude in der Münzstraße 29 in Schongau ist so ein lebensrettendes Gerät stationiert. Das kleine Hinweisschild an der Außenfassade – in drei Meter Höhe angebracht, mit grünem Blitz auf weißem Herzen – kann aber leicht übersehen werden. „Umso wichtiger ist es, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen“, rät Renate Schweiger.

Aber wie weiß zum Beispiel ein Ortsfremder, in welchem Gebäude ein Defibrillator stationiert ist? „Es gibt im Internet eine Defi-App, die kostenlos heruntergeladen werden kann“, klärt die Peitinger Rettungssanitäterin auf. Wenn dann noch der Ort, z.B. Schongau, eingegeben wird, kann man einen Einblick in die Standorte von Defibrillatoren bekommen – sofern der Ortungsdienst aktiviert ist.

Wer kein Handy mit Defi-App griffbereit hat, tut sich als Ortsunkundiger oft schwer. „Deshalb wäre es sinnvoll, wenn auf allen öffentlichen Plätzen ein Info-Pfeil über den nächsten Defi-Standort aufklärt“, schlägt Renate Schweiger vor. Wichtig sei es in jedem Fall, den Notruf 112 zu wählen und mit einer Druckmassage (mit dem Handballen) zu beginnen. „Denn ohne Druckmassage bringt der Defi-Kasten nichts“, kann jeder erfahrene Rettungssanitäter bestätigen.

Auch das Anbringen der Elektroden beim Einsatz des Defi sollte beherrscht werden: Die eine Elektrode rechts oben am Brustkörper unterhalb des Schlüsselbeins, die andere seitlich unter dem Rippenbogen.

Die Bedienung eines Defibrillators sollte gemäß Anleitung erfolgen. In der Regel muss ein Einschaltknopf gedrückt werden. Das Gerät gibt Sprachanweisungen, die zu befolgen sind. Wichtig ist dabei, die beiden Klebeelektroden auf dem trockenen und entblößten Brustkorb anzudrücken. Die richtige Position ist auf den einzelnen Elektroden zu erkennen. Sollten man Unterstützung bei der Reanimation benötigen, helfen die Disponenten der Rettungsleitstelle (Telefonnummer 112). Sie führen solange per Telefon Schritt für Schritt durch die nötigen Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Im Ernstfall immer griffbereit ist der Defibrillator z.B. in der OMV-Tankstelle in Schongau-West – täglich rund um die Uhr und dies das ganze Jahr über. „Bei uns ist immer jemand da, unsere Mitarbeiter können gleichzeitig einen Notruf absetzen, sollte der Defi benötigt werden“, sagt Lisa Stegmeir von der OMV-Tankstelle.

Von Michael Gretschmann

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