Die Bayernbund-Vorsitzenden Max Bertl (li.) und Fritz Lutzenberger mit der Paläontologin Professor Madelaine Böhme.
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Die Bayernbund-Vorsitzenden Max Bertl (li.) und Fritz Lutzenberger mit der Paläontologin Professor Madelaine Böhme.

Paläontologin berichtet beim Bayernbund von Ausgrabungsergebnissen

Menschenaffen im Allgäu

Das Allgäu als Lebensraum von Schnappschildkröten, Pandabären, Elefanten und Menschenaffen: Schier unglaublich, aber dennoch wahr – allerdings vor zwölf Millionen Jahren. Darüber berichtete die Tübinger Professorin Madelaine Böhme in einem Vortrag beim Bayernbund.

Landkreis – Darin konnte die Paläontologin durch Fossilienfunde belegen, dass es bereits vor zwölf Millionen Jahren im Allgäu Menschenaffen gegeben hat, die durch ihren aufrechten Gang als Vorfahren in der Entwicklungslinie der Menschen gelten können.

Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass die Wurzeln der Menschheit in Afrika liegen und von dort vor sieben Millionen Jahren eine Wanderungsbewegung über den Globus eingesetzt hat. Jetzt konnte die Professorin durch eindeutige Funde von Brustwirbeln und anderen Knochen nachweisen, dass es bereits viel früher in der damaligen Warmphase im Allgäu Menschenaffen gegeben hat.

Der „Danuvius guggenmosi“, benannt nach dem Hobby-Archäologen Sigulf Guggenmos, unterscheidet sich gravierend zum Beispiel von Schimpansen und stellt die bisherigen Theorien zur Evolution des zweibeinigen Ganges auf den Kopf.

Aktuell gibt es im alten Feuerwehrhaus in Pforzen zwei Ausstellungen zu dem Thema „Auf den Spuren der Urmenschen & Die Grabungen in der Hammerschmiede“. Die Wanderausstellung ist noch bis zum 22. November in Pforzen zu sehen, jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr, freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags/sonntags von 10 bis 17 Uhr. Besuchergruppen sollten sich anmelden (08346/560 oder j.freunding@live.de. Später wird die Wanderausstellung noch in anderen Orten im Landkreis Ostallgäu gezeigt.

Im Anschluss an den historischen Vortrag trafen sich die Teilnehmer noch in der Pfarrkirche von Irsee. Dort erläuterte ihnen Pfarrer Helmut Ennemoser eine Besonderheit, die wohl niemand in Bayern erwarten würde: eine ausdrucksstarke maritime Kanzel.  

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