In einem teils desolaten Zustand sind die Blöcke Im Tal 8 bis 12. Diese 18 Wohnungen will die Stadt Schongau nun endlich sanieren.
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In einem teils desolaten Zustand sind die Blöcke Im Tal 8 bis 12. Diese 18 Wohnungen will die Stadt Schongau nun endlich sanieren.

Häuser in desolatem Zustand

„Lebensbedingungen sind menschenunwürdig“: Bald Sanierungsstart im Schongauer Tal?

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Nun also doch: Der nächste Block Im Tal soll saniert werden. Die Häuser 8 bis 12 sind in einem äußerst desolaten Zustand. Außerdem soll untersucht werden, ob man zusätzlichen Wohnraum schaffen kann.

Schongau – 1,3 Millionen Euro sind im kommenden Jahr für die Generalsanierung der drei Häuserblöcke Im Tal 8 bis 12 im Haushalt eingestellt. Dies ist aber nur grob geschätzt, denn konkrete Planungen gibt es bisher für die 18 Wohnungen noch nicht. Man habe sich orientiert an der Summe, die die ersten drei Blöcke gekostet hätten, saniert 2012 bis 2014, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Damals standen 1,36 Millionen Euro im Raum. „Das ist jetzt eine Blaupause, bei einer Kostenschätzung wird sich dies konkretisieren“, so Dietrich.

Begonnen werden kann mit den Voruntersuchungen sofort, für diese Kosten stehen Haushaltsreste zur Verfügung. Im Rahmen des Wohnraumförderprogramms gibt es bis Ende 2023 einen Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Baukosten und außerdem zinsgünstige Darlehen. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, werden Neubauten gefördert, Änderungen oder Erweiterung von Gebäuden sowie die Modernisierung von Mietwohnungen unterstützt. Deshalb solle gleichzeitig eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, die die Möglichkeit einer Erweiterung der Wohnblöcke untersucht, lautete der Vorschlag der Verwaltung in der jüngsten Stadtratssitzung.

Schongauer Stadtrat diskutiert über Häuser im Tal: „Unglaublich, wie Menschen dort leben müssen“

Die Häuser Im Tal 8 bis 12 aus Anfang der 60er Jahre sind mehr als nur ein bisschen sanierungsbedürftig. Von der Fassade über Fenster, Türen, Böden bis zur Heizung, den Wasserleitungen und den Bädern – alles ist seit langem überfällig. „Die Lebensbedingungen in diesen Häusern sind zum Teil sehr menschenunwürdig“, formulierte es Dr. Jiri Faltis (CSU). Dieses Thema jetzt anzugehen, sei genau richtig. Auch Bettina Buresch (Grüne) betonte, wie wichtig es sei, jetzt endlich die Situation Im Tal zu verbessern. „Ich habe mir selbst ein Bild gemacht, es ist unglaublich, wie Menschen dort leben müssen.“ Die Stadträtin regte aber auch an, bei einer möglichen Nachverdichtung unbedingt darauf zu achten, den Bewohnern nicht ihre Grünflächen wegnehmen. „Die Leute nutzen sie und brauchen sie, das würde nur soziale Konflikte fördern“, gab Buresch zu bedenken. Vielleicht könne man Garagen überbauen oder zusätzlich das Dachgeschoss nutzen. Die Überplanung von Stellplätzen sei durchaus ein Thema, so Dietrich auf Nachfrage. Wenn man Wohnungen über die Parkflächen baue, könne dieser Riegel den Hof von der Straße abgrenzen. Eine Erweiterung hätte in den Augen des Stadtbaumeisters noch andere Vorteile: Könnte man etwa einen Lift einbauen, würde dies auch den Altbestand der Wohnungen barrierefrei zugänglich machen.

Michael Eberle (CSU) verwies in der Sitzung darauf, dass die Sanierung der städtischen Wohnungen schon mehrfach geschoben worden sei, befürchtete aber, dass die Machbarkeitsstudie das Vorhaben aufhalten könnte. Um eine Verzögerung zu vermeiden, regte er an, die Beschlussvorlage zu ändern. Man solle die Generalsanierung doch sofort in Angriff nehmen, dann die Machbarkeitsstudie angehen. Die Gefahr einer Verzögerung sah der Stadtbaumeister nicht, im Gegenteil. Er verwies darauf, dass die beiden Schritte Sanierungsplanung und Machbarkeitsstudie unbedingt parallel laufen müssten. „Die Machbarkeitsstudie wird positive Effekte bringen“, ist Dietrich überzeugt.

Für Obdachlose soll alternative Lösung gefunden werden

Worauf der Stadtbaumeister auch verwies: Für die Obdachlosen, die im ersten Aufgang untergebracht sind, solle eine alternative Lösung gesucht werden, entweder im Umfeld oder auf einem geeigneten Grundstück im Stadtgebiet. Friedrich Zeller forderte, bei Obdachlosenwohnungen dezentraler zu denken. „Daran ist es nämlich schon oft gescheitert.“

Schongau: Generalsanierung der Häuser im Tal ab Herbst 2021?

Auf Nachfrage hieß es im Stadtbauamt, dass die Räumlichkeiten in diesem Bereich derzeit teilweise unbewohnt seien. Ein größerer Wasserschaden sei zwar behoben worden, aber nur provisorisch. „Eventuell könnte dort mit den Arbeiten begonnen werden“, so Dietrich. Er rechnet damit, dass im Herbst 2021 die Generalsanierung starten, der Großteil der Arbeiten dann 2022 über die Bühne gehen könnte.

Der Vorschlag, die Fachplanerleistungen nun anzugehen mit parallel laufender Untersuchung der Nachverdichtung wurde mit 14:7 Stimmen angenommen.

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