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Vier bis fünf Mal pro Stunde sperrt ein Bahn-Mitarbeiter den Übergang vor dem Werksgelände von UPM ab.

Nach Unfall bei UPM

Menschliche Schranke am Bahnübergang

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Nach dem zweiten Unfall am UPM-Bahnübergang innerhalb von vier Monaten sind die Forderungen der Stadt Schongau klar: Jetzt muss gehandelt werden. Schon gestern fanden Gespräche statt, ob eine Schranke am Werksgelände sinnvoll ist, aber auch an den beiden Bahnübergängen ein paar Meter weiter. Die nächsten Monate wird der UPM-Übergang per Hand gesichert.

SchongauVerkehr anhalten, große Warndreiecke auf beiden Seiten des Bahngleises aufstellen, Sicherheitsketten von Andreaskreuz zu Andreaskreuz anbringen, dem Triebwagen Signal geben, nach Durchfahrt des Regionalzuges den Bahnübergang wieder aufmachen, den Verkehr durchwinken. Seit Freigabe des Zugverkehrs am Dienstagmittag nach dem Unfall haben Mitarbeiter der Deutschen Bahn alle Hände voll zu tun.

Denn der Lkw war bei der morgendlichen Kollision mit dem Triebwagen nach rechts von der Straße geschoben worden und hatte dort ein Schalterhäuschen gerammt. Nicht nur die Signalanlage ist seitdem defekt, die gesamte Kommunikationstechnik an dieser Stelle ist betroffen. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen könnte es Monate dauern, bis die Technik neu verlegt ist, heißt es von den Facharbeitern an der Baustelle. Eine seriöse Zeitangabe darüber zu machen, sei derzeit nicht möglich, so eine Bahnmitarbeiterin.

Bis ein neues Trafohaus gebaut ist, wechseln sich zwei Mitarbeiter am Bahnübergang ab und sichern diesen zunächst per Hand – vier- bis fünfmal pro Stunde. Geplant ist, dort baldmöglichst eine mobile Gleissicherungsanlage – mit Schranke – aufzustellen. Aber auch diese funktioniert nicht automatisch, muss also per Knopfdruck bedient werden.

Bis die Technik am Bahnübergang wieder funktioniert, kann viel Zeit verstreichen, das Trafohaus ist zerstört.

„Es sagt jeder, dass sich etwas ändern muss“, so ein Bahn-Mitarbeiter, der überrascht ist, wie viele Lkw dort stündlich zum UPM-Gelände fahren bzw. dieses verlassen. Welche Maßnahmen nun ergriffen werden könnten und sollten, müsse bei einer Verkehrsschau geklärt werden, so die Deutsche Bahn AG auf Anfrage. Bürgermeister Falk Sluyterman betonte bereits am Dienstagabend im Stadtrat, das große Ziel müsse sein, alle Bahnübergänge in diesem Bereich zu beschranken. Dies zum einen wegen der Sicherheit, aber auch, um den Verkehrsfluss in der Lechstadt zu beschleunigen und auch, um den Bahnverkehr zwischen Schongau und Weilheim zu beschleunigen. Denn die Rotphase am unbeschrankten Bahnübergang ist länger als an einem beschrankten. Auch können Züge den Bahnhof mit höherem Tempo verlassen, wenn der Bahnübergang eine Schranke hat.

Über ein weiteres, eventuell auch gemeinsames Vorgehen wollte man sich bei einem ersten Treffen gestern am späten Nachmittag besprechen. Teilnehmen wollten nicht nur die Stadt Schongau mit Bauamt, sondern auch Vertreter von Polizei und Feuerwehr sowie der Firma UPM. Über eine Kostenbeteiligung der Stadt Schongau müsse man sprechen, so Sluyterman. Voraussichtlich kämen rund ein Drittel der Gesamtkosten auf die Stadt zu. Im Stadtrat hatte er auf Anfrage von Tobias Kalbitzer betont: „Das sollte uns die Sicherheit wert sein.“

Ein Rückstau an den unbeschrankten Bahnübergängen in Schongau ist Alltag – die Stadt wünscht sich Lösungen.

Einen Unfallschwerpunkt sieht Herbert Kiegweg, Chef der Polizei Schongau, weder am Bahnübergang bei UPM noch an den beiden weiteren im Kreuzungsbereich Peitinger Straße und Bahnhofstraße. „Keiner der Kollegen kann sich dort an Unfälle in den vergangenen 30 oder sogar 40 Jahren erinnern“, hat sich Kieweg in der Dienststelle umgehört. Gemeinsam wolle man nun bei einer ersten Besprechung abklären, was machbar sei, welche Möglichkeiten es gibt, zumal die Unfälle von beiden Richtungen des Bahnübergangs aus geschehen seien. Der Lkw-Fahrer im September war in Richtung Werksgelände gefahren, der Sattelzug am Dienstag fuhr von UPM Richtung Peitinger Straße. Kiegweg: „Gott sei Dank ist das glimpflich abgegangen.“

Werksleiter Wolfgang Ohnesorg machte nochmals deutlich, dass es nicht der Bahnübergang von UPM sei, aber selbstverständlich sei der Bahnübergang ein Thema. Wie auch die Arbeitssicherheit am Werksgelände und auf dem Weg zu UPM. Zwar seien beide Unfälle wegen Missachtung der Verkehrszeichen geschehen. Aber man habe sich Gedanken gemacht und wolle Lkw-Fahrer nun speziell unterweisen. 

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