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Nichts geht mehr: Die Kutsche hatte sich am Ende der Alten Steige am Schongauer Krankenhausberg völlig verkeilt.  

Kurioser Feuerwehr-Einsatz

Was macht die Kutsche auf dem Radweg?

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Ungewöhnlicher Einsatz für die Schongauer Feuerwehr: Sie musste am Mittwochvormittag eine Kutsche befreien, die sich festgefahren hatte. „Das hatten wir auch noch nie. Man erlebt einfach immer etwas Neues“, sagte Kommandant Werner Berchtold schmunzelnd.

Schongau – Der Kutscher aus Frankfurt war mit seinem Einspänner auf Deutschland-Tour. Zuletzt hatte er Garmisch-Partenkirchen besucht, die Nacht zu Mittwoch hatte er in Peiting verbracht – in seinem Gefährt, das ihm quasi als Wohnmobil dient. Doch sein Kartenmaterial war offenbar nicht das Beste. Denn von Peiting aus Richtung Norden wollte er die Alte Steige nehmen, den schmalen und steilen Fuß- und Radweg neben dem Krankenhausberg. Prompt verkeilte sich der Wagen am oberen Ende, es ging weder vor noch zurück.

Unter vereinten Kräften zogen und schoben die Schongauer Feuerwehrler den Einspänner wieder frei. Rechts das ausgespannte Kaltblut mit Pferdeflüsterin Yvonne Voigt.

Der Kutscher spannte sein Pferd aus, damit es nicht durchgeht, und blickt ratlos drein, als die Rettung auf zwei Rädern nahte. Yvonne Voigt, Wirtschaftsförderin der Stadt Schongau und auf dem Weg zur Arbeit, erkannte die missliche Lage und bot sofort ihre Hilfe an. „Ich habe selber Pferde und mich um das Kaltblut gekümmert.“ Außerdem riet sie dem Kutscher, er solle bei der Schongauer Feuerwehr um Hilfe bitten.

Die schickte nach der ungewöhnlichen Anfrage erst einmal einen Mitarbeiter raus, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. „Weil klar war, dass die Kutsche alleine nicht mehr flottzumachen ist, haben wir einen kleinen Alarm ausgelöst“, so Berchtold. Die Feuerwehrler legen Bretter unter die Hinterräder, wuchteten die nicht allzu schwere Kutsche etwas zur Seite, damit sie um die Ecke kam, und zogen sie schließlich heraus – unter dem aufmerksamen Blicken des Kaltbluts, das bei Pferdeflüsterin Voigt in guten Händen war.

Der Kutscher bedankte sich vielmals, zeigte sich auch finanziell erkenntlich und machte sich auf den Weiterweg Richtung B 17 – nicht ohne Tipps, wo er am besten langfahren solle. 

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