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So sehen Sie aus, die Heimat-Profis 2017: Maximilian Konstantin, Miriam Schmid und Alessia Qualtieri (v.l.) von der Mittelschule Schongau brüllten die Freude über ihren Sieg beim Wissens-Quiz der Schongauer Nachrichten nur so heraus.

Die SN-Heimatprofis

111 knifflige Fragen und ein Herzschlagfinale

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Miriam Schmid, Maximilian Konstantin und Alessia Qualtieri sind die Heimatprofis 2017. Das Dreierteam aus der 8. Klasse der Mittelschule Schongau hat sich die begehrte Wandertrophäe beim Heimat-Quiz der Schongauer Nachrichten (SN) geholt. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus.

Schongau – Was für ein Finale: Die Schongauer Mittelschüler lagen sich am Mittwochabend im Jakob-Pfeiffer-Haus jubelnd in den Armen, ihre Kollegen aus Peiting gratulierten höflich zum Sieg, aber auch sich selbst zu einem hervorragenden zweiten Platz. Das Duell der beiden achten Klassen war ein nervenaufreibender Krimi, der erst beim Stand von 4:4 mit der alles entscheidenden 111. Frage des Abends zu Ende ging: „Wie heißt der Verein, der auf dem Schongauer Marienplatz einen Aktionstag veranstaltet hat?“, wollte SN-Redaktionsleiter Boris Forstner wissen. Miriam Schmid, Maximilian Konstantin und Alessia Qualtieri wussten es und reagierten schneller als die Peitinger: „Rolliwelten“. Ein fragender Blick, Forstner bejahte, und der Jubel kannte keine Grenzen.

Schongaus Klassenlehrer Thomas Helmer grinste über beide Ohren. Sein Rektor Frank Pfaffenberger hatte den Sieg seiner Schützlinge optimistisch vorhergesagt und schon mal Platz in der Schulvitrine gemacht: für den Wanderpokal, den davor die Achtklässer nicht nur fürs Siegerfoto in die Höhe reckten. Sie sind ein würdiger Nachfolger der Mittelschüler aus Steingaden, die Sieger der ersten Heimat-Profi-Auflage 2016.

Bilder: Mittelschule Schongau siegt im Wissensquiz

Die Fragen, die Boris Forstner bereithielt, hatten es auch heuer in sich. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in den Zuschauerreihen rätselten und murmelten Lehrer und Eltern, währen die Schüler ihre Dreierteams lautstark unterstützten und jede richtige beantwortete Frage bejubelten. Alle hatten sie dem Tag entgegengefiebert.

Da ist der Pokal: (v.l.) Maximilian Konstantin, Miriam Schmid und Alessia Qualtieri von der Mittelschule Schongau. Mit ihnen freut sich Bürgermeister Falk Sluyterman über den Sieg „seiner“ Schule – die Stadt ist Sachaufwandsträge. 

Bekanntlich durften sich die Mädchen und Buben der drei Mittelschulen aus Schongau, Peiting und Steingaden sowie des Welfen-Gymnasiums und der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau vier Wochen lang auf das Wissensquiz vorbereiten. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden studierten die Dreierteams jeden Tag genau die Lokalausgabe der Schongauer Nachrichten. „Ohne unsere Klasse hätten wir es nicht geschafft“, sagte am Ende Miriam Schmid aus dem Schongauer Siegerteam. Jeden Tag wurde zwei Stunden in der Schule gelesen und abgefragt, unzählige Stunden Freizeit investierten die drei zudem vor und nach der Schule in die Lektüre der Heimatzeitung. Das zweite Geheimnis des Erfolgs: „Wir haben immer an uns geglaubt“, so Teamkollegin Alessia Qualtieri.

Ganz knapp gescheitert: Das Team der Mittelschule Peiting.

Ähnlich intensiv waren die Mittelschul-Kollegen aus Peiting ans Werk gegangen: „Wir haben sehr viel geübt und am Ende ein Abschlussquiz gemacht“, verriet Klasslehrer Michael Socher, der mit Rektor Jochen Böhm und Konrektorin Sabine Track im Publikum mitfieberte. „Das sind drei tolle Schüler, sie haben sich super vorbereitet“, freute sich Socher schon beim Halbfinaleinzug von Magdalena Erhard, Kevin Baltot und Magdalena Bertl. In der Vorrunde hatten sich die Peitinger keine Blöße gegeben und neben der Realschule Schongau auch den späteren Sieger aus der Mittelschule Schongau mit 5:3 geschlagen. Unter anderem wussten die Peitinger, was bei einem tödlichen Zugunglück in Weilheim für Aufsehen sorgte (eine Drohne) und was im Mittelzentrum Schongau, Peiting, Altenstadt verbessert werden soll (die Busverbindung).

Die Mittelschul-Kollegen aus Schongau, die im Halbfinale die Achtklässler des Gymnasiums ausgeschaltet hatten, revanchierten sich dann aber im großen Finale, in dem es hin und her ging: Während den Schongauern einfiel, dass jüngst in Bernbeuren ein neuer Feuerwehr-Gerätewagen gesegnet wurde, konterten die Peitinger mit der genauen Rasse-Angabe des Kalbs, das in der Nähe von Steingaden ausgebüchst war (Murnau-Werdenfelser). Und sie wussten auch, dass im Landkreis im vergangenen Jahr weniger Wildschweine geschossen wurden als im Jahr davor.

Die Achtklässler aus Schongau kannten wiederum die Ursache eines tödlichen Arbeitsunfalls in Hohenpeißenberg (ein zersprungenes Kreissägenblatt) und setzten mit der richtigen Antwort auf die Frage „Ab welchem Alter können Senioren in Schongau ihren Führerschein für ein kostenloses Stadtbusticket eintauschen?“ (65) noch eins drauf. Die Peitinger behielten die Nerven und beantworteten die beiden nächsten Fragen richtig, bis Schongau zum finalen Doppel-Schlag ausholte: Erst nannten sie den Namen des Schongauer Papierherstellers (UPM), dann die „Rolliwelten“; der hauchdünne Sieg war perfekt.

In Schongau freut sich jetzt nicht nur der Mittelschul-Rektor über den glänzenden Wanderpokal in der Vitrine, die Gewinnerklasse darf zudem einen Ausflug in die Bavaria-Filmstudios unternehmen: Das ist der Hauptpreis für die Heimatprofis.

Die Peitinger Mittelschüler freuen sich derweil über einen schönen Trostpreis. Sie hatten schon vorher die Abstimmung zum besten Vorstellungs-Video haushoch gewonnen. Dafür gab es 50 Euro. „Damit könnt ihr ein Eis essen gehen oder Bücher kaufen“, schlug SN-Redaktionsleiter Forstner vor. Dem Lachen im Publikum war zu entnehmen, dass sich die Schüler wohl eher für das Eis entscheiden werden. Verdient haben es sich alle allemal!

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