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Mittelschulen im Landkreis: Anmeldezahlen bleiben stabil – „Das ist eine schöne Sache“

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Von: Jennifer Battaglia, Theresa Kuchler

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Die Anmeldungen für die Mittelschulen in der Region bleiben für das kommende Schuljahr konstant oder steigen sogar – so wie hier in Fuchstal an der Johann-Baptist-Baader-Mittelschule.
Die Anmeldungen für die Mittelschulen in der Region bleiben für das kommende Schuljahr konstant oder steigen sogar – so wie hier in Fuchstal an der Johann-Baptist-Baader-Mittelschule. © Hans-Helmut Herold

Während in manchen Landkreisen die Mittelschulen weniger Anmeldungen verzeichnen, lässt sich der Negativtrend für den Raum Weilheim-Schongau nicht bestätigen. Im Gegenteil.

Landkreis – Mancherorts haben die Mittelschulen ganz schön zu kämpfen. Etwa im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen brechen die Anmeldezahlen so weit ein, dass die Schülerzahl nicht mehr für eigene Klassen ausreicht. In Weilheim-Schongau sieht die Lage für dieses Jahr hingegen gut aus.

Eva-Maria Klein leitet die Mittelschule in Fuchstal. Die Zahl der Schüler, die nach der Grundschule zu ihr wechseln, schwankt von Jahr zu Jahr. „Mal sind es mehr, mal weniger. An sich bleiben die Anmeldungen im Moment aber relativ gleich“, sagt sie. Für das kommende Schuljahr 2022/23 gibt es sogar einen leichten Anstieg: Im Herbst wird es drei statt der üblichen zwei 5. Klassen in Fuchstal geben.

Mittelschulen in Weilheim-Schongau: Anmeldezahlen bleiben stabil – anders als im Nachbarlandkreis

So negative Erfahrungen wie andere Mittelschulleiter macht Klein also nicht. „Da bin ich froh“, sagt sie. Die Schulleiterin weiß aber auch, dass viele Eltern ihr Kind lieber auf das Gymnasium oder die Realschule schicken wollen. Das sei eine gesellschaftliche Entwicklung: „Oft sind es gar nicht die Eltern selbst, die den Druck ausüben“, erklärt Klein.

Freilich würden alle einen bestmöglichen Schulabschluss für ihre Sprösslinge wollen. „Das ist ja auch verständlich.“ Allerdings gebe es nun einmal Kinder, die sich in der Mittelschule genau richtig aufgehoben fühlen. Und oft würden die Familien ausblenden, wie viele Möglichkeiten den Mittelschülern nach ihrem Abschluss offen stehen.

„Die Firmen nehmen unsere Schüler total gerne an“, sagt Klein. Immerhin wird an der Mittelschule schon früh Praxiserfahrung vermittelt – etwa durch Praktika oder Projektarbeiten. Vor allem Handwerksbetriebe, die händeringend nach guten Lehrlingen suchen, würden die Absolventen für sich gewinnen wollen. „Wir haben aber auch Schüler, die jetzt eine Ausbildung beim Optiker, im Hotelfach oder dem technischen Bereich beginnen.“

Ausbildung, M-Zug oder Abitur: Mittelschülern steht nach Abschluss alles offen

Und auch Schülern, die das Abitur nachholen wollen, steht nach ihrem Mittelschulabschluss alles offen. So erzählt Klein von Schülern, die nach dem M-Zug auf das Gymnasium oder die FOS wechseln, um die Hochschulreife nachzuholen.

An der Mittelschule in Penzberg wird es ab September ebenfalls mehr Schüler geben. „Insgesamt planen wir mit über 320 Kindern und Jugendlichen“, sagt Rektor Michael Zwick. Die Anmeldezahlen seien zwar „im Fluss“, schließlich würden gerade noch Aufnahmegespräche stattfinden. Die Schule verzeichne aber definitiv mehr Schüler als in den beiden Vorjahren. „Da hatten wir zwischen 280 und 290.“

Zwick freut sich, dass er wieder mehr Schüler bekommt. Laut ihm hatte es in den vergangenen Jahren bei den Anmeldungen einen kleinen Durchhänger gegeben. Jetzt kehre seine Schule zu alter Stärke zurück. „Das ist eine schöne Sache“, sagt der Rektor.

Mittelschule Penzberg: Auch Ukrainer werden ab diesem Herbst unterrichtet

Zu den Neuankömmlingen werden auch ukrainische Kinder zählen, die erstmals an der Mittelschule unterricht werden. Sie hatten bisher die Willkommensgruppen am Gymnasium und der Realschule in Penzberg besucht. Der Anstieg der Schülerzahlen sei aber nicht allein durch die Ukrainer zu erklären, so Zwick. An was es genau liege, konnte er nicht sagen.

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Die Mittelschule Penzberg wie auch die Mittelschule in Fuchstal sind nicht die einzigen Mittelschulen, die einen Schüleranstieg verzeichnen. Tatsächlich bleiben die Anmeldezahlen im kommenden Schuljahr an allen Mittelschulen im Landkreis (Mittelschule Huglfing, Schongau, Steingaden, Peißenberg, Peiting und Weilheim) konstant oder steigen an. Ein drastisch anderes Bild als in Bad Tölz-Wolfratshausen also.

Schülerzahlen unterliegen von Jahr zu Jahr Schwankungen

„Solche Entwicklungen hängen von vielen Faktoren ab“, erklärt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Bei der Wahl der Schule würden sich Eltern und ihre Kinder durch ganz viele Aspekte beeinflussen lassen. „Für die einen ist es wichtig, dass man mit dem Rad zur Schule fahren kann“, erklärt Fleischmann. „Für die anderen zählt die Ausstattung des Schulgebäudes.“

Warum die Mittelschulen im Landkreis Weilheim-Schongau einen Anstieg der Schülerzahlen vermelden, kann Fleischmann nicht konkret beantworten. „Hier kann man nur spekulieren“, sagt sie. Vielleicht spiele auch die demografische Entwicklung eine Rolle. Fleischmann gibt zu bedenken, dass es – auch wenn es für das kommende Schuljahr im gesamten Landkreis zu einem Anstieg der Mittelschüler kommt – im darauffolgenden Jahr nicht unbedingt so bleiben muss. Schwankungen der Schülerzahlen sehe man in ganz Bayern. Diese seien nicht planbar.

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