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Seit fast zehn Jahren steht der Gasthof Sonne am Lindenplatz bereits leer. Jetzt wurde er verkauft. 

Nach jahrelangem Leerstand

Verkauft: Hoffnung für Schongauer Gasthof Sonne

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Ein ewiger Leerstand in der Schongauer Altstadt könnte zumindest in absehbarer Zeit Vergangenheit sein: Der Gasthof Sonne wurde verkauft, an einen Wolfratshauser, der das Gebäude herrichten will – vielleicht sogar wieder mit Gaststätte.

Schongau – Mit seiner zentralen Lage am Lindenplatz-Eck ist der Gasthof zur Sonne ein prägendes Gebäude in der Altstadt, deshalb schmerzt der Leerstand von mittlerweile fast zehn Jahren umso mehr. Zuletzt stand das Gebäude vor knapp fünf Jahren im Fokus der Öffentlichkeit, als eine Bürgerin, der das Haus gar nicht gehörte, bei der Stadt anfragte, ob man dort 42 Asylbewerber unterbringen könne. Die Stadt lehnte ab, erließ eine Veränderungssperre – seitdem verharrte das Gebäude im Dornröschenschlaf.

Doch die Stadt ist nicht untätig gewesen und hatte sich bereits 2015 zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Auf eigene Initiative hin beschloss der Stadtrat, für rund 20 000 Euro ein aufwändiges Gutachten erstellen zu lassen, das den Zustand des Gebäudes dokumentiert und potenziellen Investoren aufzeigt, was mit dem großen Gebäude mit rund 700 Quadratmetern Fläche auf drei Etagen alles möglich ist. Denn das ehemalige Gasthaus ist ein Einzeldenkmal, mit all den Einschränkungen, die so etwas mit sich bringt. „Ich hatte wirklich viele Interessenten bei mir sitzen, bei denen es immer um die selben Fragen ging“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman. Dem wollte man mit der Machbarkeitsstudie begegnen.

Beim städtischen Münzgebäude, ebenfalls ein Einzeldenkmal, hatte die Stadt ebenfalls so ein Gutachten erstellen lassen, als die Polizei ausgezogen war. Doch für ein Gebäude, das sich in Privatbesitz befindet? Auch das habe es 1996 in der Amtsgerichtsstraße schon einmal gegeben, heißt es. „Wir haben großes Interesse, diesen Leerstand zu beseitigen“, begründete Sluyterman. Außerdem habe die Regierung von Oberbayern das Vorhaben unterstützt und mit 60 Prozent gefördert.

Der Familie Köhler als Besitzer des Hauses sowie Makler Michael Eggerbauer aus Füssen kam das Gutachten anfangs gar nicht so gelegen, weil es monatelang gedauert hat. „Und ich war einigermaßen erstaunt, dass man mit der Motorsäge die Böden in dem Denkmal aufschneiden darf“, sagte Eggerbauer. Doch letztlich haben die aufwändigen Ergebnisse des Gutachtens zum Erfolg geführt. Denn auch Eggerbauer, der von sehr vielen Interessenten spricht, wurde stets mit den selben Fragen konfrontiert: Was ist trotz Denkmalschutz machbar? Wie schaut es mit der Substanz des Hauses und dem Brandschutz aus?. „Mit der Studie wussten potenzielle Käufer genau, was machbar ist“, so Eggerbauer. „Sonst wäre das Haus vermutlich noch zehn Jahre leergestanden.“

Zugeschlagen hat ein Wolfratshauser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Ich hänge an alten Gebäuden, denn ein normaler Mensch tut sich das nicht an“, sagte er zu seinen Beweggründen. Weil in seiner Heimat keine geeigneten Objekte mehr verfügbar waren, ist er nach Schongau ausgewichen. „Ich will etwas aus dem Haus machen, aber es wird sicher etwas dauern“, schränkte er ein. Es würde ihn freuen, wenn die Gastwirtschaft erhalten bleiben könnte. Ob das machbar ist, müssten Gespräche unter anderem mit dem Denkmalamt ergeben, mit dem er bereits in Kontakt stehe.

Auch sonst tut sich zum Jahreswechsel einiges in der Gastro-Szene: Ein Münchner Traditionsgasthaus eröffnet unter neuer Führung. Eine Münchner Burger-Kette machte hingegen eine Filiale dicht - und der Chef legte bei unserer Anfrage wortlos auf.

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