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Auf der unattraktiven Fläche sollte statt Kieshaufen ein Bäckerei-Café entstehen. Doch die Bauvoranfrage hatte der Bauausschuss abgelehnt.

Kein Ihle im Forchet

Hauchdünne Absage an Bäckerei-Café

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In eine Baulücke am Kreisverkehr an der Zugspitzstraße sollte ein Bäckerei-Café gebaut werden. Doch der Bauausschuss hat die Voranfrage nach kontroverser Diskussion hauchdünn mit 5:4 Stimmen abgelehnt – weil sie nicht genug Informationen hatten.

Schongau – Es ist eine unschöne Lücke in dem ansonsten geschlossenen Bereich im Forchet: die freie Fläche am Kreisverkehr an der Zugspitzstraße, auf denen sich nur einige Kieshügel türmen. Vor fast fünf Jahren hatte Wolfgang Lankes aus Hohenfurch das Grundstück gekauft und war mit Plänen für ein großes Geschäftshaus bei der Stadt vorstellig geworden, doch aus dem Projekt wurde letztlich nichts. Jetzt folgte am Dienstagabend ein neuer Anlauf im Bauausschuss, und zwar für ein Bäckerei-Café.

Geplant sei auf insgesamt 640 Quadratmetern ein zweigeschossiges Gebäude mit Bäckerei sowie Café mit Imbisswaren, sagte Michael Wölfle vom städtischen Bauamt. Für eine Genehmigung müssten einige Ausnahmen gemacht werden, weil das geplante Gebäude die Baugrenze überschreite, die Form des Gebäudes sowie die Dachform nicht passen. Aber zur Wohnbebauung sei eine Lärmschutzwand geplant, und wenn noch eine gewisse Bepflanzung erfolge und der überdimensionale Werbepylon gestutzt werde, könne man zustimmen, so Wölfle.

„Endlich wird diese Fläche bebaut“, sagte Stephan Hild (UWV), den Befreiungen könne man zustimmen. Auch Michael Eberle (CSU) wäre froh, wenn die Fläche endlich genutzt würde. Aber erst vor einigen Wochen habe man beschlossen, dass man einige hundert Meter weiter östlich an der Marktoberdorfer Straße keinen weiteren Supermarkt wolle, weil es genug gebe. „Und hier haben wir ebenfalls eine gute Versorgung mit Backshops. Aus unserer Sicht wäre es besser, dort Wohnungen zu bauen“, so Eberle.

Nina Konstantin (ALS) wollte wissen, ob das geplante Bäckerei-Café auch sonntags geöffnet habe und man dort nachmittags einen Kaffee trinken könne? „Richtig, im Obergeschoss wird es auch eine Terrasse mit Stühlen geben. Da werden nicht nur Backwaren verkauft, es wird auch als Café genutzt.“ Trotzdem war auch Kornelia Funke (CSU) dagegen, ebenso Bettina Buresch (ALS): „Ein richtiges Café ist schon eine Bereicherung, aber ich bedauere, dass dann dort keine Wohnbebauung mehr möglich ist.“ Mit dem kleinen Bäckerei-Café-Bau werde die große Fläche nicht optimal ausgenutzt, „da wäre mehr möglich“.

Wölfle betonte, wegen des Schallschutzes solle das Gebäude weiter weg gebaut werden, und es sei ohnehin nicht sicher, ob das Landratsamt nicht ohnehin eine Bebauungsplan-Änderung fordere. Als Wölfle erwähnte, dass hinter dem Projekt ein Bauträger und eine Bäckerei-Kette stehen, wollte es Eberle genau wissen: „Ist das wie im Supermarkt?“ Als Wölfle die Firma „Ihle“ nannte, betonte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) zusammen mit Wölfle, dass es nur ums Bauplanungsrecht gehe: „Alles andere haben wir nicht zu beurteilen.“

Da war Konstantin anderer Meinung: „Es ist ein Entscheidungskriterium, ob ich dort am Sonntagnachmittag meinen Kaffee trinken kann oder nicht. Wenn nur von 8 bis 11 Uhr aufgebackene Semmeln verkauft werden, stimme ich auch dagegen.“ Doch auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich war der Meinung, es gehe nur um baurechtliche Fragen, und Sluyterman sagte: „Ich kann die Frage seriös nicht beantworten. Den Plänen nach ist es schon eher ein Café.“ Und zur Frage der Wohnbebauung: „Natürlich wäre das wünschenswert, aber offenbar will das dort keiner machen“, so Sluyterman.

Martin Schwarz (SPD) war vehement für das Bäckerei-Café, „sonst können wir auf der Fläche noch 20 Jahre lang Christbäume verkaufen. Die jetzigen Pläne sind das Beste, was man daraus machen kann.“ Doch mit 5:4 Stimmen wurde das Projekt hauchdünn abgelehnt, was Ute Fichtl-Lankes sehr enttäuscht: „Das wäre sicher eine Bereicherung für Schongau gewesen“, sagte die Frau des Grundstückbesitzers. Denn Ihle habe dort einen der neuen Baker’s-Stores bauen wollen, dem neuen Flaggschiff, von denen es noch wenige gibt. Die bisherigen Läden haben die ganze Woche von früh bis 22 Uhr geöffnet, auch sonntags – genauso, wie es sich die Stadträte eigentlich gewünscht hatten.

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