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Die Steingadener Obstpresse war heuer nicht ausgelastet. Am 21. Oktober war bereits der letzte Presstag.

Nach der mageren Apfelernte

Wieder ein schlechtes Obstpressjahr

Es war nicht anders zu erwarten: Angesichts der mageren Apfelernte fiel heuer auch der Ertrag beim Mosten relativ mau aus. Wir haben bei den Obstpressen im Schongauer Land nachgefragt.

Schongau – „Dies war das schlechteste Pressjahr in den vergangenen 13 Jahren“, vermeldet Roberta Leimbach, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Steingaden. Dort wurden heuer nur 18 184 Liter Saft gepresst. Keine Quitten, kaum Birnen, nur Äpfel. „Wir haben an acht Tagen gepresst, allerdings fast immer nur halbe Tage“, teilt Leimbach auf Anfrage der Heimatzeitung mit. Der stärkste Tag sei der 7. Oktober gewesen. „Wir hatten bis zu 44 Kunden pro Tag, daran sieht man, welche Kleinmengen die Leute gebracht haben“, listet die Vorsitzendes des Steingadener Obst- und Gartenbauvereins auf. Manche Kunden seien mit nur 15 Liter Saft wieder nach Hause gegangen, „und sie waren glücklich, überhaupt etwas zu haben“. Um 15 Liter Saft zu gewinnen, braucht man etwa einen halben Zentner Äpfel.

Relativ niedrig auch der Mostertrag beim Obstpressen in Bernbeuren. 28 503 Liter sind heuer aus der Presse geflossen, berichtet Sabine Birk. Ein Ergebnis, das wegen der mageren Apfelernte nicht überrascht. „Ein extrem schlechtes Mostjahr“, muss Birk feststellen. Zum Vergleich: Es gab schon Jahre, da wurden in Bernbeuren 150 000 Liter Most gewonnen, also die fünffache Menge von heuer.

Den größten Anteil beim Obstpressen machen die Äpfel aus, hinzu kommen noch ein paar Birnen, die zum Apfelsaft hinzugemischt werden. „Bei uns sind außerdem noch kleinere Mengen Trauben gepresst worden“, fügt Sabine Birk aus Bernbeuren hinzu.

In der Peitinger Obstpresse sind heuer rund 800 Zentner Äpfel (darunter auch ein paar Birnen) zum Mosten angeliefert worden. „Wir haben 23 620 Liter Saft gepresst“, rechnet Presswart Richard Socher vor. In guten Jahren wurde in Peiting viermal so viel gemostet. Reinen Birnensaft habe es heuer überhaupt nicht gegeben. Dennoch ist Socher nicht unzufrieden, „denn 2016 war der Ertrag noch niedriger“. Froh ist der Presswart aber, dass für die Obstpresse einige Helfer gewonnen werden konnten, die nächstes Jahr beim Mosten in Peiting mitanpacken.

„Dieses Jahr ist deutlich unterdurchschnittlich“, meldet Martina Mayerhöfer, die erste Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Rott, zum Thema Mosten. Die bisher gepressten 13 530 Liter entsprechen dabei ca. 420 Zentner Obst. Dabei waren in Kleinmengen auch Weintrauben und Quitten. „Diese Zahlen erfassen wir aber leider nicht getrennt“, sagt Mayerhöfer. Laut ihrer Schätzung fielen heuer in Rott 100 bis 200 Liter Weintrauben-Saft und ca. 50 Liter Quittensaft an. „Ein durchschnittliches Jahr sind bei uns 20 000 bis 25 000 Liter“, heißt es aus Rott. 2011 mit ca. 49 000 Litern und 2012 mit 50 795 Litern seien extrem herausragende Mostjahre gewesen.

Das Rotter Obstpressteam hat heuer bisher 185 Stunden gearbeitet. Losgegangen ist es Anfang September, letzter Presstag ist am kommenden Samstag. Dieses und letztes Jahr ist in Rott nur samstags gemostet worden. „In starken Obstjahren haben wir Freitag und Samstag gepresst“, verrät Mayerhöfer, die sehr stolz auf ihr fleißiges Pressteam ist. Denn mit dem Pressen sei es nicht getan. Nach einem harten Presstag, müsse noch aufwändig gesäubert werden, z.B. alle Anbauteile, das Zubehör wie Eimer, Trichter, die Erhitzungsanlage, die Pressmaschine und der ganze Raum. Dies dauere immer eineinhalb bis zwei Stunden Stunden, und das sei Ende Oktober auch ein sehr kalte und nasse Angelegenheit – trotz Gummistiefel.

mg

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