Die provisorische Ampel wird noch länger am UPM-Bahnübergang stehen. foto: Herold

Nach schwerem Unfall

UPM-Bahnübergang: Schild und Thermoampel sollen Sicherheit erhöhen

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Die Frage, ob zumindest der Bahnübergang bei UPM an der Friedrich-Haindl-Straße mit einer Schranke gesichert werden kann, ist noch lange nicht geklärt, kleine Maßnahmen wie ein Warnschild und eine Thermokamera sollen nun aber zumindest die Sicherheit für die Lkw-fahrer erhöhen.

Schongau Wie Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt in Weilheim auf Anfrage mitteilt, habe man sich bei einer kleinen Verkehrsschau unmittelbar nach dem zweiten Unglück am Bahnübergang bei der Schongauer Papierfabrik auf zwei kleine Vorsichtsmaßnahmen geeinigt. Zum einen soll ein zusätzliches Schild installiert werden an der Abzweigung von der Staatsstraße, der Peitinger Straße, Richtung Friedrich-Haindl-Straße. Das „Vorsicht gefährlicher Bahnübergang“ soll künftig auch ortsunkundige Auto- oder Lastwagenfahrer darauf aufmerksam machen, dass sie an dieser Stelle mit besonders erhöhter Aufmerksamkeit fahren. Vielleicht wird auf diese Weise vermieden, dass noch einmal ein Fahrzeugführer das Warnsignal am Bahnübergang übersieht und die Gleise Richtung UPM-Werksgelände quert, während der Zug bereits in Sichtweite ist, wie im Herbst 2017 geschehen.

„Die Anordnung vom Landratsamt ist bereits eingetroffen“, informiert Lenker. Je nachdem, ob dieses Schild erst gedruckt werden müsse oder vielleicht schon vorrätig sei, gehe es ruckzuck. „Das Schild wird aufgehängt so schnell es geht“, so Lenker.

Außerdem haben sich die Teilnehmer der kleinen Verkehrsschau darauf geeinigt, dass an der Ampelanlage, die direkt an der Staatsstraße den Verkehr aus der Papierfabrik leitet, etwas verändert wird. Und zwar soll dort eine sogenannte Anforderungsampel installiert werden, indem eine Thermokamera aufgehängt wird, erläutert Lenker. Zwar erkennt auch schon die bisherige Kamera, wenn dort ein Auto steht – und unterbricht dann die Grünphase an der Peitinger Straße, aber von der „intelligenten Ampel“ versprechen sich die Verkehrsexperten, dass sich die Lastwagen nicht mehr bis in das Werksgelände zurückstauen können. 

Der jüngste Unfall im Januar ereignete sich, weil ein Lkw-Fahrer unmittelbar nach Verlassen des Werksgeländes die Warnzeichen an dem Bahngleis übersehen hatte – der Triebwagenführer konnte eine Kollision mit dem Lkw trotz des geringen Tempos nach Verlassen des Bahnhofs nicht mehr verhindern und schob den Lastwagen einige Meter weiter. Dabei wurde auch das Trafohäuschen völlig zerstört. Bis auf weiteres wird dort der Bahnübergang durch eine mobile Ampelanlage gesichert, die jedoch von einem Mitarbeiter der Bahn Tag wie Nacht händisch bedient werden muss. Wie lange die Wiederherstellung dauern könnte, darüber konnte die Bahn zuletzt noch keine Angaben machen.

Noch gibt es auch keine konkrete Aussage darüber, wie es an dem Bahnübergang weitergeht – Schongaus Bürgemeister Falk Sluyterman hatte sich für alle Bahnübergänge in diesem Bereich, also auch für die beiden Übergänge in der Bahnhofstraße, Schranken gewünscht (wir berichteten). In der kommenden Woche wollen Stadt und Bahn weitere Gespräche führen, hieß es am Freitag. Grundsätzlich solle jeder bisher ungesicherte Bahnübergang mit einer Schranke ausgestattet sein, so auch die Meinung von Wolfgang Mini, Sachbereichsleiter für den Fachbereich Verkehr am Landratsamt Weilheim-Schongau.

Unbeschrankte Bahnübergänge sind nicht nur in Schongau, sondern auch auf der restlichen Fuchstalbahnstrecke ein Problem. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

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