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Lehnt die Bürgerinitiative vielleicht die Finanzspritze der Bürgerstiftung ab? Am Tag der Scheckübergabe freuten sich Margarete Mayer und Harald Dinter noch. Rechts im Bild Bürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Falk Sluyterman. 

Nach Spende der Bürgerstiftung Schongau

Will Bürgerinitiative Schongau-West Scheck ablehnen?

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1000 Euro für ein Fest am Brahmsplatz – damit wollte die Bürgerstiftung die Bürgerinitiative Schongau-West unterstützen, der Scheck ist längst übergeben. Diesen will man nun aber vielleicht gar nicht annehmen. Der Bürgermeister sei eine Amtsperson. „Er nutzt die Zuwendungen der Bürgerstiftung als schwarze Kasse, um die Fehler der Stadtpolitik wieder gutzumachen“, kritisiert Peter Haggenmiller.

Schongau– Die Weihnachtssitzung des Stadtrats war auch in diesem Jahr wieder der würdige Rahmen für die Bürgerstiftung Schongau, um finanzielle Zuwendungen zu verteilen. Auch die Bürgerinitiative Schongau-West war großzügig bedacht worden (wir berichteten), und zwar mit 1000 Euro.

Viele Bürger, auch von der Gruppe „Schongau belebt“, arbeiten daran, den Stadtteil attraktiver zu gestalten. Vorgeschlagen und angeschoben in der Bürgerversammlung von Margarete Mayer, ist speziell am Brahmsplatz seit dem Frühjahr viel passiert. Das von Mayer bei der Scheckübergabe favorisierte Begegnungscafé ist zwar eine reine Zukunftsvision, aber einem Fest der Begegnung im Frühjahr steht mit dieser Finanzspritze nichts mehr im Wege. Dies war Mayer bei der feierlichen Übergabe des symbolischen Schecks durch Bürgermeister Sluyterman,dem Vorsitzenden des Stiftungsrats, im Rathaussaal mit vielen Gästen sogar ein sehr herzlich formuliertes Gedichtlein wert.

Einige Mitglieder der Bürgerinitiative Schongau-West, darunter Peter Haggenmiller und Harald Dinter, überlegen nun aber, die 1000 Euro nicht anzunehmen. Dinter, selbst für die Bürgerinitiative bei der Scheckübergabe mit dabei, sieht zwei Problemfelder: Zum einen sei man kein eingetragener Verein. „Wir haben keine offizielle Kasse, jemand muss das Geld also als Privatmann auf sein Konto überwiesen bekommen und dann auch dafür geradestehen.“Zum anderen fühlt Dinter sich „überfahren“. Er habe nichts von einer Zweckbindung gewusst. „Ich hatte keine Ahnung, dass Bürgermeister Sluyterman den Betrag koppelt, dass dieser mit der Auflage, ein Fest für den Brahmsplatz zu gestalten, verbunden ist“, so Dinter.

Man sei die Bürgerinitiative Schongau-West und nicht eine Bürgerinitiative Brahmsplatz. „Wir wollen und können uns da nicht vor den Karren spannen lassen“, so Dinter, der aber durchaus die gesamte Bürgerinitiative sieht. „Das ist keine BI Haggenmiller oder Dinter, sondern wir müssen den Konsens der anderen Beteiligten mit einholen – da sind wir basisdemokratisch unterwegs.“

Demnach sei es verfrüht, eine definitive Ablehnung auszusprechen. Es werde sich wohl bis Januar hinziehen, bis eine Entscheidung fällt.

Die Zuwendung der Bürgerstiftung sei „nicht die schwarze Kasse des Bürgermeisters, um Geschenke zu verteilen, vor allem nicht in Zeiten des Wahlkampfs“, formulierte es Haggenmiller am vergangenen Freitag in einem Schreiben an die Schongauer Nachrichten.

„Diese Bürgerstiftung Schongau ist von einzelnen Amtsträgern unterlaufen, die dort keinerlei Funktionen ausfüllen sollten“, so Haggenmiller. Er sieht die Bürgerinitiative Schongau-West eher als „Gegenspieler zur Kommunalpolitik“. Dies habe man seit der Gründung der Bürgerinitiative im Jahr 2012 nach dem Hochwasser in Schongau-West so gehalten. Haggenmiller verweist auf die Website, auf der alle Themen aufgelistet seien, für die sich die Bürger starkmachen würden. „Hier gibt es keine Kompromisse, immer eine sichere Distanz.“

Sehr überrascht reagierte am Freitag auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten Margarete Mayer auf die Überlegungen Haggenmillers und Dinters. Sie habe sich noch gar keine Gedanken darüber machen können, „aber ich bin spontan anderer Meinung“. Eine Zweckbindung sei ihr egal. „Wir wollten sowieso ein Fest machen – da ist uns doch der Betrag herzlich willkommen.“

Nun könne man vielleicht sogar zwei Feste organisieren, eines im Frühjahr und eines im Herbst. Alle Beteiligten hätten sich über die Zuwendung der Bürgerstiftung gefreut. Jetzt müsse man in der Bürgerinitiative darüber abstimmen, voraussichtlich findet am 8. Januar ein Treffen statt. Sie berichtet von ihrer Idee, jeden Donnerstagvormittag „Begegnung im Park“ zu veranstalten, für Bekanntmachungen soll die Anschlagtafel bei der Bushaltestelle aktiviert werden. Mayer: „Aber vielleicht bin ich einen Schritt zu weit voraus – mein Baby ist der Brahmsplatz.“

Den Bericht über die Spendenvergabe der Bürgerstiftung Schongau lesen Sie hier!

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