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Weite Umwege: Von Altenstadt aus müssen Autofahrer bei einer Sperre auf der Umfahrung entweder im Norden (48 km, 49 Minuten) oder Süden (38 km, 41 Minuten) ausweichen.

Nach Stau-Chaos

Bauamt schlägt vor: Bei Unfall nur halbseitig sperren

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Schongau – Nach dem Stau-Desaster am Samstag wird der Ärger über die Kanalbrücken-Baustelle zwischen Schongau und Peiting immer größer – sofern das möglich ist. Jetzt kommt das Staatliche Bauamt mit einem umstrittenen Vorschlag. Und auch der Zeitplan der Sperrung wankt.

Schongau - Wie berichtet, hatte Schongaus Feuerwehrkommandant Werner Berchtold massive Kritik am Staatlichen Bauamt Weilheim geübt, weil keine ausreichenden Vorkehrungen für den Fall getroffen wurden, dass die Umfahrung gesperrt werden muss. Der zuständige Abteilungsleiter Christoph Prause war verwundert, als er gestern von der Kritik gelesen hatte. Denn bei der Besprechung im Schongauer Rathaus seien seiner Meinung nach die einzigen Möglichkeiten angesprochen worden: Eine Umleitung über Lechbruck und eine wechselseitige Ampelschaltung an der derzeit nur einspurig befahrbaren Schongauer Kanalbrücke. „Beides ist gemacht worden“, so Prause.

Er hat im Gegenzug ein Anliegen, das er heute per Mail herausschicken wird und das bei Feuerwehrleuten für Diskussionen sorgen dürfte. „Man muss überlegen, ob bei jedem kleinen Unfall auf der Umfahrung wirklich die Fahrbahn komplett gesperrt werden soll.“ Vielleicht könnten die Einsatzkräfte angesichts der schwierigen Situation versuchen, öfter als bisher zumindest eine Fahrbahn wieder freizugeben. „Bei einem schweren Unfall ist das kein Thema, aber bei einem leichten Blechschaden muss das möglicherweise nicht sein, auch wenn es für alle Beteiligten wegen der Unfallaufnahme einfacher ist.“ Beim Unfall am Samstag, an dem drei Fahrzeuge auf beiden Fahrspuren beteiligt gewesen waren, sei völlig klar gewesen, „dass das volle Programm gefahren wird. Aber es wäre eventuell möglich gewesen, eine Fahrbahn schneller freizugeben“, glaubt Prause.

Die andere große Frage, die sich Autofahrer gestellt haben: Wie fahre ich eigentlich, wenn ich von Westen oder Norden kommend nach Richtung Peiting will? Die Umgehungsstraße gesperrt, das Nadelöhr Kanalbrücke fällt quasi weg – bleiben derzeit nur zwei Möglichkeiten: Im Süden der ewig lange Umweg über Bernbeuren, Steingaden und Lechbruck, wo die erste Lechbrücke südlich von Schongau steht. Und im Norden – ja, da wird es noch komplizierter.

Denn die naheliegende Verbindung über Kinsau ist derzeit von der B 17 aus nicht befahrbar, weil dort die Straße ausgebaut wird. Wenn diese Maßnahme fertig ist, wird ab Pfingsten einige Kilometer weiter die sanierungsbedürftige Lechbrücke bei Apfeldorf erneuert. „Es war nicht absehbar, dass sich das so überschneidet“, sagt Prause. Doch die Bauplanung sei schon so weit vorangeschritten, dass man das Apfeldorfer Projekt nicht mehr schieben wollte. „Das haben wir extra auf die Pfingst- und Sommerferien gelegt“, so Prause. Weil die nächstmögliche Umleitung über Epfach zu kurvenreich für Lkw ist, wird offiziell über Mundraching umgeleitet. Auch das ein Riesen-Umweg.

Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman ist schwer genervt, weil er nur tatenlos zuschauen kann, wie seine Stadt im Verkehrschaos erstickt. Er stand selbst gestern minutenlang vor der roten Ampel an der Kanalbrücke Richtung Schongau, weil zwei Drosdz-Lkw (erlaubterweise) entgegenkamen – aber so kurz hintereinander, dass zwei Ampelschaltungen notwendig waren. „Warum können die nicht im Konvoi fahren? Das muss optimiert werden“, ärgert sich Sluyterman. Ansonsten hofft er, dass der Spuk baldmöglichst vorbei ist. Wobei Prause bei den angedachten fünf Wochen, die es einspurig über die Kanalbrücke geht, zurückrudert: Man könne das wegen der Baufirmen nicht versprechen, sagte er. „Wir wollen natürlich möglichst schnell den Verkehr wieder in beide Richtungen laufen lassen.“

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