Auf dieser Grünfläche östlich der Schönlinder Straße sollen die neuen Häuser entstehen. Die alte Villa (Mitte) wird in diesem Zug abgerissen.  Foto: Archiv/Herold
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Auf dieser Grünfläche östlich der Schönlinder Straße sollen die neuen Häuser entstehen. Die alte Villa (Mitte) wird in diesem Zug abgerissen.

Nachverdichtung

Schönlinder Straße: Protest gegen Baupläne zeigt Wirkung

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Mit einem Bebauungsplan will die Stadt Schongau östlich der Schönlinder Straße in Schongau-West den Weg für weiteren Wohnraum bereiten. Bei den Anwohnern stießen die Pläne für die Nachverdichtung jedoch auf große Kritik (wir berichteten). Ein überarbeitetes Konzept soll nun die Wogen glätten.

Schongau – Im Mai hatte der Stadtrat erstmals öffentlich über das Vorhaben beraten. Damals stellte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich den Bebauungsplanentwurf für das Gebiet östlich der Schönlinder Straße auf Höhe der Johann-Sebsatian-Bach-Straße vor. Maximal ein Vierspänner, ein Dreispänner und zwei Doppelhäuser sollten demnach auf dem Areal Platz finden, auf dem derzeit noch eine große Villa steht. Was im Stadtrat im Sinne der Nachverdichtung mit breiter Mehrheit befürwortet wurde, kam bei den benachbarten Anliegern alles andere als gut an. Ihre Kritik: Die geplante Bebauung sei viel zu massiv, die Tiefgaragenzufahrt im Norden direkt angrenzend an ihre eigenen Grundstücke äußerst ungünstig gewählt. Mit schriftlichen Stellungnahmen und anwaltlicher Hilfe protestierten sie gegen das Vorhaben.

Bei der Stadt hat man nun auf die Einwände und Bedenken reagiert, die im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Planentwurfs eingegangen waren. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Dienstag stellte der Stadtbaumeister dem Gremium ein geändertes Planungskonzept vor.

Einer der wesentlichen Änderungspunkte sei die Verlegung der Tiefgarage von der nördlichen Grundstücksgrenze in die Mitte der geplanten Anlage, erläuterte Dietrich. „Das dürfte die Zufahrtsproblematik entschärfen.“ Statt eines Vierspänners sehe der Entwurf im Norden nun zwei Doppelhäuser vor. Zusammen mit einem weiteren Dreispänner sei damit die Bebauung lockerer und die Kubatur der Gebäude mit dem Bestand vergleichbar, betonte der Stadtbaumeister. Die Zufahrt zu diesen Häusern werde zudem von der Grundstücksgrenze abgerückt.

Weil auch die geplante Höhe der Häuser in der Kritik stand, soll es auch da Änderungen geben. Dank Pultdächern und der Berücksichtigung der Topografie des Geländes käme man bei der Firsthöhe auf das Niveau der Bestandsgebäude, kündigte der Stadtbaumeister an.

Im Bauausschuss kamen die Änderungen gut an. „Es ist gut, dass das Konzept noch einmal überarbeitet worden ist“, lobte Ilona Böse (SPD). Vor allem die Verlegung der Tiefgarage werde „viel Geräuschkulisse rausnehmen“. An der Nachverdichtung selbst wollte Böse nicht rütteln.

Dem schloss sich auch Bettina Buresch (Grüne) an. Man müsse einen Kompromiss finden zwischen dem Streben nach Nachverdichtung und dem Bemühen um eine lockere Bebauung für ein durchgrüntes Stadtgebiet. „Das ist hier gut gelungen, mit der Überarbeitung können die Nachbarn zufrieden sein.“ Ihr persönliches „Harmoniebedürfnis sei jedenfalls befriedigt, sagte Buersch. Der Fall zeige, dass man sich als Stadt Mühe geben sollte, die Anwohner miteinzubeziehen. Die Grünen-Stadträtin regte noch an, den Baumbestand auf dem Grundstück unbedingt zu erhalten.

Auch Kornelia Funke (CSU) sprach von einer „gelungenen Umplanung“. Man brauche die Nachverdichtung und sei jetzt auf einem guten Weg.

Zurückhaltend dagegen äußert sich Andrea Holzbaur. Die Anwohnerin hatte gemeinsam mit weiteren Nachbarn die Sitzung im Rathaus aufmerksam verfolgt. Ganz so euphorisch wie die Stadträte sei man ob des geänderten Konzepts nicht, bekundet die Schongauerin. Dass die Zufahrt zur Tiefgarage verlegt werde, finde man zwar gut. Mit der verbleibenden Zufahrtsstraße samt Stellplätzen sei man allerdings nicht glücklich. Auch was die angesprochenen Höhen der Gebäude anbelange, müsse man erst die weiteren Details abwarten. „Aber es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“

Wie geht es jetzt im Bebauungsplanverfahren weiter? Nachdem der Bauausschuss am Dienstag einstimmig für die Änderung des Planungskonzepts votierte, werde man in der nächsten Sitzung die eingegangenen Stellungnahmen abwägen, kündigte der Stadtbaumeister an. Anschließend werde der überarbeitete Entwurf erneut öffentlich ausgelegt. „Dann kann sich jeder noch einmal dazu äußern.“

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