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Zum Brüllen komisch (v.l.): Florian Simbeck, Toby Käp, Matthias Matuschek und Niko Formanek macht aus dem Brau- ein Tollhaus.

Im Brauhaus

Nächstes Lachfeuerwerk in Comedy-Lounge

Sich selbst übertroffen hat sich Florian Simbeck dieses Mal nicht nur bei der Auswahl seiner Bühnengäste, auch seine Moderation war urkomisch, die Pointen freihändig jongliert, die Gags punktgenau ins Ziel. Ein durch und durch witziger Abend, den das Publikum der Comedy-Lounge am Freitagabend im Brauhaus sichtlich genoss.

Schongau Mit im Zuschauerraum saßen zwei elfjährige Buben, die die Comedians immer wieder mit ins Geschehen einbanden. Und das verlangte ihnen im weiteren Verlauf des Abend einiges an „Skill“ ab. Denn nicht nur schwarzen Humor, sondern auch „Erwachsenen-Witze“ so zu verpacken, dass sie einigermaßen jugendfrei daherkamen, ohne die Pointe zu mindern, das hatte etwas. Und vielleicht war es auch gerade die Phantasie des Ungesagten, die das Publikum vor Lachen kaum zu Atem kommen und das Niveau in sicherer Wohlfühl-Höhe schweben ließ.

Opener war zunächst Matthias Matuschek, scharfzüngiger Moderator bei BR3, der als Panzergrenadier vor über 30 Jahren in Altenstadt auf Einzelkämpfer-Lehrgang war. Von seinen damaligen Nöten beim Hasenschlachten und anderen Überlebensstrategien sprang er dann in die Facebookzeit und seinen Erfahrungen mit militanten Veganern und überdrehten Hummelschützern. In „bitter-salzigem“ Humor nahm er den demografischen Wandel aufs Korn, sprich, seine Aufreger im Straßenverkehr über „Silberzwiebeln im rollenden Rentnerhochsitz“ (ältere Autofahrer in der silbernen B-Klasse) und Gedanken über den neuen Fußgängerairbag bei Volvo.

„Ich bin zu normal, um behindert zu sein und zu behindert, um normal zu sein“, witzelte alsdann NewcomerToby Käp selbstironisch und mit einem Schuss Sarkasmus über seine Hörbehinderung. Der Heidelberger Comedian, unter anderem Preisträger der Kabarett Talente Show in Salzburg 2018, schilderte heikle Themen des Lebens aus der Sicht eines Hörgeschädigten. Dabei jonglierte er so gekonnt mit dem Wortstamm „hören“, dass das Publikum kaum Zeit zum Applaudieren fand und gipfelte in dem Gedanken, dass „taube Männer wohl nie zu einer Domina gehen, weil sie ihr nicht hörig genug sind…“. Am liebsten aber sind ihm die Mutter-Witze („ich kenn meine Mutter nur vom Sehen“) und Frauen seien mit einem hörgeschädigten Ehemann doppelt geschlagen, denn „die hören zweimal nicht zu“.

Als „Mann mit einem anderen Sprachfehler“ kündigte Simbeck dann den dritten im Bunde an: mit Wiener Schmäh plauderte der Österreicher Niko Formanek schonungslos und zur großen Freude des Publikums von Peinlichkeiten als Ehemann und Vater. Beispielsweise von seinen Abnehmversuchen im Fitnesstudio, wo ihm die Trainerin riet, in lockerer und bequemer Kleidung zu kommen. „Wenn ich die hätte, war ich ja nicht hier“, rief er vergnügt den Gästen zu, um dann seine Erfahrungen auf dem Wave-Board oder von der Rutsche in einem Wasserpark zu teilen. Man hätte ewig zuhören können.

MYRJAM C. TRUNK

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