+
Stabübergabe: Erwin Höpfl (Mitte) hat zwei Nachfolger gefunden, die sich um die Belange der Lophelling-Schule kümmern: Stephan Baur und Veronika Dietzel.

Betreuung der Schule in Nepal

Nepalhilfe Schongau: Zwei Nachfolger für Erwin Höpfl

Die Schule, die von der Nepalinitiative Schongau erbaut worden ist, hat bereits ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Initiator Erwin Höpfl hat inzwischen Nachfolger gefunden.

Schongau – Auf rund 3300 Höhenmetern mit Blick auf das Annapurna-Massiv liegt die Lophelling Boarding School im nepalesischen Manangtal und ist nur zu Fuß zu erreichen. Ihren Namen, der mit „Insel des erwachenden Geistes“ ins Deutsche übersetzt werden kann, hat der Dalai Lama persönlich ausgewählt.

Ursprünglich wurde die Schule gegründet, um tibetischen Flüchtlingskindern, die in abgelegenen Regionen leben, eine Schulbildung zu ermöglichen. Die höchste Belegung der Schule, die durch eine Spende des Rotary Club Schongau in Höhe von damals 20 000 Mark realisiert werden konnte, lag bei rund 80 Kindern.

Nepalinitiative Schongau finanziert Lehrergehälter

Inzwischen hat sich das Blatt etwas gewendet: Tibetische Kinder kommen kaum mehr ins Land, was sich auch auf die Schülerzahl auswirkte. Derzeit werden 36 Kinder an der Schule unterrichtet, die bislang unter tibetischer Verwaltung stand und deren Lehrergehälter von der Nepalinitiative finanziert werden. „Es gibt nach wie vor viele arme Kinder in den entlegenen Seitentälern, denen wir eine Schulbildung ermöglichen wollen“, sagt Erwin Höpfl, der sich bisher um die Belange der Schule gekümmert hat.

Schulbildung mit Ausblick: Die Schüler an der Lophelling-Schule im Manangtal in Nepal bedanken sich mit diesem Bild bei den Mitgliedern und Sponsoren der Nepalinitiative Schongau.

Bislang. Denn Stephan Baur, Lehrer am Gymnasium in Geretsried und an der Technischen Universität München, und Vroni Dietzel, Lehrerin am Welfen-Gymnasium in Schongau, haben sein Amt übernommen und haben große Pläne: „Unser Ziel ist, die Schule komplett zu übernehmen und sie in Zukunft als reine deutsche Schule mit Internat zu führen“, sagt Baur.

„Obwohl die Zahl der Kinder im Gebirge abnimmt, ist der Bedarf da“, ergänzt Dietzel, die alle zwei Jahre mit Schülern nach Nepal reist, um die Partnerschule zu besuchen.

Nepalinitiative Schongau: Schule steht auch bedürftigen nepalesischen Kindern offen

Mittlerweile steht die Schule, die einen sehr guten Ruf hat und neben einer Art Kindergarten die Klassen 1 bis 3 abdeckt, nämlich auch bedürftigen nepalesischen Kindern offen. Nach dem Abschluss an der Lophelling-Schule können die Kinder eine weiterführende Schule in Pokhara besuchen und dort den High-School-Abschluss erreichen.

Lesen Sie auch: Am Bikepark Schongau steht noch „viel Knochenarbeit“ an

„Die Schule in Eigenregie zu führen, hat viele Vorteile“, findet Stephan Baur, der übers Internet und mit zahlreichen Besuchen engen Kontakt zu Schulleiter Gonpo Wangchuck hält. Zum Beispiel möchten die beiden Lehrer dem Trend entgegenwirken, dass viele gut-ausgebildete junge Leute das Land verlassen, um ihr Geld im Ausland zu verdienen, wo sie oft unter schlechten Bedingungen arbeiten und ausgebeutet werden.

Nepalinitiative Schongau: Kontakt zu deutschen Schülern soll erhalten bleiben

„Auch in Nepal gibt es in einigen Branchen gut bezahlte Arbeitsmöglichkeiten“, so Veronika Dietzel, deren Wunschvorstellung es ist, jungen Menschen die Möglichkeiten im eigenen Land aufzuzeigen. Und auch der Kontakt zu den deutschen Schülern an beiden Gymnasien, die sich mit zahlreichen Projekten für die Finanzierung der Schule einsetzen, soll erhalten werden: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Schüler von der Herzlichkeit der nepalesischen Kinder berührt sind. Die haben nichts und sind immer glücklich“, erzählt Dietzel, für die es selbst sehr erfüllend ist, diese Erfahrung mit ihren Schülern teilen zu können. Baur weiß von Schülern zu berichten, die in Nepal wichtige Impulse für die spätere Berufsausbildung bekommen haben und sich in sozialen Projekten engagieren.

Ein großes Dankeschön richten Veronika Dietzel, Erwin Höpfl und Stephan Baur an die zahlreichen Schongauer Sponsoren, die der Schule schon jahrelang die Treue halten und auch Patenschaften für die Schüler übernommen haben. Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Nepalinitiative Schongau unter www.nepal-initiative.de.

VON URSULA FRÖHLICH

Außerdem interessant: Franziska und Felix laufen zu zweit durch die Mongolei. Mit Astronautennahrung und russischen Militärkarten. Die Geschichte der außergewöhnlichen Reise einer Schongauerin und eines Olchingers.

Alle Nachrichten aus Schongau und Umgebung lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Traumreisen, die im Albtraum endeten
Viele Deutsche waren im Ausland unterwegs, als sich die Corona-Krise zuspitzte, fast weltweit Ausgangssperren verhängt und Grenzen geschlossen wurden. Auf Reisen waren …
Traumreisen, die im Albtraum endeten
Ärger hinter den Kulissen: Darum ist Blum nicht mehr SPD-Chef in Schongau
Bei der SPD Schongau ist in jüngster Zeit offenbar einiges schiefgelaufen. Nun berichtet der ehemalige Ortsvorsitzende Daniel Blum offiziell, warum er das Handtuch …
Ärger hinter den Kulissen: Darum ist Blum nicht mehr SPD-Chef in Schongau
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: 242 Personen positiv getestet
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen Informationen.
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: 242 Personen positiv getestet
Weil sie rechtliche Folgen befürchten: „Nähbienen“ stellen Masken-Produktion ein
Masken werden derzeit dringend benötigt. Die „Nähbienen“ aus dem Landkreis stellen sie ehrenamtlich her. Doch jetzt wurden sie jäh ausgebremst. Aus Angst vor rechtlichen …
Weil sie rechtliche Folgen befürchten: „Nähbienen“ stellen Masken-Produktion ein

Kommentare