+
Er ist der „Neue“ im Schongauer Jugendzentrum: Erzieher Sebastian Kosler mit Juze-Leiterin Nicole Heller-Chmiel an der Saft-Bar. 

Neues Gesicht im Jugendzentrum

Ein Punk-Metaller, der auch leise Töne kann

  • schließen

Das Schongauer Jugendzentrum hat ein neues Gesicht: Erzieher Sebastian Kosler sorgt jetzt an der Seite von Juze-Leiterin Nicole Heller-Chmiel dafür, dass dort weiter der „Punk“ abgehen kann – und bringt dafür viele neue Ideen mit.

Schongau– Sebastian Kosler mag es gern laut. Zumindest, wenn es um Musik geht. Punk. Metal. „Jetzt durch die Arbeit auch mal Gangsta-Rap.“ Der Kerl mit dem langen roten Krausebart, der Baskenmütze und dem Metal-Shirt, lacht. Und er kann auch leise Töne: Tatsächlich war „Basti“ als Berufs-Praktikant der beliebteste Kuschel-Betreuer im Kindergarten in Peiting, und sogar die Allerkleinsten in der Krippe haben ihren Basti nur ungern hergegeben. Allerdings keine Chance, denn: „Ich wollte schon immer beruflich im Juze landen“, erklärt der gelernte Erzieher.

Der Neue an der Seite von Nicole Heller-Chmiel

Er ist der Neue an der Seite von Nicole Heller-Chmiel im Schongauer Jugendzentrum. Und irgendwie passt er dort auch genau hin, wo ab mittags mit täglich 25 bis 30 Jugendlichen „so richtig der Punk abgeht“.

Sebastian Kosler ist 21 Jahre alt, gerade mit der Ausbildung an der Fachakademie in Rottenbuch fertig und strahlt eine interessante Mischung aus hochmotiviert und zugleich tiefenentspannt aus. Letzteres ist vielleicht auf die Tatsache zurückzuführen, dass er in diesem Jahr als einer von nur insgesamt vier jungen Männern den Abschluss an der Fachakademie in Rottenbuch gemacht hat. „Ich war der einzige Mann in der Klasse. Zwischendurch hab’ ich gedacht: Ich halt’s nicht mehr aus.“ Sebastian Kosler lacht. Ihn kann nach dieser Zeit definitiv so leicht nichts erschüttern.

Viele Ideen für die Zukunft

Für das gemütliche Schongauer Juze mit Wohnzimmer-Flair spuken viele Ideen in seinem Kopf herum. Ausflüge. Snowboarden im Winter. Fotografiekurse für Bewerbungsmappen, die dann komplett kostenneutral im Juze erstellt werden könnten. Und noch so vieles mehr. Aber die Zeit fürs Erzählen ist knapp. Gleich ist die Schule aus, und die Räume werden gestürmt. Ab 12.45 Uhr steppt dort oben im Köhlerstadel in Schongau der Bär.

Auch tiefsinnige Gespräche mit Jugendlichen gehören dazu

Was er an der Arbeit mit den Jugendlichen besonders gerne mag? „Das freie Arbeiten. Jeder Tag ist hier wirklich komplett anders.“ Kochen. Handwerken. Spiele zocken. Aber auch tiefsinnige Gespräche mit den jungen Menschen gehören dazu. Vor allem hier ist jetzt auch Sebastian Kosler oft Anlaufstelle für die Jugendlichen. Hat er schon Flirt-Tipps gegeben? „Nein, das nicht.“ Aber viel über Beziehungen gesprochen. Über Freundschaften. Streit. Liebe. Eifersucht. „Ich bin Berater für alles.“

„Es ist total wichtig, dass die Jungs in der Pubertät auch einen männlichen Ansprechpartner haben“, betont Juze-Leiterin Heller-Chmiel. Sie freut sich über die männliche Unterstützung – der neue Kollege ist keine Selbstverständlichkeit aufgrund des Mangels an männlichen Erziehern.

Als Kind und Jugendlicher bei den Schongauer Pfadfindern

Was hat Sebastian Kosler dazu bewegt, Erzieher zu werden? Eine schwere Frage sei das, räumt er ein. „Ich bin als junger Mensch so aufgewachsen, immer Teil einer Gruppe gewesen.“ Nicht zuletzt seine Zeit bei den Schongauer Pfadfindern als Kind und als Jugendlicher hätte ihn sehr geprägt. Das Leiten einer Gruppe, das Arbeiten mit Menschen: Für Sebastian Kosler ist es das, was er sich immer gewünscht hat.

Ob er noch auf den Erzieher draufsattelt, ist noch unklar

Fünf Jahre hat er bislang in seine Ausbildung investiert. Wie es für ihn weitergeht, ob er irgendwann noch auf den Erzieher draufsattelt: Das steht momentan in den Sternen. Sebastian Kosler steht an der großen Saft-Bar. Man sieht ihm an: Erstmal ist er hier angekommen. „Ich bin total happy, wie sich alles für mich entwickelt hat.“

Auch interessant:

Offene Ganztagsschule,Jugendzentrum, Krippenerweiterung, neuer Kindergarten: Die Marktgemeinde Peiting hat einige wichtige Bauprojekte vor der Brust. Während manche im Zeitplan liegen, stehen hinter anderen noch größere Fragezeichen.

Der Kreistag tagt, es werden wahrscheinlich weitreichende Entscheidungen getroffen, die die Zukunft des Landkreises betreffen. Und niemand wird davon erfahren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

450 Inthroball-Karten in einer Stunde weg
Das dürfte eine Premiere mit durchschlagendem Erfolg werden: Der erste Inthronisationsball in der Lechsporthalle in Schongau. Schon zum Faschingsauftakt waren fast alle …
450 Inthroball-Karten in einer Stunde weg
Heftige Debatte: Reinigungskräfte sollen bei Servicegesellschaft angestellt werden
Für erhebliche Debatten im Kreistag sorgte der Plan der Krankenhaus GmbH, eine Servicegesellschaft zu gründen, bei der sämtliche Reinigungskräfte für die beiden Kliniken …
Heftige Debatte: Reinigungskräfte sollen bei Servicegesellschaft angestellt werden
Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Weil die bestehenden Hochspannungsleitungen in der Region in die Jahre gekommen sind, werden diese sukzessive erneuert. Die LEW Verteilnetz GmbH will die Gelegenheit …
Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend
Zahlreiche Ehrengäste, jede Menge Grußworte und den Landkreis-Löwen in Porzellan als Gastgeschenk. Ein launiges Fest zum 100. Geburtstag feierte die Schongauer SPD am …
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend

Kommentare