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Die neue Juze-Leiterin Nicole Heller-Chmiel begrüßte heute die ersten Jugendlichen. Bei den geplanten Aktivitäten im Jugendzentrum will sie vor allem auf die Wünsche der 12- bis 18-Jährigen eingehen.

Jugendzentrum wieder offen 

Neue Leiterin beendet Juze-Zwangspause

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Still und leise haben sich in dieser Woche wieder die Türen des Schongauer Jugendzentrums geöffnet. Die neue Leiterin Nicole Heller-Chmiel hofft, dass sich die großzügigen Räume schnell mit Leben füllen. Ein paar Jungs haben gestern schon vorbeigeschaut.

Schongau – Schüchtern stecken Lukas, Sebastian und Roland ihre Köpfe durch die Tür. „Kommt nur herein“, ruft ihnen Nicole Heller-Chmiel, zu. Zögerlich betreten die 13-Jährigen den Raum. Mehrere Sofas, ein Billard-Tisch, ein Kicker, eine Dart-Maschine und eine nagelneue Playstation samt Flachbild-TV warten auf sie. Die drei entscheiden sich für Billard. Acht Monate hatten sie auf ihr Spiel in der Mittagspause verzichten müssen, weil das Jugendzentrum dich war. Die Leiterin Nicole Tafertshofer hatte sich verabschiedet. Ihre Kinder waren in den BMX-Bayernkader berufen worden, die Mutter wollte sie zu den Wettkämpfen quer durch Europa begleiten (wir berichteten). Die Jugendlichen in Schongau standen seitdem vor verschlossener Tür. „Wir sind dann halt mittags in die Stadt gegangen und haben uns Chips gekauft“, erzählt Roland.

Das müssen sei jetzt nicht mehr. Die Stadt hat mit Heller-Chmiel eine neue Leiterin gefunden, und die will mit den Jugendlichen in Zukunft auch kochen. Heute wartete die 35-Jährige gespannt auf den ersten Besuch und wurde nicht enttäuscht: Am Mittag schauten schon neun Jugendliche vorbei. „Das ist doch schon bombastisch“, freute sich die neue Leiterin.

Die gebürtige Thüringerin lebt in Buchloe und kommt frisch von der Uni. Ende September hatte sie ihr Studium für die soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe in Heidenheim abgeschlossen, jetzt tritt sie ihre erste Arbeitsstelle an. Schon das Vorstellungsgespräch sie „ziemlich nett“ gewesen. Und als sie das Alpenpanorama, das Schongau bietet, vor Augen hatte, „war ich baff“. Von ihrem Arbeitsplatz ist die 35-Jährige natürlich auch begeistert: Das Jugendhaus wurde bekanntlich im ersten Halbjahr 2016 gehörig aufgemöbelt. Es bekam unter anderem neue Toiletten, Möbel und eine Küche; der Fußboden wurde abgeschliffen und versiegelt. An der Decke hängen große Lautsprecher, der Raum ist wie gemacht für Partys und auch Auftritte von Bands. „Das einzige, was ich mitgebracht habe, sind ein paar Blumen“, lacht Heller-Chmiel, die jetzt zusammen mit den Jugendlichen Ideen entwickeln möchte. Sie kann sich zum Beispiel vorstellen, mit ihnen im Frühjahr aus Paletten Gartenmöbel herzustellen und zu Grillen.

Damit möglichst viele Jugendliche erfahren, dass der Betrieb wieder läuft, wird sich die Leitern nun bei den örtlichen Vereinen, Kirchen und Schulen vorstellen. Und natürlich soll es demnächst auch eine Eröffnungsparty geben. „Ein Datum haben wir aber noch nicht, das möchte ich mit den Jugendlichen planen“, sagt die 35-Jährige.

Das Jugendzentrum

an der Bürgermeister-Lechenbauer-Straße 2 ist für Jugendliche ab 12 Jahren montags bis donnerstags von 12.30 bis 18.30 Uhr und freitags bis 22 Uhr geöffnet. Alkohol ist tabu, Spezi und Limo gibt es für 50 Cent pro Flasche.

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