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Als König Ludwig II. ritt Robert Kassebaum vergangenes Jahr beim Schockerberg auf einem Schwan in den Saal. Dieses Mal wechselt er in die Fastenprediger-Kutte.

Längst ausverkauft

Neuer Fastenprediger am Schockerberg

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Schongau - Wenn eine Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit ausverkauft ist, wissen die Organisatoren: Sie haben alles richtig gemacht. Das trifft dieses Jahr auf den Schockerberg, den Starkbieranstich der Schongauer CSU, zu – die rund 600 Karten für die Doppelveranstaltung am kommenden Wochenende waren sofort weg.

Wie üblich hatte die CSU den Vorverkaufs-Start für den Schockerberg auf einen Samstagnachmittag gelegt, die Karten gab es eine Stunde lang im Münzgebäude. Fraktionschef Michael Eberle, der am Samstag nicht dort war, fragte am Montag bei seinen Kollegen nach, ob er noch eine Pressemitteilung für den weiteren Vorverkauf rausgeben solle. Die Antwort: Das kannst Du Dir sparen, es sind alle weg. „Sogar am Samstag kamen manche zu spät und haben nichts mehr bekommen“, freute sich Eberle. „Das große Interesse spornt einen natürlich an, da hat man bei den Proben noch mehr Energie.“

Mit den Proben meint Eberle das traditionelle Singspiel, das im Mittelpunkt des Starkbierfests steht. Die CSUler sind in den vergangenen Jahren schon in die Rollen von Asterix und Obelix geschlüpft, in griechische Gewänder, hatten Piraten gemimt – man darf gespannt sein, was die CSU sich dieses mal ausgedacht hat. Eberle verrät wie immer nichts, doch eines ist klar: Das alles überlagernde Thema Asyl ist zu heikel, wird nicht angepackt. „Das wäre ein Tanz auf dem Drahtseil. Wir machen etwas zur Kommunalpolitik“, sagt Eberle.

Ansonsten steht das bewährte Programm: 

Die Stadtkapelle um Marcus Graf sorgt für die Musik, Marianne-Porsche-Rohrer wird ihre unfassbaren Reim-Künste zum Besten geben, Markus Wühr alias Luis aus Südtirol mit seinen falschen Zähnen das Publikum mit seinen absurden Geschichten begeistern. Und die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle wird das Publikum zum Abschluss wieder zum Toben bringen, so viel ist sicher: „Die brauchen wir unbedingt wieder, die nehmen uns selber so schön auf die Schippe“, sagt Eberle.

Bleibt nur noch der Fastenprediger – und der ist neu. Nach Luitpold Braun jun. hatte Markus Wühr den Posten drei Jahre lang erfolgreich übernommen, ehe 2014 Paul Huber und Rainer Knäbel ein eher mittelprächtiges Debüt gaben. Nach einem Solo-Auftritt im Vorjahr hat Huber jetzt auch abgedankt – die CSU wurde bei Robert Kassebaum fündig. „Ich wurde gefragt und konnte nicht nein sagen“, sagt Kassebaum, der als Bruder Oculus auf der Bühne stehen wird. Als Zauberer und Drehorgelspieler ist er Auftritte vor Publikum gewöhnt, das hilft schon einmal – wobei so eine Fastenpredigt eine andere Hausnummer ist. „Ich habe so etwas noch nie gemacht und springe einfach ins kalte Wasser“, sagt Kassebaum. Sein Problem ist ähnlich wie das von Michi Marchner, der vergangene Woche im Brauhaus über Themenmangel klagte: „So viel hat sich tatsächlich nicht getan“, sagt Kassebaum. Aber er hat sich genau umgehört und wird seine Themen finden.

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