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Bereits Ende 2016 ging der erste Imagefilm über die Schongauer Altstadt online.

Brief an Bürgermeister und Stadtrat

Neuer Schongauer Imagefilm: Krankenhaus protestiert

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Dass das Schongauer Krankenhaus im Imagefilm der Stadt keine Erwähnung findet, erzürnt Leitung und Mitarbeiter der Klinik. Die Diskussion hierüber hätte die CSU gerne in die öffentliche Stadtratssitzung gezogen, was aber nach 15-minütiger Debatte hinter verschlossenen Türen abgelehnt wurde.

Schongau – „Wir kommen als Krankenhaus im Imagefilm nicht vor.“ So fasst es Isa Berndt, Sprecherin der Krankenhaus GmbH, zusammen. Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer hat stellvertretend einen Brief an Bürgermeister Falk Sluyterman und den Stadtrat verfasst. Sowohl sämtliche Chefärzte als auch die Pflegedienstleitung tragen diesen namentlich mit – auch für alle Mitarbeiter des Schongauer Krankenhauses.

Dass im neuen, erst kürzlich online gegangenen zweiten Imagefilm das Schongauer Krankenhaus nicht einmal erwähnt wird, habe alle sehr befremdet, so Berndt. „Zum einen sind wir eine wichtige Einrichtung nicht nur für Schongau, sondern auch für die ganze Umgebung.“ Dies nicht nur in der Notfallmedizin, sondern auch, was die Fachbereiche anbelangt. „Zum anderen sind wir ein großer Arbeitgeber – andere Firmen sind genannt.“ Berndt sieht die Problematik auch unter dem Aspekt des Fachkräftemangels, bundesweit sei es schwer, Ärzte zu finden – das Fehlen im Imagefilm fördere die Personalsuche nicht gerade. „Wir sehen uns auch klar als Mehrwert für Schongau – so viel Selbstbewusstsein haben wir auch, dies zu formulieren“, so die Sprecherin der GmbH.

„Es gab vorher eine detaillierte Absprache, welche Teile aufgenommen werden sollen“, so Florian Raab von der Schongauer Agentur Filmbaar, die auch den zweiten Imagefilm erstellt hat. Mit einbezogen gewesen seien Bürgermeister Falk Sluyterman, die damalige Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt sowie seine Team-Mitarbeiter. Die Diskussion sei kritisch, denn es komme auch kein einziger Schongauer Verein vor oder etwa die Eishalle. Natürlich könne man auf das Krankenhaus stolz sein, aber dieses sei tendenziell eher dem Landkreis zuzuordnen, so Raab. „Das war auch kein mutwilliges Weglassen, ausschlaggebend ist die Kurzweiligkeit des Films.“ Auch habe man aus Kostengründen weitgehend auf das Material des ersten Films zurückgegriffen. Im Nachhinein, wie seitens des Krankenhauses vorgeschlagen, eine Filmsequenz einzuarbeiten, sei möglich, aber bringe wenig für den Bekanntheitsgrad. Der Imagefilm habe online bereits eine gewisse Reichweite erlangt.

Genaue Zahlen hierfür hat der Bürgermeister: 200 Likes, 300 mal geteilt, 15 000 Aufrufe, 28 000 erreichte Personen erzielte der Imagefilm seit Veröffentlichung auf der Facebook-Seite der Stadt. Die generierten Online-Klicks seien ein Grund, warum der Stadtrat mehrheitlich den Film nicht nachgebessert haben möchte, informierte Sluyterman über die dann nichtöffentlich geführte Diskussion. Jedoch solle das Thema „Gesundheit und Soziales“ in Kürze in einem weiteren Imagefilm beauftragt werden. „Da wird selbstverständlich auch das Krankenhaus vorkommen, wie auch das Alten- und Pflegeheim, das Ärztehaus und unsere generell gute gesundheitliche Versorgung in Schongau.“

Die CSU-Fraktion hatte eingangs der Sitzung den Antrag gestellt, den nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt Kritik am Imagefilm öffentlich zu behandeln. Eine Viertelstunde lang diskutierten daraufhin die Räte unter Ausschluss der Öffentlichkeit – und folgte dem Antrag letztlich nicht. „Es ging auch um Fragen der Betriebs- und Geschäftsordnung“, begründete es Sluyterman, der für sich reklamiert, dass er größtmögliche Transparenz anstrebe. „Ich bin ein Verfechter davon, auch nichtöffentliche Tagesordnungen anonymisiert zu veröffentlichen“, so Sluyterman. Vor zwei Jahren sei er damit in Schongau jedoch gescheitert.

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