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Harmonierten wunderbar auf der Bühne des Ballenhauses beim Neujahrskonzert des Kulturvereins Schongauer Land: Von links Michael Suttner, Susanna Klovsky, Brya n Lopez Gonzales, Herbert Hanko und Barbara Felicitas Marin. 

Neujahrskonzert im Ballenhaus

Mit Virtuosität und Ausdruckskraft

Schongau – „Wunderbar, wunderbar“ aus dem Musical „Kiss me Kate“ von Cole Porter wurde zum Schluss gesungen. Und treffender hätte man die Veranstaltung im Schongauer Ballenhaus auch nicht beschreiben können. Wunderbar auch, dass der Kulturverein Schongauer Land traditionsgemäß zum Jahresbeginn zu einem Neujahrskonzert einlädt.

Und wie beliebt diese Veranstaltung ist, zeigte der wie üblich vollbesetzte Saal. In diesem Jahr wurde dem Publikum Altbekanntes und etwas vollkommen Neues geboten, und auch das war eine wunderbare Idee. Bekannt war der größte Teil der Mitwirkenden. Michael Suttner (Violine, Gesang) und Herbert Hanko (Bariton) lieferten nicht nur ausgezeichnete musikalische Beiträge, sie moderierten auch in gewohnt lockerer und informativer Weise das Programm.

Vergangenes Jahr war er als Gast aufgetreten und hat mit seinem kraftvollen Tenor begeistert, bei diesem Konzert trat der Kubaner Bryan Lopez Gonzales als Hauptsänger auf. Wunderbar seine mühelosen hohen Töne, sein langer Atem, seine Ausdruckskraft. Gänsehaut bekam man beim Gassenhauer „La donna é mobile“ aus der Oper „Rigoletto“ von Guiseppe Verdi. Und mit genau der richtigen Portion Schmelz präsentierte Gonzales ebenfalls den Ohrwurm „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Im Land des Lächelns“ von Franz Lehár.

Altbekannt auch das Orchester. Denn als solches muss man die Münchner Pianistin Susanna Klovsky bezeichnen. Sie begleitet nicht einfach nur am Klavier. Klovsky trägt die Sänger durch die Stücke mit einer unglaublichen Virtuosität und Ausdruckskraft. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit geschieht das Ganze, und so wundert es nicht, dass Klovsky Stipendiatin ist als Liedbegleiterin aber auch als Solistin in ganz Europa konzertiert.

Neu war heuer die Sopranistin Barbara Felicitas Marin. Und sie passte in diesen hochkarätigen Rahmen. Ihr ausdrucksstarker Koloratursopran kam vor allem bei dem „Frühlingsstimmenwalzer“ von Johann Strauß zur Geltung. Wie herrlich trillerten da die Töne einem Vogelzwitschern gleich durch den Raum.

„Wir legen in diesem Jahr im ersten Teil den Schwerpunkt der Musik auf Spanien“, verkündete Michael Suttner dem Publikum. Und das erlebte nun wunderbare Klänge, die für die meisten Zuhörer sicherlich Neuland waren. So hörte man Arien aus den sogenannten Zarzuelas, einer spanischen Musikgattung, die zwischen Oper und Operette anzuordnen ist.

Dramatische, schnelle und spritzige Kompositionen sind das zumeist, wunderbar zurechtgeschnitten für den kubanischen Tenor und auch für die im engen roten Kleid auftretende rassige Sopranistin. Einen rasanten spanischen Tanz für Violine und Klavier, den „Malaguena“ des berühmten Geigers und Komponisten Fritz Kreisler, boten Suttner und Klovsky in perfekter Harmonie. Und Herbert Hanko sang mit vollem Bariton einen fetzigen Tango vom argentinischen Komponisten und Begründer des Tango, Nuevo Astor Piazolla.

Einfach wunderbar im zweiten Teil das „Zigeunerlied“ von Charles Kalman, gesungen und gespielt von Michael Suttner . Mit einer unglaublichen Virtuosität interpretiert Suttner hier das traurige Lied auf seiner Geige. Und dann gleich noch einmal die Geige zusammen mit der Sopranistin beim rasanten „Spiel auf deiner Geige“ von Robert Stolz.

Herbert Hanko hatte sich umentschieden und sang nichts Altbekanntes über Borstenvieh aus dem „Zigeunerbaron“. Der gebürtige Wiener sang und summte hingegen ein ins Herz gehendes Lied aus seiner Heimat „Drunt‘in der Lobau“ von Heinrich Strecker. Auch etwas Neues, selten Gehörtes und eine gute Wahl. 

Regina Wahl-Geiger

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