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Auf dieser Seite des Wehrpasses von Simon Högner sind die Personenangaben vermerkt.
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Auf dieser Seite des Wehrpasses von Simon Högner sind die Personenangaben vermerkt.

Welfen-Gymnasium Schongau

Neuntklässler forschen nach: Wehrpass vom Uropa des Lehrers untersucht

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Selbst nachgeforscht haben Neuntklässler des Welfen-Gymnasiums Schongau im Geschichtsunterricht. Der Lehrer hatte ihnen den Wehrpass seines Uropas mitgebracht.

Schongau - „Es war sehr lehrreich und faszinierend zu sehen, was man alles durch das Dokument herausfinden konnte“: Dieses Fazit zogen vier Schülerinnen des Welfengymnasiums, nachdem sie sich intensiv mit einem Wehrpass auseinandergesetzt haben. Eigene Forschung, Quellenarbeit und das selbstständige Erarbeiten von Wissen statt frontalem Unterricht, standen im Vordergrund des Projektes.

Geschichtslehrer Michael Herkommer hatte den Neuntklässlern den Wehrpass seines Urgroßvaters Simon Högner in die Hände gedrückt mit dem Auftrag, sich damit auseinanderzusetzen. Im Unterricht beschäftigen sich die Schüler mit dem Dritten Reich und dessen Expansionspolitik. Mit dem Originaldokument hatte sich bisher niemand beschäftigt – die Schüler mussten also selbst auf Spurensuche gehen. Ziel war es, in der Kleingruppe einen Aufsatz über die Erkenntnisse zu schreiben.

So lernten Patrizia Marino, Lisa Ihsen, Alisia Beer und Helena Schleich, dass Wehrpässe zur Zeit des Zweiten Weltkrieges an alle männlichen Wehrpflichtigen verteilt wurden. Darin wurde die Tauglichkeit und weitere persönlichen Angaben vermerkt.

„Dem Pass kann entnommen werden, dass Simon Högner am 18. November 1900 in Friesenried bei Kaufbeuren geboren wurde, verheiratet und vor dem Krieg Bauer war“, schreiben die Schülerinnen. Aufgefallen ist ihnen, dass Högner alle Staatsformen des 20. Jahrhunderts miterlebte. „Zur Zeit seiner Geburt war Deutschland noch ein Kaiserreich. Dies änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg mit der Weimarer Republik 1918/1919 und dann wieder 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.“

Marino, Ihsen, Beer und Schleich konnten dem Pass auch entnehmen, dass Högner 1939, wenige Tage vor Beginn des Krieges, in den aktiven Wehrdienst aufgenommen wurde. Auch seine Aufgaben haben die vier herausgefunden. Dazu zählten die Überwachung der Bevölkerung, Unterkunftsfragen und der Gesundheitsdienst, die Erfassung von Vorräten und wehrwirtschaftlich wichtigen Betrieben sowie Verkehrsregelungen.

Auch die Aufzählung der Einsatzorte wurde im Wehrpass minutiös dokumentiert. So erhält der heutige Betrachter direkte Einblicke in den Verlauf des Zweiten Weltkrieges.“ Zwar wurde Högner am 20. Februar 1941 entlassen, wurde aber am 20. Juli 1944, dem Tag des Stauffenberg-Attentats, erneut in den Wehrdienst aufgenommen.

„Am Beispiel Högners erkennt man, dass auch auf ältere Soldaten am Ende des Krieges keine Rücksicht mehr genommen wurde, genauso wie zum Schluss Kinder und Jugendliche für die wahnwitzigen Vorstellungen Hitlers kämpfen mussten.“  

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