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Emotional ging’s zu bei der Info veranstaltung im Juli am Lido. 

Stadtrat

Nicht einmal eine Schaukel für den Schongauer Lido

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Nichts wird’s mit einem Spielplatz am Lido: Der Stadtrat hat am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, die ursprünglichen Pläne nicht weiter zu verfolgen. Selbst der Minimal-Kompromiss für eine Schaukel und einen Sandhaufen fand keine Mehrheit.

Schongau – Nach dem Beschluss im Juli, für 14 000 Euro eine Kinderspiel-Erlebnisstation an den Lido nahe des Bootshauses zu bauen, wogte eine Welle des Protests durch Schongau. „Das hat zu großem Unmut in der Bevölkerung geführt, über 600 Unterschriften wurden bei mir abgegeben“, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman an die Zeit kurz vor den Sommerferien. Deshalb war schnell klar, dass die Pläne so nicht umgesetzt werden und das Thema noch einmal im Stadtrat behandelt wird.

Am Dienstagabend sagte Sluyterman, er sei verwundert, dass tatsächlich niemand die Spielplatz-Pläne verteidigt habe. „Sonst bekomme ich viele Nachrichten per Mail oder Handy, aber da war nichts.“ Deshalb schlug er vor, die CSU, die damals den Antrag gestellt hatte, solle das Vorhaben zurückziehen.

Ärger über parkende Autos

„Jetzt haben wir so lange darüber gesprochen, da sollte es auch eine abschließende Entscheidung geben“, entgegnete CSU-Fraktionschef Michael Eberle. Er betonte, man habe nie einen Spielplatz gefordert, sondern „ein bis zwei Spielgeräte“, zitierte er aus dem damaligen Antrag. „Vom Bauamt ist das dann hochgezoomt worden.“ Die vom Bauamt jetzt vorgelegten abgespeckten Pläne mit einem Matschspiel-Sandkasten und einer Mini-Schaukel finde man aber gut, „das entspricht unserer ursprünglichen Intention und bedeutet dort keine wesentliche Einschränkung“. Die Spielgeräte würden nur so viel Platz wegnehmen wie zwei Autos, die dort unten zunehmend gehäuft parken würden.

Die Autos waren auch anderen Stadträten ein Dorn im Auge. „Man darf eigentlich nur mit Ausnahmegenehmigung dort reinfahren und muss danach gleich wieder weg. Die haben dort definitiv nichts verloren“, sagte Ilona Böse (SPD). Auch Nina Konstantin (ALS) war der Meinung, „da muss man etwas dagegen tun“, und Paul Huber (CSU) forderte, oben zuzusperren, um das Hereinfahren zu unterbinden. Sluyterman kündigte an, das Thema nächstes Jahr aufzugreifen.

Meinungen gingen weit auseinander

Doch so einige sich bei diesem Thema alle waren, die Spielgeräte sorgten für diverse Meinungen. „Die Sache ist total aus dem Ruder gelaufen, und jetzt wird uns die neue Planung als Kinder-Erlebnisstation verkauft“, ärgerte sich Siegfried Müller (ALS), der forderte, dort alles zu belassen, wie es ist. Kornelia Funke (CSU) sagte, sie habe mit vielen Bürgern gesprochen, gegen eine kleine Spielmöglichkeit habe niemand etwas. Und ihr Parteikollege Robert Stöhr plädierte auch im Namen seiner Tochter dafür, wenigstens etwas Kleines für Kinder aufzustellen. „Das ist vertretbar, da bricht uns kein Zacken aus der Krone.“ Selbst Peter Huber (SPD), eigentlich strikter Gegner eines Lido-Spielplatzes, tat sich schwer, gegen eine Schaukel zu stimmen.

Die UWV dagegen war komplett dagegen, „weil erwachsene oft etwas für Kinder fordern, was die gar nicht haben wollen“, so Mona Maucher, und Böse sah beim Thema Sandkasten ein Verschmutzungs- und Vandalismus-Problem. „Ich könnte mir nur etwas ganz Natürliches vorstellen, zum Beispiel einen Baumstamm, bei dem man Wasser durchschütten kann.“

Eberle schlug schließlich als Kompromiss vor, die abgespeckten Pläne der Stadt noch weiter einzudampfen: „Eine Schaukel und einen Haufen Sand, dann sind alle zufrieden.“ Nachdem die ausufernde Diskussion auf Antrag von Friedrich Zeller (SPD) gestoppt worden war, schlug Sluyterman genau das vor. Doch selbst für die Mini-Lösung konnte sich die Mehrheit nicht erwärmen, mit 14:9 wurde sie abgelehnt.

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