Viele abtrennbare Einheiten hat die neue Notaufnahme am Krankenhaus Schongau. Im Bild Dr. Michael Platz mit Schwester Marigona Berisha, Leitung Pflege ZNA
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Viele abtrennbare Einheiten hat die neue Notaufnahme am Krankenhaus Schongau. Im Bild Dr. Michael Platz mit Schwester Marigona Berisha, Leitung Pflege ZNA

Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau

Schongauer Notaufnahme geht wieder ans Netz

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme am Krankenhaus Schongau ist wieder in Betrieb gegangen. Die Räume sind für zwei Millionen Euro umgebaut worden und nun ein abtrennbarer Bereich. Der Aufwand, alles Corona-konform zu machen, war enorm, aber jetzt ist man stolz. „Wir haben nichts verloren und viel gewonnen“, so Dr. Michael Platz.

  • Corona hat auch die Modernisierung der Notaufnahme am Krankenhaus Schongau behindert
  • Der verspätete Startschuss fiel erst im Juli. Kosten: rund zwei Millionen Euro
  • Der neue Bereich wurde gestern wieder in Betrieb genommen

Schongau – Am Tag des Umzugs in die nun neuen Räume der Notaufnahme im Schongauer Krankenhaus herrscht noch Ruhe, aber konzentrierte Betriebsamkeit. Während der frisch sanierte Bereich morgens noch ganz leer war, schieben Mitarbeiter nach und nach alle notwendigen Geräte und Schränkchen an ihren Platz, am gestrigen Dienstag konnten wieder die ersten Patienten versorgt werden. Nach der Geburtshilfe und der Inneren Medizin ist dies nun Schritt drei, das Krankenhaus Schongau nach und nach wieder in den Normalbetrieb zu bringen. Und Corona hatte auch die Bauphase völlig auf den Kopf gestellt, wie Ärztlicher Direktor Dr. Michael Platz erklärt.

Startschuss für den Umbau der Notaufnahme fiel wegen Corona verspätet

Ursprünglich hatte man die Baumaßnahme in einem Rutsch erledigen wollen, doch schon dieser Plan musste wegen der Brandschutzmaßnahmen fallengelassen werden. Der erste Abschnitt der Patientenaufnahme im vorderen Bereich des Krankenhauses wurde noch verwirklicht. Dann kam Corona und wirbelte den Ablauf der zweiten Bauphase komplett durcheinander. „Wir mussten einen Kraftakt leisten und haben das nun binnen von fünf Monaten hinbekommen, worauf ich mächtig stolz bin“, so Platz. Statt im Mai fiel der verspätete Startschuss Ende Juli. Hierfür musste man zunächst einmal die Liegendaufnahme der alten Notaufnahme komplett verlagern – diese erfolgte während der Baumaßnahmen über den Wirtschaftshof. „Wir dachten erst, das geht logistisch gar nicht, aber wir haben es gelöst.“ Vom Untergeschoss ging es dann für die Patienten direkt zwei Stockwerke höher auf Station zwei. Von dort aus wurden sie auf die entsprechenden Stationen verteilt.

Nun ist die Notaufnahme wieder im Erdgeschoss beheimatet. Alle Provisorien werden zurückgebaut, auch die Umleitungen für die Patienten, die in eine der Praxen im Krankenhaus wollten. Ein ausgeklügeltes Markierungssystem leitete, teils über den Keller, quer durchs Haus an der Baustelle vorbei.

Corona brachte auch noch ganz andere Regeln mit

Nicht nur am Zeitplan konnte man nicht festhalten, Corona brachte noch ganz andere Regeln mit – speziell in der Notaufnahme. Der Corona-Ausbruch im Krankenhaus Schongau habe dazu beigetragen, dass man sich schon lange nicht mehr nur auf das Maske-Tragen verlässt: Es gibt einen ausgeklügelten Testplan für Personal wie für Patienten, so Platz.

Der Ärztliche Direktor erläutert das strenge Sicherheitskonzept in der Schongauer Klinik

Wer in die neue Notaufnahme eingeliefert wird, ist zur Abklärung mit einem Schnelltest erstmal in einem komplett isolierten Bereich. Der Patient darf dann entweder links abbiegen – ohne Covid – oder muss durch die rechte Tür. „Aber schon hier haben wir alles schön unter Kontrolle.“ Während vorher alle Hauptachsen durch die Notaufnahme liefen, leitet man nun alles daran vorbei und kann, etwa nachts, zusätzlich zusperren. Niemand, der dort nichts verloren hat, kann die Notaufnahme betreten. Aus einem großen Bereich wurden viele kleine abtrennbare Einheiten, „wir sind vom Konzept her nun sehr flexibel“, so Platz.

Patienten werden mit einer FFP2-Maske versorgt

Bereits bei der Untersuchung im Isolationsbereich werden die Patienten mit einer FFP2-Maske versorgt. Auch alle Mitarbeiter sind mit diesem Maskentyp ausgestattet. „Die FFP2-Masken erhöhen die Sicherheit wesentlich“, so Platz, da habe es auch nie Diskussionen gegeben wegen der Kosten. „Viele Häuser müssen die Lektion, die wir gelernt haben, noch nachholen“, meint er mit Blick auf Corona-Ausbrüche in anderen Kliniken. Das Konzept in Schongau ist streng und alles strikt geregelt – bis hin zur Kaffeepause. Maximal zwei Mitarbeiter dürfen gleichzeitig in die Pause gehen, an der Tasse nippen darf aber immer nur einer, der andere muss die Maske aufbehalten.

Nach der Geburtshilfe (laut Platz ein „Hochsicherheitstrakt“), Innerer Medizin (Intensiv-Patienten der Inneren Medizin ohne Covid müssen allerdings noch in andere Häuser verlegt werden) und jetzt Zentraler Notaufnahme, könnte ab dem 11. Januar die Chirurgie wieder starten. Denn noch übernimmt das Weilheimer Krankenhaus die chirurgische Versorgung. „So ist der Plan, aber es ist auch nur ein Plan, damit wir wissen, wovon wir abweichen müssen“, macht Platz die unsichere Lage deutlich, auch hinsichtlich der bekannt gewordenen Coronavirus-Mutation. Aber jetzt freut man sich erst mal, „ein echter Versorger im Landkreis zu sein“.

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