Schnürstiefel einer Domina, in einem Studio in Hamburg
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Die Stiefel einer Domina (Symbolbild).

Vermieter strebte Räumungsklage an

Frau bot Sexdienste im Internet an - Doch ob sie in der Wohnung als Domina zur Tat schritt, ist offen

Das Anbieten von Domina-Diensten im Internet ist kein Grund für eine Wohnungskündigung. Mindestens hätte der Vermieter vorher eine Abmahnung schicken müssen, befanden Richter des Amtsgerichts Weilheim und des Landgerichts München II, wie Gerichtssprecherin Ulrike Fürst jetzt mitteilte.

  • Ein Vermieter hatte im Landkreis Weilheim-Schongau eine Räumungsklage angestrengt
  • Der Grund: Seine Mieterin warb im Internet für Sex-Dienstleistungen gegen Entgeld
  • Ob sie tatsächlich in ihrer Wohnung auch Besuche empfing und ihrer Tätigkeit nachging, ist offen

Landkreis - Ein Vermieter im Landkreis Weilheim-Schongau hatte gegen seine Mieterin eine Räumungsklage angestrengt, weil sie Sex-Dienste im Internet anbot. Seinen Angaben zufolge erfuhr er zufällig davon. Im Juni sei an seiner Haustür ein ihm unbekannter älterer Herr erschienen, der um Zutritt zur „devoten Herrin“ gebeten habe. Als der Vermieter herausfand, dass die Mieterin gegen Entgelt Sex-Dienstleistungen anbot und sich im Internet als „besuchbar“ darstellte, kündigte er ihr die Wohnung. Noch vor der mündlichen Verhandlung schlossen die Parteien einen Räumungsvergleich. Somit blieb offen, ob die Mieterin tatsächlich in ihrer Wohnung auch Besuche empfing und ihrer Tätigkeit nachging.

Noch vor der mündlichen Verhandlung schlossen die Parteien einen Räumungsvergleich

Der Vermieter wollte aber die hälftige Teilung der Vergleichskosten nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Die Teilung entspreche zwar dem Gesetz, wenn der Verfahrensausgang unsicher sei, hieß es. Der Vermieter sei aber der Auffassung gewesen, dass die Mieterin den Prozess sicher verloren hätte. Das sahen sowohl das Amtsgericht Weilheim als auch das Landgericht München II anders.

Ob die Frau wirklich in der Wohnung zur Tat schritt, sei nicht bewiesen und bleibe aufgrund des Vergleichsschlusses offen. Allein das Anbieten einschlägiger Dienste wiederum rechtfertige die Kündigung nicht.  dpa

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