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Friedrich Zeller beim Häuserwahlkampf in seiner Geburtsstadt Memmingen.

Oberbürgermeisterwahl in Memmingen

Jetzt gilt’s für Zeller

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Seit rund drei Wochen ist der Schongauer Friedrich Zeller wieder voll im Wahlkampf-Modus. Der ehemalige Landrat und Bürgermeister will am Sonntag Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt Memmingen werden. Die Chancen für den SPD-Bewerber stehen gut, auch wenn Beobachter ein völlig offenes Rennen sehen.

Schongau/Memmingen – Normalerweise dauert ein Wahlkampf Monate. In Memmingen dagegen ist dieses Mal alles anders: Da hat Friedrich Zeller erst vor knapp drei Wochen, an Aschermittwoch, richtig angefangen. „Bis zum Ende des Faschings waren wir bewusst zurückhaltend, weil die Trauer um Markus Kennerknecht noch überwogen hat“, sagt Zeller. Kennerknecht (46), ein guter Bekannter von Zeller, hatte erst am 6. November die OB-Wahl in Memmingen gewonnen und war nur 38 Tage nach seinem Amtsantritt beim Joggen an Herzversagen gestorben. Deshalb musste kurzfristig eine Neuwahl organisiert werden, so kam Zeller ins Spiel. Bei der Nominierungsversammlung Ende Januar wurde er einstimmig für die SPD nominiert.

Seitdem konzentriert er sich ganz auf das neue Ziel, seine politische Karriere, die schon am Ende schien, doch noch abzurunden. Im Schongauer Stadtrat ist er seitdem nicht mehr aufgetaucht. Den Februar hat Zeller genutzt, um Hintergrundgespräche zu führen, im März ist der Wahlkampf auf Touren gekommen. Zeller steht seitdem jeden Tag um 16 Uhr am Brunnen des Marktplatzes, „um vier“ nennt sich die Aktion. „Bei Wind und Wetter“, wie Zeller betont. „Man kann dabei gut mit den Leuten zu den unterschiedlichsten Themen ins Gespräch kommen.“ Und natürlich der Klassiker, Klinken-Putzen beim Haus-zu-Haus-Wahlkampf. Das hat Zeller schon damals im Bürgermeister- und Landratswahlkampf gemacht, das darf auch in Memmingen nicht fehlen. Auch wenn es in einer Großstadt (im Vergleich zu Schongau) natürlich anders ist. Dazu kommen jeden Abend Stadtteilversammlungen, die laut Zeller immer voll besetzt sind – der Ex-Landrat und -Bürgermeister ist völlig auf das Ziel fokussiert. Selbst für das kurze Telefonat mit den SN hatte er kaum Zeit. „Aber es macht natürlich Spaß“, sagt Zeller.

Doch wie stehen seine Chancen? Denn während die SPD sich feierte, weil sie mit Zeller in der kurzen Nominierungszeit einen perfekten Kandidaten aus dem Hut zaubern konnte, war auch die CSU-Konkurrenz nicht untätig und hat mit Manfred Schilder einen ebenso respektablen Kandidaten ins Rennen geschickt. IHK-Regionalgeschäftsführer Schwaben, Vorsitzender des TV Memmingen – es hätte schlechtere Kandidaten geben können. Doch Zeller hat die Unterstützung von SPD-Ikone Ivo Holzinger, der 36 Jahre Memminger OB war und dessen Wort in der Stadt Gewicht hat, und auch Kennerknecht hatte die Stichwahl vergangenen November deutlich mit 59,2 Prozent gegen seinen CSU-Kontrahenten gewonnen. So deutlich dürfte es dieses Mal aber nicht ausfallen: Beobachter erwarten eine hauchdünne Entscheidung.

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