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Ableistung des Fahneneides auf demMarienplatz in Schongau.

Öffentliches Gelöbnis

167 Soldaten am Marienplatz in Schongau vereidigt

Unter anderem 150 Lehrgangsteilnehmer der zweiten Kompanie des Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillons 3 haben in Schongau ihren Fahneneid abgelegt. Der militärische Aufmarsch hat auch die vielen Zuschauer beeindruckt.

Schongau – „Das ist der Hammer, ein überwältigendes Gefühl“, schwärmte Mathias Stöcklein aus Nürnberg nach der Vereidigung. Wenige Minuten zuvor hatte der junge Soldat mit lautstarker Stimme – wie alle anderen Kameraden – geschworen, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen – so wahr mir Gott helfe!“

Abschreiten der Soldatenfront: Kommandeur Robert Badstübner, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Falk Sluyterman. 

Den zur Vereidigung angetretenen Soldaten zollte Oberstleutnant Robert Badstübner, Kommandeur des Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillons 3, großen Respekt dafür, dass sie bereit seien, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und sich für deren Belange stark zu machen. „Sich für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung einzusetzen, für Recht und Freiheit des deutschen Volkes einzutreten, und Gefahren für sie in Kauf zu nehmen, sei nicht selbstverständlich“, erklärte der Kommandeur. Was im Ausbildungsdienst in den Heimatstandorten zunächst als normaler und sicherer „Job“ mit sporadischen Härten und angenehmer Bezahlung wahrgenommen werde, sei im Ernstfall definitiv etwas anderes als „normal oder sicher“. Die Bedingungen des Eides würden den Soldaten abverlangen, die Bundesrepublik Deutschland auch im Ausland zu vertreten, das humanitäre Völkerrecht und die Einsatzregeln nicht nur zu beachten, sondern aktiv durchzusetzen – „notfalls auch im Kampf“.

Bürgermeister Falk Sluyterman betont Wichtigkeit der Bundeswehr

Die Bevölkerung aus Schongau und Umgebung hat die Gelöbniszeremonie auf dem Marienplatz aufmerksam verfolgt. Begleitet von den Klängen des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr marschierten die Soldaten zackig ein. Die Zuhörer bekamen den „Regimentsgruß“, den Bayerischen Präsentiermarsch, den Bozener Bergsteigermarsch, der König Ludwig II.-Marsch, das „Bayerische Militärgebet“ sowie die Bayern-Hymne und die deutsche Nationalhymne zu hören. Da sind auch die Ehrengäste alle aufgestanden.

Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman betonte in seinen Grußworten, dass die Bundeswehr in der Mitte unserer Gesellschaft stehe und auch in Schongau fest verankert sei. „Die Bevölkerung steht wie eine Eins hinter den Soldaten“,versicherte das Stadtoberhaupt.

Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß hob die Bedeutung der Soldaten und ihres Auftrags hervor, „denn der ewige Weltfrieden ist längst noch nicht erreicht“.

„Das ist ein besonderer Tag für uns“, sagte Unteroffizier Christian Sessan. Die Bundeswehr sei stetig im Wandel – von der Wehrpflichtsarmee hin zur Berufsarmee. „Wir tun es für die Würde der Menschen“, betonte Sessan.

Fototermin  mit den frisch vereidigten Soldaten.

Stabsfeldwebel Andreas Reich fungierte bei dem Gelöbnis als Ansager, Oberstleutnant Felix Weller führte den Vereidigungsappell durch. Da wurden bei den Besuchern und Gästen Erinnerungen wach. Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich hatte im Juni 1979 in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw seine Vereidigung. Als Größter im Zug durfte er ganz rechts stehen. In Calw schwor auch der künftige Schongauer Bürgermeister-Kandidat Hans Rehbehn Treue zur Bundesrepublik Deutschland. Und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman hatte seine Vereidigung ganz im Norden Deutschlands, in Eckernförde.

Auch die gestern in Schongau vereidigten Soldaten kamen zum Teil von weit her (bis aus dem Westerwald). Ihre Familienangehörigen und Freunde waren ebenfalls angereist. Schon beim Familientag vormittags in der Kaserne in Altenstadt waren 600 Besucher gekommen. Auch der Zivilbevölkerung sagte Kommandeur Robert Badstübner einen herzlichen Dank.

Als besonderes Zeichen für den Rückhalt, den die Soldaten in der Gesellschaft besitzen, bekräftigten der Kommandeur, die Landrätin, der Schongauer Bürgermeister sowie Oberst Baron von Bistram und Oberst Hettmer mit einem gemeinsamen Handschlag das Gelöbnis.

Sehen Sie hier die Fotos von der Vereidigung:

Fotos: 167 Soldaten am Marienplatz in Schongau vereidigt

mg

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