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Rund 900 Besucher waren am Ostersonntag und -montag begeistert von den Konzertabenden der Stadtkapelle Schongau, der musikalischen Bandbreite und der Qualität des Klangkörpers mit seinen 68 Musikern.

Osterkonzerte der Stadtkapelle Schongau

Stadtkapelle Schongau: Tonlich und technisch auf höchstem Niveau

Märsche, Walzer, Polkas, Blues, Swing und ein Block aus dem Musical „Ludwig II.“: Die Schongauer Stadtkapelle und die Sänger Anna-Maria Perwein und Michael Etzel haben an zwei Tagen ein Konzert geboten, das auf der ganzen Linie überzeugt hat. Rund 900 Besucher am Osterwochenende waren begeistert von dieser hochklassigen Blasmusik.

Schongau – Von der Schongauer Stadtkapelle um ihren Dirigenten Marcus Graf wird ein Konzert auf hohem Niveau erwartet. Es macht einfach Spaß, diesem Orchester zu lauschen. Egal, was die Oberstufen-Kapelle mit ihren 68 Musikern – der Jüngste ist Felix Ruhland mit 13, der Älteste Luitpold Fischer mit 71 Jahren – auch intoniert. Die raumgreifende Wirkung der verschiedenen Klangfarben standen dabei immer im Vordergrund. Es waren durchwegs schwierige Stücke, die es tonlich und technisch in sich hatten. Jedes für sich sehr gut gespielt.

Antreiber und stets fordernd war jeweils Marcus Graf. Diese Kapelle hat einmal mehr bewiesen, wie zurückhaltend, detailgenau, spannungsgeladen und gleichzeitig mit großer Dichte ein Blasorchester klingen kann. Das wurde gleich zu Beginn des gut zweitstündigen Konzerts mit dem Konzertmarsch „Venezia“ deutlich. Bei der folgenden Ouvertüre zu „Candide“ von Leonard Bernstein mussten alle Register Schwerstarbeit leisten.

Also Solisten begeisterten bei dem Konzert die Sopranistin Anna-Magdalena Perwein und Tenor Michael Etzel.

„Lignum“, eine deutsche Rhapsodie, gefiel schon wegen der beiden instrumental gespielten Volkslieder „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ und „Das Lieben bringt groß Freud…“. Die Kolonisation, die Sklaverei und der Bürgerkrieg wurden dann in „Virginia“ musikalisch betrachtet. Melancholische und auch friedfertige Teile waren dabei.

Die „Polka Italienne“ war ursprünglich im Original für Klavier für vier Händen gedacht. Die Stadtkapelle spielte sie mit 136 Händen. Tobias Egelhofer war der Solist im „Concerto for Clarinet“. Blues, Swing mit virtuosen Kadenzen des Solisten. „Er ist ein Wahnsinnsmusiker“, sagte Moderatorin Kathrin Beckstein. Stimmt, dieser Mann beherrscht sein Instrument. Mit „I got Rhythm“ von George Gershwin schickte die Kapelle die Besucher in die Pause.

Für jede Menge Abwechslung sorgte das Orchester auch im zweiten Teil des Konzertes. Vor allem die Sopranistin Anna-Magdalena Perwein und Tenor Michael Etzel mit Liedern aus dem Musical „Ludwig II.“. Der Krönungschor im Hintergrund, das Tenorsolo „Geliebte Berge“ , das Sopransolo „Rosenkavaliere“ und schließlich das Duett „In Palästen geboren“: Allein dieser schöne und anmutende Gesang hätte den Besuch des Konzertes schon gelohnt. Es war einfach beeindruckend, welche Kraft in diesen Stimmen im Duett vereinigt wurde.

Es folgten noch der Walzer „Ein Abend am Meer“, die „Luftballon-Polka“, bei der es Matthias Graf mit zerstochenen Luftballons ordentlich krachen ließ, und schließlich noch das bekannte „Im weißen Rössl“ mit der Geschichte vom verliebten Leopold.

Als Weltpremiere kündigte Kathrin Beckstein den Gesang von Anna-Magdalena Perwein und Michael Etzel an: Natürlich erklatschten sich die Besucher noch Zugaben. Drei waren es an der Zahl: „Schwarzer Teufel“, die Polka „Prager Gassen“ und der Marsch „Postfaktisch Est“.

Angetan von der Qualität des Konzertes war mit Arthur Keck auch der Vertreter des Musiker-Bezirks Oberland. „Die spielen in einer anderen Liga, das hört man in allen Registern“, sagte er. „Diese Musik ist die finanzielle Unterstützung durch die Stadt allemal wert“, meinten zwei „prominente“ Konzertbesucher, nämlich Ex-Landrat Friedrich Zeller und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman. Denn die Stadt zahlt jährlich 125 000 Euro für die Musikschule und feste Zuschüsse für Dirigent und Orchester.

Walter Kindlmann

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