An heißen Sommertagen ist die Straße zwischen Wanderparkplatz und Staustufe am Lido zugeparkt.
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Der Grund für die Parkraumbewirtschaftung: An heißen Sommertagen ist die Straße zwischen Wanderparkplatz und Staustufe zugeparkt. Rettungsfahrzeuge haben es dann schwer, durchzukommen.

Stadtrat stimmt für geringere Gebühren

Parken wird am Lido so günstig wie in der Altstadt, die erste Stunde bleibt kostenlos

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Jetzt ist es amtlich: Die Parkraumbewirtschaftung am Schongauer Naherholungsgebiet „Lido“ kommt noch in diesem Sommer. Der Stadtrat hat am Dienstag die Gebühren festgelegt. Sie fallen moderater aus als zunächst angedacht und werden sich an den Preisen fürs Parken in der Altstadt orientieren.

Schongau – Wer gedacht hatte, der Stadtrat würde den einstimmigen Beschluss des Bauausschusses zur Parkraumbewirtschaftung am Lido einfach durchwinken, hatte sich getäuscht. Die wütenden Proteste einiger Schongauer in sozialen Netzwerken, die vereinzelt auch das Rathaus erreichten, hatten ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlt. Die Stadträte diskutieren am Dienstag noch einmal ausführlich über Sinn und Unsinn der ab den Sommerferien geplanten Parkraumbewirtschaftung.

Bauausschuss hatte höhere Preise vorgeschlagen

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss vor gut zwei Wochen empfohlen, jedes Jahr vom 15. Mai bis 15. September am Wanderparkplatz und an der Staustufe eine Parkgebühr von zwei Euro pro Stunde zu erheben. Das Tagesticket sollte acht Euro kosten.

CSU-Stadträtin ändert ihre Meinung

Kornelia Funke (CSU), die im Bauausschuss den Beschluss noch mitgetragen hatte, brachte im Stadtrat nun eine neue Idee aufs Tableau: Sie schlug vor, sich am Lido an den Gebühren der Altstadt zu orientieren. Eine Stunde sollte demnach gar nichts kosten, die Maximalgebühr bei fünf Euro pro Tag liegen. Und: Nur am Wochenende soll das Parken am Lido etwas kosten.

Grüne fordern sozialverträgliche Lösung für Familien

Damit war die Diskussion eröffnet. Bettina Buresch (Grüne) plädierte für eine „sozialverträgliche Lösung für schwächere Familien mit vielen Kindern, die in der Saison nicht in den Urlaub fahren können“. Sie sollten nach Meinung Buresch’ komplett von der Parkgebühr befreit werden.

Subiabre Haseitl (Grüne) meinte, dass acht Euro „sowieso zu viel“ seien und plädierte dafür, lieber Geld in einen zweiten Stadtbus zu investieren, der den Lido ansteuert. Bekanntlich ist der herkömmliche für die schmale Straße zu groß.

Mit dem Vorschlag, sich am Lido an den Parkgebühren der Altstadt zu orientieren, konnte sich indes Ilona Böse (SPD) anfreunden. Sechs Euro am Tag wären ihr zu Folge gerechtfertigt, „in Garmisch und anderswo“ müssten teils 15 Euro bezahlt werden.

CSU-Stadtrat fürchtet Minus-Geschäft und warnt vor Vandalismus an Parkautomaten

Höchst unterschiedliche Meinungen waren aus der CSU-Fraktion zu hören. Während Michael Eberle mit Blick auf die Angleichung an die Altstadtgebühr von „einem fairen Kompromiss“ sprach und Kornelia Funke wie ein Löwe für die parkgebührenfreie Mittagspause am Lido kämpfte, stellte Fraktionskollege Oliver Kellermann die Parkraumbewirtschaftung am Lido grundsätzlich in Frage: „Ich werde dagegen stimmen“, sagte der CSU-Stadtrat, der ein „Minus-Geschäft“ befürchtete. Die Parkautomaten, die voraussichtlich 2022 aufgestellt werden sollen, sieht er schon jetzt dem Vandalismus ausgesetzt. Kellermann plädierte vielmehr für ein Parkverbot in den kritischen Bereichen und eine konsequente Überwachung. „Durch Strafzettel wird sich das von selber regeln“, meinte der CSU-Stadtrat und brachte auch ein Abschleppen der falsch geparkten Autos ins Spiel.

Vorschlag, Gebühren nur am Wochenende zu erheben, fällt durch

Die Diskussion ging munter weiter. Sichtlich genervt stellte Friedrich Zeller (SPD) zwischenzeitlich den Antrag, die Rednerliste zu begrenzen und fiel mit seinem Ansinnen bei den Kollegen glatt durch. Es durften weitere Argumente ausgetauscht werden, bevor Bürgermeister Falk Sluyterman am Ende über den bunten Strauß an Vorschlägen abstimmen ließ. Mit großer Mehrheit einigte sich der Stadtrat letztlich darauf, Kornelia Funkes Vorschlag zumindest teilweise zu folgen: Das Parken am Lido wird demnach in Zukunft von Mitte Mai bis Mitte September ab der zweiten Stunde einen Euro pro folgender Stunde kosten, pro Tag werden maximal fünf Euro fällig. Wie in der Altstadt bleibt eine Stunde Parken gebührenfrei. Mit dem Vorschlag, die Gebühren nur am Wochenende zu erheben, setzte sich Funke nicht durch.

Rathauschef Falk Sluyterman regte an, nach dem Sommer die Erfahrungen zu reflektieren. Dazu will der Bürgermeister auch mit Günter Schultz in Kontakt bleiben, der das „Bootshaus“ am Lido betreibt. Für ihn und seine Mitarbeiter wird das Parken kostenfrei bleiben. Parkberechtigungsscheine wird es auch für die Wasserwacht und den Segelclub geben.

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