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Eine erste Planung, wie der neue V-Baumarkt in Peiting aussehen soll, hatte die Regierung Oberbayern im Zuge der landesplanerischen Überprüfung online zum Herunterladen bereitgestellt.

Die meisten sagen, dieses Vorhaben sei überdimensioniert

Peitinger V-Baumarkt: Stadt Schongau bleibt bei Ablehnung

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Schongauer bleiben dabei: Mehrheitlich lehnt der Stadtrat den geplanten Bau- und Gartenmarkt in Peiting ab. Zwar argumentierte Michael Eberle (CSU), dass das Vorhaben dem gemeinsamen Mittelzentrum Gewicht gebe. Aber das Projekt wird als überdimensioniert angesehen und als Gefahr für die heimische Wirtschaft aller umliegenden Orte.

Schongau– Der V-Baumarkt in Peiting ist ein umstrittenes Vorhaben. Dies wurde am vergangenen Dienstag erneut in der Stadtratssitzung deutlich. Eine umfassende Stellungnahme im Rahmen des Raumordnungsverfahrens hatte die Stadtverwaltung ja bereits abgegeben (wir berichteten). 

Nun wird die Stadt im Bauleitverfahren als Träger öffentlicher Belange beteiligt, und man bleibt inhaltlich dabei. Zwar lag den Stadträten diese Stellungnahme nicht vor, was bemängelt wurde, der Wortlaut sei aber „ähnlich“ wie in der ersten Stellungnahme, betonte Bürgermeister Falk Sluyterman.

Mit gemeinsamen Zielen nicht vereinbar

Die Planung wird nicht grundsätzlich abgelehnt, sie sei aber aufgrund ihrer Größe und des Angebots nicht standortverträglich. Am Zeißlerweg in Peiting soll eine Verkaufsfläche mit knapp 7800 Quadratmetern entstehen. 

Insgesamt sind Gewerbeflächen von rund 28 000 Quadratmetern vorgesehen als Sondergebiet Baumarkt. „Das Vorhaben ist aus Sicht der Stadt Schongau mit den Zielen der Landesentwicklungsplanung, der Regionalplanung und Raumordnung sowie des gemeinsamen Doppelortes Schongau/Peiting nicht vereinbar“, heißt es erneut in der Begründung der Verwaltung, die Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zusammenfasste.

Die Stadt geht von einer Kaufkraftbindung von rund 50 Prozent aus. Der V-Baumarkt werde eine Monopolstellung einnehmen und den Markt so sehr dominieren, dass kleine und mittelständische Einzelhandels- und Handwerksbetriebe dauerhaft geschädigt würden – bis hin zu Arbeitsplatzverlusten und Geschäftsaufgaben.

Als gemeinsames Mittelzentrum

„Ich sehe das ein bisschen anders“, hakte Michael Eberle ein. „Wir sind schon oft Jahre später am Bahnhof gestanden, und der Zug war abgefahren.“ Der CSU-Stadtrat wünschte sich, dass die Stadt Schongau das Interkommunale Entwicklungskonzept ernst nehme. 

„Als gemeinsames Mittelzentrum mit Peiting sollten wir uns als Gegengewicht verstehen zu den anderen Mittelzentren im Umkreis.“ Dabei sei er selbst gar nicht traurig, dass Peiting damit „den Stress“ habe. „Aber wir haben den Vorteil, dass das ganze Mittelzentrum aufgewertet wird und uns wieder ein bisschen Anschluss gibt“, so Eberle.

Dem widersprach Ilona Böse (SPD) deutlich. Es gehe vor allem um die Größe der Planung: „Es ist fraglich, ob es ein Obi überlebt“, so die SPD-Stadträtin. Eigentlich sei man doch wieder so weit, die Kleinen zu stärken. Auch die MöbelCentrale könne betroffen sein. „Ich bin da sehr skeptisch.“

Auch Peißenberg und Rottenbuch sehen es so

Sluyterman konnte die Einschätzung Eberles ebenfalls nicht teilen und erinnerte daran, dass in einer ähnlichen Situation in Füssen der Obi in die Knie gegangen sei. „Und wir sind nicht die einzigen im Umkreis, die das mit Sorge sehen“, erinnerte der Bürgermeister. 

Unter anderem hatte die Marktgemeinde Peißenberg sich ähnlich kritisch geäußert wie Schongau. Nun folgt Rottenbuch. Sluyterman: „Der Euro kann auch bei uns nur ein Mal ausgegeben werden.“

Michael Eberle blieb dabei, dass der Stadtrat mit gleichen Argumenten – „So einen Großen können wir nicht verkraften“ – vor vielen Jahren bereits die Entwicklung in der Schongauer Innenstadt ausgebremst habe. „Und am Ende hat es den Kleinen doch geschadet“, so seine Anspielung Richtung fehlendes Zugpferd. 

Keine weiteren „Satellitengeschäfte“

Stefan Konrad (SPD) warnte davor, dass es nicht nur bei diesem einen großen Baumarkt in Peiting bleibe, sondern sich weitere „Satellitengeschäfte“ ansiedeln. Auch Bettina Buresch (Grüne) sah diese Gefahr. „Ich befürchte, dass sich die Gemeinde Peiting da ins eigene Fleisch schneidet und ihrem eigenen gewachsenen Gewerbe schadet.“ 

Auch wenn man sich bewusst sein müsse, „dass der Zug wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten ist – wir lesen ja alle die Zeitung“ (Sluyterman), blieben 20 Stadträte bei der kritischen Stellungnahme.

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