Bedeutung des Begriffs

„Pfaffenwinkel“ spielt weiter eine Rolle

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Das „Tor zum Pfaffenwinkel“ war jüngst Streitpunkt im Schongauer Stadtrat. Bei der Abstimmung für das neue Logo war der Begriff auch für den Tourismus rausgefallen. Wie wichtig ist „der Pfaffenwinkel“ eigentlich für Schongau, und was bedeutet er für die Stadt?

Schongau – Die städtearme und klosterreiche Gegend zwischen Loisach und Lech wurde bereits im 18. Jahrhundert von Pfarrer Franz Sales Gailler in einer Beschreibung als Pfaffenwinkel bezeichnet. „Touristisch wurde Schongau mit der Umbenennung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel im Jahr 1978 unter dem damaligen Verkehrsdirektor Heinrich Vogler für die von Norden anreisenden Urlauber als ,Tor zum Pfaffenwinkel’ vermarktet“, weiß Ursula Diesch von der Schongauer Tourist Info. Dieser Begriff sei in den Schongauer Prospekten ab Anfang der 90-er Jahre im Logo verwendet worden. Im aktuellen Imageprospekt findet sich das Logo des Tourismusverbandes auf der Titelseite.

Der Pfaffenwinkel spielt durchaus eine wichtige Rolle für den Schongauer Tourismus, denn der Pfaffenwinkel ist für seine kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten wie die Wieskirche, seit 1983 in der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen, weit über die Landesgrenze hinaus bekannt. „Die aktuelle Strategie des Tourismusverbandes ist die Verbindung von Natur und Kultur, die wir uns auch in Schongau zum Ziel gesetzt haben“, so Diesch. Gemeinsam arbeite man an der Umsetzung und Vermarktung von Wander-, Pilger- und Radwegen wie dem LechErlebnisWeg, den Pilgerwegen Heilige Landschaft Pfaffenwinkel und Via Romea, den Radwegen Romantische Straße und Via Claudia Augusta.

„Bei den für Schongau spezifischen Angeboten wie Erlebnisführungen und Lechfloßfahrten nehmen wir ebenfalls Bezug zum Pfaffenwinkel.“ Die Stadtführer sind im gesamten Pfaffenwinkel als Gästebegleiter unterwegs und nehmen Schongau als Ausgangspunkt.

Änderungen durch neues Stadtlogo noch nicht geklärt

Welche Änderungen es mit und durch das neue Stadtlogo auch in der Schongauer Tourist Info geben wird, etwa bei den Prospekten, sei noch nicht abschließend geklärt. Das neu verwendete „Leben am Lech“ spielte bei den Stadtführungen natürlich auch bisher schon eine Rolle, nicht zuletzt durch die seit 2017 angebotenen Floßfahrten.

„Mit dem historischen Fernhandelsfloß können wir die Bedeutung der Stadt als mittelalterliches Handelszentrum nicht nur mit dem Transport auf dem Landweg, sondern auch durch die Flößerei auf dem Lech lebendig vermitteln“, so Diesch. Darüber hinaus würden die Gäste eine außergewöhnliche Perspektive vom Wasser aus erleben, die die anschauliche Darstellung des Lebensraums Lechtal ermöglicht.

„Das ,Tor zum Pfaffenwinkel’ soll nicht vollkommen verschwinden, nur weil es nicht mehr in dem neuen Logo vorkommt“, betont Meike Petro, bei der Stadt Schongau für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Jedoch ist sie der Meinung, dass für ein neues Stadtlogo dieses Thema „einfach zu touristisch“ sei. „Es wurde etwas Neutraleres gesucht, was sowohl für die Verwaltung, die Wirtschaft, die Kultur oder den Tourismus verwendet werden kann.“

Marke „Tor zum Pfaffenwinkel“ funktioniert gut

Die Marke „Tor zum Pfaffenwinkel“ sei über Jahrzehnte aufgebaut worden und funktioniert mittlerweile sehr gut im touristischen Bereich. „Daher spricht nichts dagegen, dass der Tourismus die Marke weiter verwendet, nur eben nicht mehr im Logo.“ Der Tourismusverein sei im übrigen losgelöst von der Stadt und daher nicht verpflichtet, das neue Stadtlogo zu verwenden. „Allerdings wäre dies wünschenswert, um einen einheitlichen Auftritt nach außen zu gewährleisten“, so Petro

Die ganze Aufregung seitens der CSU um das fehlende „Tor zum Pfaffenwinkel“ bzw. darüber, dass die Stadt nun auf diesen Begriff verzichtet, nicht verstehen kann Susanne Lengger, Vorsitzende vom Tourismusverband Pfaffenwinkel: „Das ,Tor zum Pfaffenwinkel’ war auch im alten Logo nicht drin, und ich finde den Bezug zum Lech ganz gelungen.“ Allerdings fände Lengger es „schön, gut und wünschenswert, wenn der Begriff weiter auftaucht“, er solle in der Kommunikation auch künftig vorkommen.

Worauf die Geschäftsführerin zudem hinweist: „Für Leute, die den Pfaffenwinkel nicht kennen, ist er schwierig einzuordnen.“ Sie sei schon oft gefragt worden, wo genau denn der Pfaffenwinkel liege, daher sei der Bezug zum Lech im neuen Stadtlogo nicht verkehrt. Der Tourismusverband wirbt mit „Pfaffenwinkel – natürlich Oberbayern!“

Auch Interessant: Im Pfaffenwinkel gibt es immer mehr Urlauber

Rubriklistenbild: © HEROLD/FKN

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