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Frischer Wind für die evangelische Gemeinde Schongau: Pfarrerin Julia Steller fühlt sich wohl in Schongau. 

„Es war eine leichte Entscheidung“

Pfarrerin Julia Steller bleibt vorerst in Schongau

Pfarrerin Julia Steller bleibt der evangelischen Kirchengemeinde Schongau erhalten. Nach ihrem dreijährigen Probedienst in der Lechstadt hat sich die 32-Jährige um die Pfarrstelle in Schongau beworben und wurde vom Kirchenvorstand gewählt.

Schongau – „Es war eine leichte Entscheidung, zu sagen, ich bewerbe mich auf die Stelle, die ich schon kenne“, sagt Julia Steller und lacht. Nach ihrem Vikariat in Friedrichshofen im Kreis Ingolstadt war sie von der evangelischen Landeskirche vor gut drei Jahren zum Probedienst nach Schongau geschickt worden.

Nach der erfolgreichen Abschlussbeurteilung durch den Weilheimer Dekan Jörg Hammerbacher konnte sie sich jetzt auf eine freie Pfarrstelle bewerben – und entschied sich für Schongau. Und das, obwohl es gerade eine Riesen-Auswahl an Pfarrstellen gibt. „Man sollte etwa fünf Jahre auf einer Pfarrstelle bleiben. Da habe ich hier noch zwei Jahre. Aber ich darf natürlich auch länger“, erklärt die gebürtige Leipheimerin.

Zu Schongau hatte sie von Anfang an einen guten Draht. „Ich bin hier gut aufgenommen worden und fühle mich geschätzt und unterstützt“, sagt Julia Steller, die in Schongau gleich im ersten Jahr sehr gefordert wurde. Als nämlich die erste Pfarrerin überraschend aus familiären Gründen aus dem Amt schied und sie plötzlich ganz alleine die Aufgaben zu bewältigen hatte. „Es war kein Standard-Probedienst und auch nicht immer leicht“, blickt die junge Pfarrerin zurück.

Aber sie konnte in dieser kräftezehrenden Zeit auch viel lernen. „Ich hatte sozusagen drei Mal einen Neuanfang in Schongau“, so Steller. Den dritten hatte sie mit Pfarrer Jost Herrmann, über den sie sagt: „Wir sind eine ziemlich gute Kombi.“ Eine Kombination, die sich in manchen Dingen gut ergänzt, in der sie aber auch noch etwas lernen kann. „Es gibt einiges, wo er sich mehr traut. Und es ist toll, mit welchem Elan er in der Bauphase bei der Sache bleibt“, findet sie.

Sie selbst musste sich in die Sanierung an Kirche und Gemeindehaus an der Blumenstraße erst einarbeiten, und es war ihr klar, dass sie das nicht alleine auf den Weg bringen könnte. „Es wird uns nie langweilig, weil wir beide kreative Köpfe sind“, urteilt sie über das Schongauer Pfarrer-Team. Ihr Kollege Jost Herrmann drückt es so aus: „Welche Freude. Sie hat sich für Schongau entschieden und ist auch gewählt worden.“

Erfinderisch in der Corona-Krise

Die Corona-Epidemie und die damit einhergehenden Veränderungen machte das Pfarrerteam in der Lechstadt auch erfinderisch: Der „Gottesdienst to go“ wurde geboren, und zusammen mit Vikarin Barbara Krauße und anderen Helfern wurden dafür gebastelt und vier Stationen an Christi Himmelfahrt umgesetzt. Die Fürbitten, die die Teilnehmer in eine Box werfen konnten, waren auch im Pfingstgottesdienst unter freiem Himmel im Serenadenhof der Heiliggeist-Spitalstiftung zu hören. Überhaupt habe die Corona-Krise bewirkt, dass man durch die Beschränkung von außen den Kopf freier für kreative Ideen gehabt habe, so Julia Steller.

Am Beruf Pfarrerin gefällt ihr vor allem, dass es nie langweilig werde, dass sie mit Menschen allen Alters und in allen Lebenslagen zu tun hat. Auch wenn es keine „Von 9 bis 17 Uhr-Stelle“ sei. Sie genießt sowohl den Austausch mit den Senioren, mit denen sie sich sehr verbunden fühlt, als auch mit den Konfirmanden und Jugendlichen. Von Letzteren bekam sie schon ein „Du tust uns gut“ zu hören.

Und auch den konstruktiven Austausch mit den Peitinger Pfarrerskollegen schätzt sie sehr. Zudem ist Schongau für sie eine wunderbare Stadt mit einer guten Infrastruktur und einer schönen Lage, die sie besonders der geliebten Berge wegen sehr schätzt. Pfarrerin zu sein bedeutet für Julia Steller, für die Menschen da zu sein und nicht nur für eine Zielgruppe.

VON URSULA FRÖHLICH

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Polizei und Sicherheitswacht nehmen die Überwachung des Infektionsschutzgesetzes in der Corona-Krise sehr ernst. Das bekam jüngst auch eine Gruppe Abiturienten zu spüren, die in Schongau am Lido feiern wollte.

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