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Schongauer Schwimmbad „Plantsch“ will ohne fossiler Energie auskommen - Umbau geplant

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Von: Elena Siegl

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Gut besucht war das Plantsch in den vergangenen Tagen.
Gut besucht war das Plantsch in den vergangenen Tagen. © HANS-HELMUT HEROLD

Das Plantsch will unabhängig von fossilen Energieträgern werden. In der Revisionszeit stehen daher umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Plan.

Schongau – Nach den Sommerferien ist im Schongauer Plantsch traditionell Revisionszeit angesagt. Heißt: Alle Schwimmbecken werden entleert und gereinigt, nötige Ausbesserungs- und Umbauarbeiten erledigt. Heuer geht es dabei vor allem darum, unabhängig von fossilen Primärenergieträgern zu werden. Und zwar zu 100 Prozent, wie Plantsch-Chef Andreas Kosian erklärt. Alles, was aktuell noch mit Gas betrieben wird – auch Fernwärme und Strom sind im Plantsch im Einsatz – soll auf elektrische Energie umgestellt werden. „Die Energie soll kurz- bis mittelfristig selbst noch mehr als bisher über Photovoltaik erzeugt werden“, so Kosian. Bereits ab der Wintersaison 2022/2023 soll das Bad ohne den Bezug von Gas auskommen.

„Der Umbau hat ausschließlich mit der Energiekrise zu tun“, so Kosian. Bereits in der zweiten Ukraine-Kriegswoche im Februar seien beispielsweise die Effektbefeuerungen abgeschaltet und Anfang März gegen elektronische Geräte ersetzt worden. Außerdem seien zahlreiche Energiesparmaßnahmen ergriffen worden, wodurch der Verbrauch von Gas-/Fernwärme- und Strom eingespart werden konnte, „sodass der Betrieb bisher und auch bis zum Ende der Sommersaison ohne für die Gäste spürbare Absenkungen der Temperaturen durchgeführt werden konnte und kann“.

Im Frühjahr wurden laut Kosian Elektroöfen für die Panoramasauna und die Blockhaussauna bestellt, damit der Austausch in der Revision stattfinden kann. Beginn der Umbauarbeiten ist am 13. September. Ab dann wird das Plantsch mehrere Wochen geschlossen sein.

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Plantsch Schongau: Gas war bisher wirtschaftlichster Energieträger

„Bis zum Kriegsbeginn war der Energieträger Gas für den Saunabetrieb mit weitem Abstand der wirtschaftlichste Energieträger. Die Umstellung hat also ausschließlich Gründe in der Versorgungssicherheit und wird, solange der Strom nicht selbst erzeugt werden kann, auch eine Verschlechterung des Betriebsergebnisses mit sich bringen“, so Kosian. Mittelfristig soll sich das aber ändern, wenn eine wirtschaftlich arbeitende PV-Fläche hinzukommt.

In der Verwaltungsratssitzung im Juli seien bereits alle Schritte eingeleitet worden, die möglichst schnell zum Ausbau der PV-Anlage im Plantsch führen. Allerdings hat sich noch ein unerwartetes Problem ergeben: „Leider haben sich bei der Bestandsaufnahme starke Schäden an den Blechdächern gezeigt, sodass vor dem Bau der PV-Anlage noch eine umfangreiche Dachsanierung stattfinden muss“, so Kosian.

Plantsch Schongau: Stufenplan bei Energie-Mangellagen im Winter

Trotz aller Vorbereitungen rechnet man mit Energie-Mangellagen im Winter und hat sich dafür Pläne in mehreren Stufen zurechtgelegt, um der jeweilige Situation Rechnung tragen zu können. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, müsse entschieden werden, „wenn die Art der nötigen oder gegebenenfalls gesetzlich geforderten Einschränkungen bekannt sind“. Dazu Kosian: „Wir handeln nach der Maßgabe: Maßnahmen mit hohem Einsparpotenzial vor Maßnahmen mit wenig Wirkung, aber großem Einfluss auf das Wohlbefinden der Gäste.“ Heißt: Man werde im Zweifel lieber einen ganzen Anlagenteil, wie etwa das Warmfreibecken, außer Betrieb nehmen, bevor bei den überdachten Beckenbereichen die Temperatur von Wasser und Luft abgesenkt wird. Auch, weil Letzteres Kleinkindern und gesundheitlich beeinträchtigten Mitbürgern (z.B. Rheumatikern) schaden würde.

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