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Das Plantsch aus Sicht der Altstadt: Direkt rechts neben dem Sauna-Neubau (grau-braun) sollte der eigene Eingangsbereich für die Sauna kommen. Den kann sich die Stadt laut Plantsch-Chef Andreas Kosian jetzt sparen.

Plantsch

Umkleide-Umbau spart Sauna-Erweiterung

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Fast 100 000 Euro kostet es, die alten Spinde im Schongauer Spaßbad Plantsch austauschen zu lassen, die im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Leim gehen. Eigentlich eine schlechte Nachricht, doch daran ist auch etwas Positives: Laut Plantsch-Chef Andreas Kosian könne sich die Stadt damit den mehrere hunderttausend Euro teuren zweiten Sauna-Ausbauabschnitt sparen.

Schongau – Fleißig gehämmert wird derzeit im Umkleidebereich des Plantsch – obwohl dort eigentlich gar keine Baustelle ist. Doch Schwimmmeister Uwe Treutler klopft kräftig an die Seitenwände, während Mitarbeiter Frank Wagner drinnen mit einem Schraubenzieher werkelt. Ein Spanngurt ist um eine Kabine gezurrt, es schaut nach größeren Problemen aus. Und die gibt es auch, sagt Plantsch-Chef Andreas Kosian. Denn die Trennwände sind nach mehr als 15 Jahren so instabil, dass die Mitarbeiter mit dem Ausbessern nicht mehr nachkommen.

Das Problem ist seit rund zwei Jahren bekannt. Das Material quillt, Türen können nicht mehr richtig geschlossen werden. Viele der genieteten Verbindungsplatten sind innen gebrochen und müssen mit Schrauben gesichert werden. Weil auch die Türscharniere ihren Geist aufgeben und weltweit kein passender Ersatz aufzutreiben ist („wir haben nur in China etwas gefunden, was man aufwändig einbauen muss und auch nicht lange hält“), verschlimmert sich das Problem weiter. Passend dazu knarrt eine Umkleide-Tür so laut wie eine Motorsäge. „Durch den Widerstand wirken starke Kräfte auf die Trennwände“, erklärt Kosian.

Mit Spanngurt und Schraubenzieher versucht Mitarbeiter Frank Wagner, die Umkleide-Trennwände zu stabilisieren.

Mit seiner Bitte um den Spind-Austausch ist er vergangene Woche im Stadtrat vorstellig geworden. „Da geht es nicht darum, dass uns die Farbe nicht gefällt. Ich habe Sorge, dass eine Trennwand abstürzt und jemanden auf den Fuß fällt“, sagte Kosian in der Sitzung. Denn einmal ist so eine rund 130 Kilo schwere Seitenwand einer Umkleide schon runtergesaust, seitdem werden die Sicherungsarbeiten verstärkt. „Aber die Probleme wachsen überproportional schnell an“, so Kosian.

Weil er ein gewiefter Taktierer ist, hatte er für die Stadträte trotz der teuren Neuigkeiten gleichzeitig eine gute Nachricht. Denn die vergangenes Jahr erweiterte Sauna sollte eigentlich in den nächsten Jahren noch einen zweiten Bauabschnitt für mehrere hunderttausend Euro bekommen, der vor allem einen eigenen Zugang zum Saunabereich bedeutet hätte. Mit dem Austausch der Spinde wäre das obsolet, so Kosian. Denn damit hat er die Möglichkeit, den ganzen Bereich neu zu ordnen. Und der Sauna, wenn schon nicht den eigenen Zugang, aber zumindest die ebenso dringend benötigten zusätzlichen Umkleide-Möglichkeiten zu verschaffen.

Der Umkleide-Bereich in der boomenden Sauna, die laut Kosian jetzt schon einen Erfolg aufweist, wie er erst nach drei Jahren geplant war, soll vergrößert und um 44 auf 149 Spinde erweitert werden. Auch im Badebereich sollen 82 Spinde dazukommen und die Aufteilung optimiert werden. Natürlich werde es durch diese Nachverdichtung etwas enger, so Kosian, der die Stadträte aber vom Konzept überzeugte: Trotz der Kosten in Höhe von geschätzt 95 000 Euro gab es ein einstimmiges Votum. „Was Ihr Team im Plantsch leistet, ist super-super-gut“, lobte Marianne Porsche-Rohrer (CSU) – das ging runter wie Öl.

Gleichzeitig wurde noch ein weiterer Umbau beschlossen, nämlich die Kassenzone. Weil der Eingang mit dem verwinkelten Bereich zwischen Kasse und Drehkreuzen sowie gleichzeitigem Ein- und Ausgang ein absolutes Nadelöhr ist und es vergangenen Sommer viele Beschwerden gab, weil Badegäste bis zu einer dreiviertel Stunde anstehen mussten, will Kosian das ganze Häuschen etwas verschieben, einen zusätzlichen Kassenplatz sowie ein weiteres Drehkreuz anschaffen. Das kostet der Stadt weitere 10 000 Euro, das Plantsch selbst bringt dafür und für neue Spindschlösser 35 000 Euro auf.

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