Freude über die Auszeichnung: Irmgard Schreiber-Buhl (l.) und Renate Müller.
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Freude über die Auszeichnung: Irmgard Schreiber-Buhl (l.) und Renate Müller.

Stadt Schongau

Premiere: Strabs-Gegner bekommen Sonder-Ehrenamtspreis

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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In Schongau wurde wieder der Ehrenamtspreis verliehen. Ausnahmsweise gab es heuer sogar einen Sonder-Ehrenpreis.

Schongau - Einen Ehrenpreis gibt es in Schongau jedes Jahr, aber einen Sonder-Ehrenpreis? „Das ist dieses Jahr ein Novum“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman, als er Irmgard Schreiber-Buhl und Renate Müller stellvertretende für die Aktivisten der Anti-Strabs-Demonstrationen auszeichnete. Damit würdigte die Stadt die Rolle, die Schongau bei der Abschaffung der umstrittenen Straßenausbau-Beitragssatzung spielte. Sluyterman erinnerte an die schon legendäre Versammlung im Ballenhaus vor 200 Besuchern, die den Stein ins Rollen gebracht hatte. Erst die große Demonstration mit 500 Menschen auf dem Marienplatz, danach die regelmäßigen Montags-Demos direkt vor dem Rathaus – „anfangs war noch ich der Adressat des Protests, aber als sich der Widerstand einige Wochen später gegen den Landtag richtete, war mir klar: Die Demonstranten haben verstanden, dass die Gegner nicht in den Rathäusern sitzen, sondern im Landtag“, sagte Sluyterman. Aktionen wie die XXL-Postkarte hätten einen wichtigen Beitrag geleistet, damit im Landtag ein Umdenken stattgefunden habe „und kein Kommunalpolitiker mehr gezwungen ist, die Satzung einzuführen“. Die 300 Euro für den Sonder-Ehrenamtspreis wurden bereits für das große Abschlussfest im Brauhaus ausgegeben. „Sie haben bewiesen, dass man mit Hartnäckigkeit, Idealismus und Engagement ein Umdenken in der großen Politik erreichen kann“, lobte Sluyterman. „Ich bin mir sicher: Ohne Schongau als treibende Kraft und den Widerstand aus den Kommunen wäre es nicht so gekommen.“

Müller sagte, Ehrenamt finde oft im Verborgenen statt, „aber damit wären wir hier nicht weitergekommen. Wir brauchten die Öffentlichkeit, damit man uns bis nach München hört.“ Schreiber-Buhl hatte vor allem entsetzt, dass Bürgermeister und Stadträte gezwungen werden sollten, für die Einführung der Strabs zu stimmen. Die Montagsdemonstrationen hat sie in toller Erinnerung behalten: „Da waren viele Bürger dabei, die vorher noch nie demonstriert hatten.“ Den Preis nehme man stellvertretende für alle Mitstreiter „ferne entgegen“, so Schreiber-Buhl.  

Auch der Vorsitzende des Trachtenvereins, Markus Wölfle, wurde ausgezeichnet.

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