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Jetzt kommt der Beamte Blasius (Rudi Mahl, mi.) den beiden Schlitzohren Gustl (Florian Schilcher, re) und Schutzengel Protectulus (Tobias Kalbitzer) nicht mehr aus.

Premiere Theaterstadl

Engel mit Glitzerhaar und Lederhose

Eine überzeugende Premiere lieferten die Akteure des Schongauer Theaterstadls bei der Premiere ihres neuen Stücks „Der bayerische Protectulus“ ab .

Schongau Geradezu ein wenig „Himmlisch“ ging’s bei der Premiere der Landstorfer-Komödie zu. Der Saal im Pfarrheim Verklärung Christi war zum bairischen Himmel ausgeschmückt worden, auf den Tischen saß Aloisius als Dekoration auf seiner Wolke, und die rund 60 Gäste erwartete dessen Manna in Form des eigens zu den Aufführungen gebrauten Stadlbräus, das sie gerne probierten.

Zwar nicht hörbar, jedoch zu vermuten waren einige Stoßgebete hinter der Bühne, denn die Generalprobe am Freitag war nach Worten von Regisseur Peter Mahl „absolut reibungslos“ verlaufen, was unter Theaterern ja nicht wirklich gewünscht ist. Doch die Sorge erwies sich als unbegründet und Souffleuse Sivana Hoferer dürfte wohl nicht allzu viel zu tun gehabt haben. Für das bestens unterhaltene Publikum waren kleine technische Hindernisse völlig uninteressant, denn die Akteure auf der Bühne boten mit dem Dreiakter allerlei Vergnügliches.

In seiner Rolle als kartenspielvernarrter Gustl muss Florian Schilcher so allerlei einstecken: Mal lässt es ihn nach einem Wirtshausbesuch sauber hin, dann wiederum haut es ihn von der Ofenbank, auf die ihn seine Gattin verbannt hat, und schließlich auch noch aus seinen Pantoffeln aufgrund einer Hinterlist seiner Vroni, alias Sandra Siebert. Nicht viel besser ergeht es seinem Spezl Bartl, wunderbar einfältig bis begriffsstutzig dargestellt von Jackl Klein, der mit Finni (Birgit Guldner) im Nachbarhof wohnt.

Bauernschlau möchte der Greimoser (Fritz Ländlsberger) Gustl nach einem verlorenen Kartenspiel über den Tisch ziehen und taucht – mit honorigem Stock ganz der Viehhändler – in der heimischen Stube auf. Und dann gibt es ja noch die Magd Sophi (Mareile Dawidowski), die es unübersehbar gerne hat, wenn sich der behäbige und für Sachzuwendungen stets offene Beamte Blasius (Rudi Mahl) auf dem Hof blicken lässt, mit einer wichtigen Nachricht im Gepäck.

Eine verfahrene und ausweglos scheinende Geschichte – wäre da nicht Gustls Schutzengel Protectulus. Mit Glitzerspray im Haar und Lederhosen statt Engelsflügeln taucht er in Gestalt von Tobias Kalbitzer gerade noch rechtzeitig auf. In amüsantem Zusammenspiel mit Gustl greift er zu einer recht irdischen List und versucht so, die Situation zu retten.

Mit der Komödie „Der bayerischen Protectulus“, dessen Handlung mal im Zuschauerraum, mal vor dem Vorhang und auf der Bühne spielt, ist dem Theaterstadl ein weiteres Mal ein Stück gelungen, das die Tradition des Vereins in bester Weise fortsetzt. Musikalisch umrahmt wurde der Theaterabend vom Trachtenverein D’Schloßbergler.

„Der bayerische Protectulus“ wird noch gezeigt am Freitag, 6. Oktober (20 Uhr), Samstag, 7. Oktober (20 Uhr) und am Sonntag 8. Oktober (19 Uhr). Die Eintrittskarten zu je 12 Euro können im Vorverkauf bei Bäckerei Michl in der Christophstraße erworben werden.

Myrjam C. Trunk

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