Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf dem Marienplatz in Schongau. Im Zentrum die Redner Irmgard Schreiber-Buhl (GEW-Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau), ihr Landsberger Pendant Bernd Pfeiffer und die Grünen-Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel.
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Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf dem Marienplatz in Schongau. Im Zentrum die Redner Irmgard Schreiber-Buhl (GEW-Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau), ihr Landsberger Pendant Bernd Pfeiffer und die Grünen-Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel.

Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Schongau gegen „Piazolos letztes Aufgebot“

Professionelle Personalplanung, sonst droht Bildungsnotstand

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Lehrerdemonstration auf dem Schongauer Marienplatz für höhere Bildungsqualität: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) protestiert gegen das so genannte „Piazolo-Paket“ des Kultusministers, das den Lehrermangel mit Pensionisten, mehr Pflichtstunden und Quereinsteigern beheben will.

Schongau – Es klingt witzig-makaber, als Gastrednerin Gabriele Triebel bei der Demonstration auf dem Schongauer Marienplatz erzählt, dass man bei der Rückholaktion, mit der das bayrische Kultusministerium pensionierte Lehrer für den Wiedereinsatz begeistern will, sogar verstorbene Kollegen angeschrieben habe. Doch der Grünen-Landtagsabgeordneten ist das Thema bitter ernst: „Das zeigt, dass unser Ministerium nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. Der hausgemachte Lehrermangel wird nur auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen.“

Es sind zwar nur ein Dutzend Menschen mit ein paar Zaungästen, das sich zu der Demo am Schongauer Marienplatz am vergangenen Freitagmittag versammelt haben. Ihr Anliegen vertreten die Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) jedoch mit umso mehr Nachdruck – gehe es doch um Bayerns größtes Kapital, wie man in der CSU nur allzu oft tönt: die Bildung.

Und das sehen die Lehrer durch „Piazolos letztes Aufgebot“, so die spöttische GEW-Bezeichnung, in Gefahr: Pflicht- und Mindeststunden sollen erhöht werden. Teilzeit- und Freistellungsmodelle wie das Sabbatjahr sind nicht mehr möglich. Und eine Verschiebung des Ruhestands nach hinten und der Einsatz von mehr „Hilfskräften“ vor den Klassen sind ebenso in dem Paket enthalten.

Bernd Pfeiffer, GEW-Kreisvorsitzender in Landsberg, widerspricht dem Klischee der Lehrer, die angeblich vor allem viel frei hätten: „Dieser Beruf zehrt. Es hat seinen Grund, warum diese Kollegen im Ruhestand sind.“ Derzeit sei, so seine persönliche Erfahrung als Mittelschullehrer in Weil, die so genannte mobile Reserve bereits aufgebraucht. „Und was machen wir erst im Winter, wenn die schlimmen Monate mit Krankheitsausfällen und mit Corona erst kommen?“

Irmgard Schreiber-Buhl, die als GEW-Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau für die Demonstration verantwortlich war, plädiert für mehr Aufwertung des Lehrerberufs, um wieder mehr Nachwuchs zu bekommen – gerade bei den Grund-, Förder- und Mittelschulen. „Es kann nicht sein, dass die, die kleine Kinder unterrichten, immer noch weniger bekommen als die, die große Kinder unterrichten.“

Vielleicht war das GEW-Aufgebot keine spektakuläre Demonstration. Jedoch mit einem ernsten, gewichtigen Thema, das die gesamte Gesellschaft angehe, wie es Triebel ausdrückte: „Wir fordern eine professionelle Personalplanung – sonst droht der Bildungsnotstand in Bayern.“

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