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Gibt den Takt an: Dirigent und Künstlerischer Leiter der „Musik im Pfaffenwinkel“ Christian Fröhlich.

Programm für das Jahr 2019 von Musik im Pfaffenwinkel

Vom Taschenformat bis zum Oratorium

Von Mozarts „Zauberflöte“ bis Haydns „Schöpfung“: Die Konzertreihe „Musik im Pfaffenwinkel“ wartet auch heuer mit einem verheißungsvollen Programm auf. Das erste von sechs Konzerten steigt am 24. März im Bibliothekssaal in Polling.

Weilheim-Schongau – Es geht schon einmal gut los: Christian Fröhlich, Künstlerischer Leiter der „Musik im Pfaffenwinkel“, blinzelt vergnügt, als er erzählt, dass er quasi schon seit seiner Kindheit ein „Orchesterfreak“ ist. In den vielen Stationen seiner künstlerischen Laufbahn hat er Kontakte zu brillanten Musikerkollegen geknüpft. Dazu gehört auch Michael Kofler, der begnadete Soloflötist der Münchner Philharmoniker, der mit Erzähler Gottfried Kasparek und Mitgliedern des Salzburger Mozart-Quartetts eine charmante Idee hatte. Die weltweit geliebte „Zauberflöte“ gibt es zur diesjährigen Eröffnung der „Musik im Pfaffenwinkel 2019“ am 24. März im Bibliotheksaal Polling quasi im Taschenformat. Was heute Erstaunen erntet, war in der Mozartzeit durchaus gängige Praxis. Unter dem Wohlwollen des Komponisten gab man den Opernliebling in verschiedensten Bearbeitungen und Besetzungen.

Das Entree in der Wieskirche (16. Juni) überlässt man heuer ganz entspannt erst einmal einem Gastchor. Ralf Ludewig, der sich bereits mit dem Tölzer Knabenchor Jubel und Lorbeer erarbeitet, legte mit dem 2014 gegründeten Münchner Pendant einen regelrechten Senkrechtstart hin. In der Wieskirche gesellen sich zum Knabenchor als musikalische Partner der Münchner Organisten Anton Waas und das für seinen strahlenden Glanz geschätzte Posaunenquartett „Opus 4“ des Leipziger Gewandhausorchesters. Auf dem Programm stehen Publikumsmagneten von Bach, Mozart, Mendelssohn und Bruckner.

Apropos Leipzig: Dort hatte Fröhlich beim Dirigat des Gewandhausorchesters quasi ein Schlüsselerlebnis für seinen Zugang zu den Werken Robert Schumanns, die ihn bis heute immer wieder neu faszinieren. Kein Wunder, dass er sich also für das dritte Konzert (7. Juli, Basilika Benediktbeuern) die nur sehr selten aufgeführte „Messe in c-moll“ op. 147 von Robert Schumann gewählt hat. Vorangestellt ist an diesem Nachmittag Beethovens einziges Violinkonzert, uraufgeführt 1806, damals völlig neuartig für seine Zeit. Mit dem Konzertmeister David Schultheiß als Solist und den Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters haben sich Christian Fröhlich und der „Gemischte Chor im Pfaffenwinkel“ wieder exzellente Sparringspartner eingeladen, um diesem Meilenstein in der Violinliteratur einen Spannungsbogen zwischen Emotionalität, Struktur und Wissen zu formen.

Bereits eine Woche später (14. Juli) führt Fröhlich dann in gleicher Chor- und Orchesterbesetzung gemeinsam mit einem ausgewählten Nachwuchs-Trio des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper Haydns „Schöpfung“ auf, die der Chor bereits 2012 gestaltete. Für Freunde der Wiener Klassik wird damit der diesjährige Haydn-Sommer zu einem echten Highlight. Denn erstmals bekommen die Zuschauer die Möglichkeit, an zwei Sonntagen hintereinander die schönsten großen Oratorien Haydns genießen zu können, da der „Festliche Sommer in der Wies“ zuvor Haydns nicht minder herrliche „Jahreszeiten“ aufführt.

Im Herbst übergibt Christian Fröhlich dann den Stab an Kirchenmusiker und Organist Andreas Wiesmann, der auch während des Jahres einen großen Teil der Verantwortung für die Chorprobenarbeit übernimmt. In der Schongauer Stadtpfarrkirche (13. Oktober) präsentiert sich unter Wiesmanns Leitung das Kammerensemble „Cantiamo“, das sich aus besonders ambitionierten Choristen des gemischten Chores im Pfaffenwinkel heraus kristallisiert hat, mit der „Chiemsee-Messe“ aus der Feder des jüngeren Bruders von Joseph Haydn, Michael Haydn.

Zum Jahresabschluss gestaltet die „Musik im Pfaffenwinkel“ wiederum unter Federführung von Andreas Wiesmann in der Wieskirche (8. Dezember) ein festliches Adventskonzert mit Wiesprälat Gottfried Fellner, auf dessen verbindenden Texte sich das Publikum freuen darf.

Optimistisch ist das Leitungsteam der „Musik im Pfaffenwinkel“, dass auch die Besucherbilanz in diesem Jahr so positiv wie in 2018 ausfällt. Im letzten Jahr waren vier Konzerte ausverkauft, zwei gut besucht.

Dorothe Gschnaidner


Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.musikimpfaffenwinkel.de.

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