Ein Wintermärchen wie am Penzberger Stadtplatz kann man sich auch in Schongau in der Altstadt vorstellen, allerdings war der Stadtrat dazu geteilter Meinung.
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Ein Wintermärchen wie am Penzberger Stadtplatz kann man sich auch in Schongau in der Altstadt vorstellen, allerdings war der Stadtrat dazu geteilter Meinung.

Bewerbung um Fördergelder

Schongau: Vier Projekte für die Innenstadt - aber keine Eislauffläche

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Auch in Schongau möchte man vom Kuchen des Sonderfonds „Innenstädte beleben“ ein großes Stück abhaben, oder auch mehrere kleine. Mit vier Projekten bewirbt man sich.

Schongau – 100 Millionen Euro stark ist der Sonderfonds, den das bayerische Bauministerium auflegt. Alle Kommunen ab einer Einwohnerzahl von 2000 können sich bewerben. Gefördert werden sollen Maßnahmen im Innenstadtbereich. Ob es nun um die Anmietung leerstehender Räumlichkeiten geht oder um Kunstprojekte – es soll wieder aufwärts gehen, Bürger wie Geschäftswelt sollen profitieren. Zwar werden sich viele Kommunen bewerben, erläuterte Stadtbaumeister Sebastian jüngst in der Stadtratssitzung, aber immerhin winkt eine Förderung in Höhe von 80 Prozent.

Weil die Einreichungsfrist bereits am 10. Juni ist, hatte Vizebürgermeisterin Daniela Puzzovio nicht lange gefackelt und die Stadträte zu einem virtuellen Workshop eingeladen. „Es gab verschiedene Vorschläge, die nun abgestimmt werden müssen“, resümierte Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau: Vier Projekte zur Innenstadtbelebung

Der Stadtbaumeister fasste die vier Projekte zusammen. Ganz oben als großer Baustein #1 steht die Sanierung des Sonnengrabens nach den Plänen der Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten. Langfristig soll das gesamte Stadtmauerumfeld neu gestaltet werden. Auch dadurch verspreche man sich mehr Besucher in der Innenstadt.

Viele kleinere Ideen wurden unter dem Stichwort #2 „Winterbelebung“ gebündelt, es gebe ein Konzeptpapier, das unter der Beteiligung der Werbegemeinschaft ausgearbeitet worden sei, so Dietrich. „Da gibt es diverse Vorschläge von der Kunsteisbahn bis zur Lichtinstallation“. Mit einigen Sachen war man heuer bereits gestartet. So hatte man z.B. das damals noch komplett leerstehende Ferstlhaus am Marienplatz in Miniverkaufsräume umgewandelt.

Genau solche Projekte könnten auch unter #3 fallen, die Anmietung von Gebäuden und Geschäften, um günstige Möglichkeiten für Start-up-Unternehmen zu schaffen oder einen Coworking Space, wo sich mehrere Menschen Büros und Flächen teilen. Als Projekt #4 stellte Dietrich weitere Felder vor, um die Stadt erleben zu können, wie das bereits angedachte Tastmodell der Altstadt oder eine Kinderspielstation.

Diskussionen um Eisfläche am Marienplatz

Die CSU-Fraktion, die auch einen eigenen Antrag gestellt hatte, solche Fördertöpfe anzuzapfen, betonte noch einmal die Wichtigkeit. „Wir müssen das ausnutzen“, so Kornelia Funke. „Mir gefällt es gut, mit vier kleinen Bausteinen ins Rennen zu gehen.“ Auch die Vorbereitung für den nun zu stellenden Antrag sei gut gewesen, „ein Miteinander-Agieren mit der Verwaltung – wir ziehen an einem Strang“. Auch Susanne Tischner (UWV) zeigte sich begeistert. „Die Projekte sind langfristig nutzbar und kommen allen zugute, sowohl den Einheimischen, als auch den Geschäftsleuten“.

Michael Eberle betonte, dass er zwar grundsätzlich mitgehen könne, mit dem Vorschlag, im Rahmen der „Winterbelebung“ eine Kunsteislaufbahn in der Altstadt einzurichten, konnte er sich aber gar nicht anfreunden. „Das ist parallel zum Eisstadion, das jeden Cent brauchen kann, schwierig“, kritisierte er. Schongau wäre dann eine Gemeinde mit zwei Eisflächen – „ein großer Luxus“ und ökologisch schwierig zu bewerten. Bürgermeister Sluyterman sah diese Konkurrenz nicht unbedingt und erinnerte daran, dass eine Eislauffläche in der Stadt gerade ab Ende Januar dazu dienen könne, der Saure-Gurken-Zeit entgegenzuwirken. „Aber das können wir noch mal diskutieren.“ Sluyterman informierte aber auch, dass bei der Kunsteisbahn in Penzberg ein Sponsor dahinterstehe.

Vorschlag: Tourist-Information soll umziehen

Eberle hatte außerdem vorgeschlagen, im Rahmen des Leerstandsmanagements die Tourist Information aus dem Rathaus auszulagern, was sich die Stadt derzeit aus eigener Tasche nicht leisten könne. „Das wäre ein großer Gewinn.“ Bettina Buresch (Grüne) sah dies genauso, wünschte sich allerdings, dass die Tourist Information insgesamt an einen anderen Platz kommt – etwa an den Bahnhof. Dieses Thema solle gesondert diskutiert werden, so der Bürgermeister.

Bis auf die Winterbelebung wurden alle Projekte einstimmig beschlossen. Neun Stadträte waren dann für das Winterprojekt inklusive Eisfläche, zehn waren zwar für die Belebung, aber explizit ohne Kunsteisbahn. Wie Dietrich erläutert hatte, sind die Projekte bereits mit der für Schongau zuständigen Gebietsreferentin der Regierung von Oberbayern abgestimmt.

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