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Linus Schellenberger (vo.) und Felix Schmid mit ihrem intelligenten Briefkasten.

Projekte von Jugend forscht

Nie mehr zum leeren Briefkasten laufen

Langsam wird es ernst: Am Mittwoch beginnt der diesjährige Jugend forscht-Wettbewerb in der Peitinger Schloßberghalle. Die Teilnehmer aus dem Schongauer Land sind mit Projekten wie einem intelligenten Briefkasten und einem Handy-Ladegerät durch Körperwärme am Start.

Schongau – „Zukunft – ich gestalte sie“, lautet die Devise des diesjährigen Jugend forscht-Wettbewerbes. Unter der Regie des Patenunternehmens Hoerbiger werden über 80 Teilnehmer aus dem Voralpenland (davon 17 aus dem Raum Schongau) 48 Forschungsarbeiten vorstellen. Getreu dem ausgelobten Leitsatz tüftelten die Nachwuchswissenschaftler in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie Physik und Technik spannende und innovative Projekte aus. Die präsentieren die Schüler am Mittwoch, 22. Februar, und Donnerstag, 23. Februar, in der Peitinger Schloßberghalle. Dort werden die Arbeiten anschließend von einer fachkundigen Jury bewertet, die Sieger dieses Regionalentscheides nehmen am Landeswettbewerb teil. Alle Landessieger wiederum qualifizieren sich für den großen Bundesentscheid.

Letzte Hand legt Seppi Frühschütz-Grüning an sein Handy-Ladegerät an.

So weit zu kommen, ist natürlich das erklärte Ziel aller Nachwuchsforscher. Die beiden 13-jährigen Schüler des Welfen-Gymnasiums Linus Schellenberger und Felix Schmid gehen beispielsweise mit ihrem intelligenten Briefkasten an den Start. „Wenn meine Eltern mich zum Post holen schicken und dann nichts im Briefkasten ist, ist das ziemlich ärgerlich – umso mehr, wenn es richtig kalt ist“, schildert Linus schmunzelnd, wie die Idee zu dem Versuch entstand. Wohl dem, der sich da zu helfen weiß: Der intelligente Briefkasten ist mit Infrarot-Sensoren bestückt. Ein Arduino-Kleinrechner, den Linus und Felix selbst programmiert haben, wertet die durch die Sensoren erhobenen Daten aus. Wird Post eingeschmissen, zeigt ein via W-Lan mit dem Briefkasten verbundenes Smartphone den Posteingang an.

Mit Ultraschall Unfällen vorbeugen, das ist das Thema der Forschungsarbeit des 15 Jahre alten Jonathan Schopper. Der Prototyp des Schülers der Pfaffenwinkel-Realschule soll Fußgänger und Fahrradfahrer vor Verletzungen durch leichtfertig geöffnete Autotüren schützen. In den Gehäusen der Rückspiegel oder wahlweise auch unter einem Fahrzeug angebrachte Ultraschallsensoren messen die Geschwindigkeit vorbeigehender oder -radelnder Passanten. „Will dann zum Beispiel der im Wagen sitzende Fahrer die Autotür öffnen, ertönt ein Warnsignal, wenn dadurch ein Unfall passieren könnte“, beschreibt der 15-Jährige. Auch er verwendet einen selbst programmierten Arduino-Kleinrechner. Errechnet dieser, dass ein Unfall unausweichlich ist, falls eine Türe geöffnet wird, löst ein Elektromagnet einen Verschließungsmechanismus aus, sodass die Türe erst gar nicht geöffnet werden kann.

Die eigene Körperwärme nutzen und damit das Handy laden? Mit dieser Frage hat sich Seppi Frühschütz-Grüning auseinandergesetzt. „Die von mir verwendeten Peltier-Elemente erzeugen durch die Temperaturdifferenzen zwischen den Seiten Strom“, lässt der 14-jährige Realschüler wissen. „Da die Körpertemperatur bei gut 36 bis 37 Grad Celsius liegt, funktioniert es auf Grund der hohen Temperaturdifferenz im Winter besser als im Sommer“, resümiert Seppi. Aber nicht nur wechselnde Jahreszeiten und Wetterlagen stellten eine Herausforderung dar. Ein Problem war auch, dass das Handy mit 5 Volt geladen wird – die Elemente aber nur 0,2 Volt lieferten. Seppi schaltete daher mehrere in Reihe, so konnte er die Voltzahl steigern, jedoch blieb die Amperezahl gleich. Die Lösung: Eine Kombination aus Reihen- und Parallelschaltung.

Für die Öffentlichkeit sind die Erfindungen der Jugend forscht-Teilnehmer am Mittwoch, 22. Februar, von 10.30 bis 16 Uhr und am Donnerstag, 23. Februar, von 8 bis 13 Uhr in der Peitinger Schloßberghalle zu sehen.

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