Nur noch digital über „Zoom“ erfolgte das Projektseminar „Interkultureller Dialog“ am Schongauer Welfen-Gymnasium. Screenshot: Gymnasium
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Nur noch digital über „Zoom“ erfolgte das Projektseminar „Interkultureller Dialog“ am Schongauer Welfen-Gymnasium.

Schongauer Welfen-Gymnasium

Projektseminar im Schatten der Pandemie

Spannende Workshops, Exkursionen und eine Reise ins Ausland – vieles davon musste Corona-bedingt ausfallen. Das Projektseminar „Interkultureller Dialog“ am Schongauer Welfen-Gymnasiums war dennoch ein voller Erfolg.

Schongau – Ist es in Zeiten von Corona überhaupt möglich, ein Seminar zu gestalten, in dem die offene Begegnung mit anderen im Mittelpunkt steht? Hannah, Helena, Jara, Jasmin, Josef, Matteo, Sofia und Veronika würden diese Frage laut mit „Ja“ beantworten. Die Abiturienten des Schongauer Welfen-Gymnasiums haben über eineinhalb Jahre am Projektseminar „Interkultureller Dialog“ teilgenommen, das von den Lehrkräften Monika Soyer-Bauer und Florian Mühlegger geleitet wurde.

P-Seminar sollte die Schüler bei ihrer Studien- und Berufswahl unterstützen

Das P-Seminar sollte die Schüler bei ihrer Studien- und Berufswahl unterstützen und sie auf die Anforderungen im Berufsleben vorbereiten. Dass diese Ziele nicht nur erfüllt, sondern gar übertroffen wurden, finden sowohl Lehrer als auch Schüler.

„Ich bin so froh, was aus unserem Seminar geworden ist“, sagt Jara. „Wir haben trotz Corona wirklich das Beste aus der Situation gemacht.“ Und auch Josef ist glücklich über seine Teilnahme: „Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht“, sagt er.

Noch zu Beginn des Seminars im Sommer 2019 rechnete keiner damit, welch ungewöhnliches Schuljahr auf Schüler und Lehrer zukommen sollte. Viele Fortbildungen und Exkursionen waren geplant, auch eine Reise nach Bosnien stand im Raum. „Zum Glück konnten wir einige Unternehmungen auch noch machen“, sagt Lehrerin Monika Soyer-Bauer.

Dazu gehörten beispielsweise auch die Teilnahme an der Ausstellung „MENSCH.MACHT.HEIMAT“ der Herzogsägmühle, die spontane Organisation eines Caterings für die Stiftung Scheuklappen oder aber der Besuch eines Workshops zu gewaltfreier Kommunikation. Die Reise ins Ausland fiel leider bereits der Pandemie zum Opfer.

Die „Oase“ in Steierskirchen ist den Schülern besonders in Erinnerung geblieben

Nicht aber ein dreitägiger Aufenthalt in der „Oase“ in Steierskirchen, der den Schülern besonders in Erinnerung geblieben ist. Dort konnten sie sich im Herbst 2019 offen und ungezwungen begegnen sowie sich besser kennenlernen. „Im Nachhinein war das klar mein Highlight“, sagt Hannah heute. Ihre Mitschüler stimmen ihr zu: „Wir haben uns auch selber besser kennengelernt“, ergänzt Veronika. Und Jasmin fügt hinzu: „Da sind wir als Gruppe so richtig zusammengewachsen.“

Das gewonnene gegenseitige Vertrauen half der Gruppe bei der Bewältigung einer für alle völlig neuen Situation: der Corona-Pandemie. Schüler und Lehrer trotzten der Krise und ließen sich nicht unterkriegen. Man suchte rasch nach digitalen Alternativen zur Begegnung in der Wirklichkeit, und das Seminar wurde dann über die Online-Plattform „Zoom“ abgehalten.

Bald wurde sich auch wieder neuen Aufgaben gewidmet: der Gestaltung von Stunden für und mit Fünftklässlern des Gymnasiums. Da sich die Corona-Situation im vergangenen Frühsommer etwas entspannte, konnten die sogenannten „Zeit-für-uns“-Stunden mit den Fünftklässlern dann auch persönlich stattfinden (wir haben berichtet). Dieses eigenständige Organisieren der Stunden bereitete den heutigen Abiturienten besondere Freude. „Mich haben die Aufgaben im Seminar auch selbstbewusster werden lassen“, sagt Helena.

Die beiden Leiter des P-Seminars sind voll des Lobes für ihre Schüler

Die beiden Leiter des P-Seminars sind voll des Lobes für ihre Schüler: „Es ist faszinierend, wie sie diese schwierige Zeit gemeistert haben“, sagt Soyer-Bauer. Der Lehrerin für katholische Religion und Deutsch habe das Seminar selbst auch großen Spaß gemacht, ebenso wie ihrem Kollegen.

Für Florian Mühlegger war es besonders bereichernd zu sehen, wie sich jeder einzelne der Schüler über die Zeit persönlich weiterentwickelt habe. Er ist davon überzeugt, dass die Abiturienten maximale Flexibilität durch die Corona-Krise gelernt haben. Das Ziel des Seminars sei damit folglich mehr als erfüllt worden: „Für die Berufswelt seid Ihr ideal vorbereitet“, sagt er. „Euch kann eigentlich nichts mehr erschüttern.“

JENNIFER BATTAGLIA

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